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Der Weg zum erfolgreichen Gründer

Tipps : Der Weg zum erfolgreichen Gründer

Die Zahlen der Gründungen steigen in Deutschland seit Jahren stetig an. Das ist nicht verwunderlich, denn Sendungen wie „Die Höhle der Löwen“ machen es vor – mit der richtigen Geschäftsidee, einer guten Planung und einem Fünkchen Glück kann jeder ein erfolgreiches Start-Up gründen.

Doch die Höhle zeigt auch, wie viel Arbeit dahinter steckt und welche Dinge Investoren voraussetzen, damit es zu einem Pitch kommt.

Die Geschäftsidee

Projekte gibt es viele, doch nicht alle lassen sich in der Realität auch wirklich umsetzen. An diesem Punkt ist Innovation gefragt. Denn Produkte, Apps oder Dienstleistungen, die das Leben der Menschen erleichtern und gleichzeitig kreativ oder nützlich sind, haben deutlich höhere Chancen, gegen die Konkurrenz zu bestehen als Geschäftsideen, die es bereits in verschiedenen Ausführungen auf dem Markt gibt. Das sind die Punkte, die Investoren letztendlich interessieren: Wie realisierbar ist die Idee und wie hoch sind die Gewinne, die sich damit generieren lassen. Selbstverständlich wollen Kapitalgeber ihr investiertes Geld lukrativ angelegt wissen. Gründer müssen daher im Vorfeld alles auf Herz und Nieren prüfen. Eine Marktanalyse ist an diesem Punkt sehr hilfreich. Denn diese liefert Ergebnisse bezüglich der Konkurrenz, der Nachfrage und des Preises.

Der Businessplan

Investoren wollen wissen, was sich hinter der Geschäftsidee verbirgt und welche Möglichkeiten sich ihnen bieten. Ein Businessplan gibt darüber detailliert Auskunft. Ohne einen ausgeklügelten Finanzierungsplan werden Gründer nicht weit kommen. Doch auf welche Punkte müssen künftige Unternehmer achten?

  • Alleinstellungsmerkmal
  • Kapital
  • Zielgruppenanalyse
  • Marktanalyse
  • Standort
  • Vertrieb
  • Marketing
  • Produktion

Geldgeber interessiert es zudem, ob es weitere Investoren gibt und wie viele Prozente des Unternehmens noch beim Gründer liegen. Die Höhle der Löwen zeigte bisher deutlich, dass zu wenige Prozente ein Ausschlusskriterium sein können. Ebenso wie eine zu hohe Unternehmensbewertung. Es empfiehlt sich daher immer, sich beraten zu lassen. Wer Hilfe bei der Erstellung eines Businessplans benötigt, kann auch eine entsprechende Vorlage oder Software benutzen.

Die Unternehmensbewertung

Viele Gründer überschätzen sich und ihr Produkt, ihre App oder ihre Dienstleistung. Oft betrachten sie diesen Punkt nicht objektiv, sondern lassen sich von dem bisher eingebrachten Kapital und ihrer Arbeit beeinflussen. Ausschlaggebend für die Unternehmensbewertung sind hingegen bisherige Gewinne und Umsätze sowie der aktuelle Stand der Produktion oder Entwicklung. Auch die Tatsache, ob ein Gründer mit seiner Idee bereits auf dem Markt ist, kann einen Pitch positiv oder negativ beeinflussen. Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Umsätze, Gewinne und Kapital

Investoren interessieren sich in der Regel nur für ihren eigenen Vorteil. Das mag hart klingen, entspricht aber oftmals der Realität. Ihnen ist somit egal, wie viel Mühe sich ein Gründer gegeben oder wie viel Arbeit er in die Entwicklung gesteckt hat. Wichtig ist letztendlich nur, ob man folgende Fragen beantworten kann:

  • Befindet sich das Produkt bereits auf dem Markt?
  • Wenn ja, hat es Umsätze generiert?
  • Wie viel Kapital ist bereits in die Unternehmung geflossen?
  • Lohnt sich eine Investition für Geldgeber?
  • Welche Ziele werden definiert?
  • Wofür ist das Kapital gedacht?

Ein Gründer, der diese Fragen souverän, wahrheitsgemäß und natürlich detailliert beantworten kann, hat deutlich bessere Karten als jemand, der blauäugig an die Gründung herangegangen ist.

Wichtig ist zudem der Entwicklungsstand. Es muss kein Nachteil sein, wenn der Vertrieb und die Marketingmaßnahmen noch nicht final sind. Es stellt auch nicht immer ein Problem dar, wenn die Idee noch nicht vollkommen ausgereift ist und die Produktion noch am Anfang steht. Aber diese Punkte müssen klar kommuniziert werden. Ebenso wie die Tatsache, wenn ein Gründer nicht nur einen Kapitalgeber, sondern eine helfende Hand benötigt.

Genehmigungen und Patente

Investoren lieben Patente. Denn sie bedeuten, dass es sich bei der Geschäftsidee um kein Plagiat handelt und sie die Zuständigkeit nicht klären müssen. Sie zeigen zudem, dass das Produkt ein Unikat und somit neu auf dem Markt ist. Wichtig sind weiterhin Genehmigungen: Wer sich in der Lebensmittelbranche verwirklichen möchte, muss sich beispielsweise beim Gesundheitsamt melden. Für Handwerker sind hingegen die Handwerkskammern zuständig. Eine detaillierte Übersicht verschiedener Genehmigungen gibt Gründerküche in diesem Artikel.

Ein professionelles Auftreten

Die Idee eines Gründers kann noch so gut sein, wenn er sie den Investoren schlecht verkauft, hat er schlechte Karten. Denn viele Kapitalgeber investieren nicht nur in das Produkt, sondern auch in den jungen Unternehmer. Ein professionelles Auftreten ist daher enorm wichtig, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Dazu zählt auch das souveräne Antworten auf Fragen – und Gründer können sich sicher sein, es werden viele Fragen kommen. Daher ist es wichtig, die eigenen Zahlen im Kopf zu haben und diese zu präsentieren, wenn die Sprache darauf kommt.

Nicht immer so leicht, wie es im Fernsehen aussieht

Die Sendung „Die Höhle der Löwen“ suggeriert, dass jeder zu einem Gründer werden kann. Per se ist das auch nicht falsch. Was die Leute allerdings übersehen ist die Arbeit und Energie sowie das Kapital, welches die Jungunternehmer in ihre Idee gesteckt haben. Wer sich demnach dazu entschließt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und noch kompetente Kapitalgeber sucht, sollte im Vorfeld jeden einzelnen Schritt gedanklich durchgehen und diese in einem Businessplan verschriftlichen. So erkennt man schnell potenzielle Gefahrenquellen und Risiken.