Das sind die größten Kosten für ein Studium in 2019/2020

In 2019/2020 : Das sind die größten Kosten für ein Studium

Für jeden Absolventen stellt sich die Frage, wie es nach der Hochschulreife weitergeht. Manche entscheiden sich für eine duale Ausbildung, weil sie eine praktische Tätigkeit bevorzugen und zudem möglichst schnell Geld verdienen wollen.

Für viele ist ein Studium jedoch das Nonplusultra. Es verspricht bessere Berufschancen und ein höheres Gehalt. Wer sich zuvor erkundigt und bedarfsorientiert studiert, hat die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. So gibt es aktuell einen Lehrermangel zu beklagen. Ein guter Grund, das Lieblingsfach auf Lehramt zu studieren, noch dazu, weil das in manchen Bundesländern eine Verbeamtung möglich macht.

Doch vor dem Geld verdienen steht im Fall eines Studiums zunächst einmal das Geld ausgeben, denn ein Studium ist leider nicht kostenlos. Zwar gibt es an staatlichen Hochschulen keine allgemeinen Studiengebühren mehr, doch der Semesterbeitrag, der zweimal jährlich erhoben wird, kann auch einige Hundert Euro betragen. Dann kommen noch die Kosten des täglichen Lebens hinzu, die je nach Studienort unterschiedlich hoch ausfallen können.

Die meisten Studenten bekommen zwar BAFÖG, doch einige müssen sich das Leben ohne diese staatliche Unterstützung finanzieren. Das gilt etwa für Studenten, die bereits 30 Jahre alt sind oder solche, die das Fach gewechselt haben oder aus einem anderen Grund etwas länger für das Studium brauchen. Kein BAFÖG zu bekommen heißt jedoch nicht, dass der Studienabschluss nun in unerreichbar Ferne rückt.

Es gibt auch Studierende, die ganz ohne Schuldenlast (10.000 Euro des BAFÖGS muss man zurückzahlen) in ihr neues Leben starten wollen. Mit einem sparsamen Lebensstil und einem Nebenjob kann man auch so über die Runden kommen, und ohne BAFÖG fällt auch einiges an zeitlichem Druck weg. Übrigens: Wessen Bewilligungszeitraum zu Ende des Studiums hin ausläuft, kann die restliche Zeit mit einem Studienkredit überbrücken. Doch welche Kosten kommen während der Zeit des Studiums auf einen Studierenden zu?

Die Miete - der größte Posten bei den Ausgaben eines Studenten

Die einzige Möglichkeit, den monatlichen Mietzahlungen aus dem Weg gehen, ist kostenlos bei jemand anderem zu wohnen. In der Regel ist das nur bei den eigenen Eltern möglich. Nun hat nicht jeder das Glück, einen Studienplatz am Wohnort der Eltern zu bekommen, geschweige denn dass sich in der Nähe überhaupt eine Universität befindet. Hier muss man genau abwägen. Ist vor Ort eventuell eine Fachhochschule, die leicht zu erreichen ist? Gibt es Verwandte in der Nähe der Wunschuni, die mit einem Zimmer aushelfen können? Ansonsten bleibt nichts anderes, als vor Ort ein Zimmer zu suchen.

Eine eigene Wohnung kommt aufgrund der hohen Mieten gerade in Ballungsgebieten nicht in Frage. Auch für Studenten steigt der monatliche Anteil der Mietkosten an den Ausgaben immer weiter an. Eine Lösung kann sein, sich für das Studium in einer günstigen Unistadt zu entscheiden, denn die regionalen Unterschiede sind immens. Hier kann eventuell eine kleine Wohnung oder - deutlich sparsamer - ein WG-Zimmer angemietet werden. Am günstigsten sind Zimmer im Studentenwohnheim, die jedoch heiß begehrt und meist nicht in ausreichender Menge verfügbar sind.

Foto: Mikayla Mallek / Unsplash

Studenten geben für Miete und Nebenkosten zwischen rund 300 - 600 Euro aus (je nach Stadt). Auch mit BAFÖG werden diese Kosten meist nicht abgedeckt. Die staatliche Förderung enthält einen pauschalen Anteil für die Wohnkosten von 250 Euro. Zum Wintersemester 2019/2020 wird dieser Anteil auf 325 Euro steigen. Hier bleibt also nur, in allen anderen Bereichen möglichst sparsam zu leben, um über die Runden zu kommen.

Die Krankenkasse

Für viele Selbstständige war sie bis zur Senkung der Mindestgebühr ein Schreckgespenst, und auch manche Studierende müssen sich mit der Zahlung der Gebühren herumschlagen. Wer unter 25 ist, hat diese Probleme in der Regel nicht, denn er bleibt in der Familienversicherung seiner Eltern. Bis 30 Jahre und dem 14. Fachsemester fällt nur ein Grundbetrag von 80 Euro an, wobei je nach Kasse noch ein individueller Zuschlag gezahlt werden muss. Ist ein Student älter als 30 oder länger als 7 Jahre an der Uni, dann muss er den Mindestbeitrag von 190 Euro bezahlen. Hinzu kommen in jedem Fall Kosten für Medikamente, die nur bei chronisch Kranken erlassen werden.

Die Kosten des täglichen Lebens

In vielen Bereichen kann man als Student sparen, sodass für das tägliche Leben durchschnittlich weniger Kosten anfallen als im Rest der Bevölkerung. Hierzu gehört etwa das Essen in der Mensa, wo es täglich verschiedene Gerichte zu sehr günstigen Preisen gibt. Neben dem finanziellen Vorteil ist das auch zeitlich günstig, denn es entfallen Einkauf, Kochen und Abwasch. Mit dem halbjährlichen Semesterbeitrag leistet jeder Studierende einen Beitrag zur Mensaspeisung und sollte die Vorteile auch unbedingt nutzen.

Auch die Mobilität ist für Studenten günstiger. Durch das Semesterticket, das es in jeder Unistadt gibt, können Studierende die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos benutzen. Auch der Eintritt in Museen und andere öffentliche Einrichtungen ist für Studierende vergünstigt. Die Unibibliothek ist in der Regel eine der größten Bibliotheken der Stadt und bietet ausreichend Lektüre. Es ist also nicht unbedingt notwendig, Bücher zu kaufen.

(vo)
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