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Bielefeld: Frauen können Sexismus am Arbeitsplatz nur schwer entkommen

Bielefeld : Frauen können Sexismus am Arbeitsplatz nur schwer entkommen

Sexismus gibt es am Arbeitsplatz nicht öfter als anderswo. Das Besondere sei in diesem Fall aber, dass Frauen ihm dort nur schwer entkommen können, sagte Charlotte Diehl, Diplom-Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Bielefeld.

Das Klischee, dass besonders Vorgesetzte ihre Position ausnutzten, um sich sexistisch zu verhalten, stimme allerdings nicht: „Die Statistiken zeigen, dass Sexismus auf der gleichen hierarchischen Ebene häufiger vorkommt”, sagt Diehl. Dafür seien die Folgen aber dramatischer, wenn der Chef der Täter ist, weil sich Frauen in diesem Fall noch schlechter wehren könnten.

Führungskräfte haben beim Thema Sexismus in jedem Fall eine besondere Verantwortung: „Wenn ein Vorgesetzter zeigt, dass er sexistisches Verhalten nicht toleriert, hilft das stark”, sagte Diehl. Nicht nur, weil es die Täter abschrecke, sondern auch, weil es die Opfer ermutige, sich zu wehren. Wer Opfer von sexistischem Verhalten am Arbeitsplatz wird, könne versuchen, zunächst mit demjenigen zu sprechen, der sich so verhält.

„Wenn das nichts bringt, muss man sich Verbündete suchen, zum Beispiel unter Kolleginnen und Kollegen”, empfiehlt Charlotte Diehl. „Vielleicht ist jemand dabei, der in der gleichen Situation ist.” Oder einem anderen ist zumindest etwas ähnliches bereits aufgefallen. „Und dann muss man sich an die nächsthöhere Ebene wenden. Dabei ist es gut, wenn man den direkten Vorgesetzten darauf ansprechen kann.”

(dpa)