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Bochum: Experten fordern mehr Hilfen für mögliche Schulabbrecher

Bochum : Experten fordern mehr Hilfen für mögliche Schulabbrecher

Potenzielle Schulabbrecher brauchen aus Expertensicht mehr Hilfen schon in jungen Jahren. Sie sollten so früh wie möglich von persönlichen Betreuern aufs Arbeitsleben vorbereitet werden, sagte Stefan Sell von der Fachhochschule Koblenz zum Auftakt einer Bildungskonferenz in Bochum.

Das Motto des Kongresses lautete „Aus Schulabbrechern werden Facharbeiter!”. Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) forderte, jungen Menschen auf dem Weg von der Schule in den Beruf mehr Unterstützung zu geben.

Bundesweit seien aktuell 300 000 Jugendliche in der Warteschleife zwischen Schule, Ausbildung und Arbeitsmarkt, erläuterten die Veranstalter, die Konrad-Adenauer-Stiftung und der Initiativkreis Ruhr. Damit verbunden seien Kosten von rund vier Milliarden Euro pro Jahr. Gleichzeitig blieben 33 000 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Stefan Sell, Direktor des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik der FH Koblenz sagte: „Wir wissen von den Pädagogen, dass sie die Schüler im Alter von 12, 13 oder 14 Jahren oft nicht mehr erreichen.” In dieser Phase sei einer der Erfolgsfaktoren, die Schüler nah an die Betriebe und damit die Praxis zu bringen. „Und sie müssen persönlich begleitet werden.”

Bodo Hombach vom Initiativkreis Ruhr forderte eine schnellere Anpassung der Lehrpläne im dualen Ausbildungssystem. „Da sind wir oft nicht mehr zeitgemäß. Im digitalen Zeitalter angehende Fotografen im Fach Chemie zu schulen, obwohl heute kein Film mehr mit Chemikalien entwickelt wird, passt einfach nicht mehr”, sagte Hombach.

(dpa)