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Berlin: Bewerber haben keinen Anspruch auf Auskunft über Gründe für Ablehnung

Berlin : Bewerber haben keinen Anspruch auf Auskunft über Gründe für Ablehnung

Erhalten Jobsuchende eine Absage, haben sie keinen Anspruch darauf, zu erfahren, warum es am Ende nicht geklappt hat.

Die Personaler der meisten Firmen geben sich zugeknöpft und erzählen fast nichts. „Der Grund ist, dass viele befürchten, dass sie bei einer Erklärung wegen vermeintlicher Diskriminierung auf Schadenersatz verklagt werden”, erklärt Hans-Georg Meier.

Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Würde der Personaler jemandem zum Beispiel erläutern, dass es dem Jobsuchenden an Berufserfahrung mangelt, könnte das ein Hinweis auf Altersdiskriminierung sein, da Berufseinsteiger benachteiligt sind.

Hinzu kommt ein praktisches Argument: Mancher befürchtet, dass bei Nennung einer Begründung der Suchende eine längere Diskussion führen will. Darauf hätten viele keine Lust, sagt Meier. Trotzdem rät er, es ruhig zu probieren, nach einer Absage nachzuhaken, woran es lag.

Bekommt man wider Erwarten doch einen Hinweis, kann man sich bei der nächsten Bewerbung anders verhalten. Vielversprechend ist es, zu betonen, dass es nicht darum geht, Ärger anzuzetteln, sondern man einfach nur Hilfe braucht, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

(dpa)