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Hamburg: Ausbildungswahl nicht schlechtreden lassen

Hamburg : Ausbildungswahl nicht schlechtreden lassen

Eine Banklehre - das klingt solide, aber nicht gerade hip. Schließlich hat das Ansehen von Bankern in der Eurokrise deutlich gelitten. Und andere Ausbildungsberufe etwa in den Medien oder der Werbung genießen ohnehin mehr Ansehen unter Jugendlichen. Wenn Schulabgänger sich daher für weniger populäre Berufe entscheiden, kann es schnell dumme Sprüche von Freunden geben.

Jugendliche sollten sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen lassen: „Es bringt nichts, sich zu rechtfertigen”, sagte Karriereberaterin Svenja Hofert dem dpa-Themendienst. Nach außen hin sollten Jugendliche ihre Berufswahl selbstbewusst vertreten und sagen: „Das ist meine Chance, und ich mache da etwas draus!”

Schwieriger wird es, wenn Jugendliche nach einer Weile selbst zu zweifeln beginnen, ob sie die richtige Ausbildungswahl getroffen haben. Aber auch dann müssen sie den Kopf nicht in den Sand stecken: „Die Ausbildung ist letztlich nur ein kleiner Baustein in einem ganzen Berufsleben”, erklärte Hofert. Die Ausbildung ist keine Einbahnstraße, sondern lasse sich in verschiedene Richtungen ausbauen.

Jugendliche können ihre Zweifel nutzen, um weiterzuplanen und zu überlegen: Wie kann ich meine jetzige Tätigkeit ausbauen? Welche Perspektiven gibt es? Eine gelernte Krankenschwester könne sich beispielsweise zur Study Nurse weiterbilden, die klinische Studien in Krankenhäusern oder in der Pharmaindustrie betreut. Und wer nach dem Abitur eine Banklehre absolviert hat, kann danach immer noch ein BWL-Studium beginnen - und damit später auch in anderen Branchen wie der Werbung arbeiten.

Um eine Idee zu bekommen, welche Perspektiven sich ihnen bieten, sollten Jugendliche mit Berufstätigen in ihrem Umfeld sprechen. Dabei orientieren sie sich aber besser nicht an Personen, die schon 30 Jahre älter sind: „Die haben ganz andere Erfahrungen und oft eine negative Sichtweise darauf, wenn man sagt: „Ich will noch mal was Neues machen””, erklärte Hofer. Besser sei, sich mit Leuten auszutauschen, zu denen der Altersabstand sechs oder sieben Jahre beträgt.

Am motivierendsten seien Leute, die schon verschiedene Dinge in ihrer Laufbahn gemacht haben, beispielsweise ein Aufbaustudium oder noch mal einen ganz anderen Beruf. An ihnen könnten Jugendliche sehen, dass ein Umsteuern funktionieren kann. Bis es soweit ist, sollten sie sich darauf konzentrieren, ihre jetzige Ausbildung so gut wie möglich abzuschließen. Das gebe ein gutes Gefühl, um ein neues Ziel auf dem Karriereweg anzugehen.

(dpa)