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Auf den Spuren von Sherlock Holmes

Detektive : Auf den Spuren von Sherlock Holmes

Sie sind allseits bekannt, der berühmte Londoner Detektiv mit seinem Assistenten Dr. Watson und die zahlreichen weiteren Detektive, die es dank kreativer Schriftsteller und Filmregisseure zu Weltruhm gebracht haben. Der Alltag eines gewöhnlichen Detektives ist natürlich im Allgemeinen weit weniger spektakulär und meist auf die Ermittlung im privaten und beruflichen Umfeld begrenzt.

In ganz Deutschland sind tagtäglich Detektive unterwegs, die im Auftrag von Privatpersonen oder Firmen Informationen über Personen ermitteln.

Bundesweit sind professionelle Detekteien am Start, die sich immer öfter um das Thema Wirtschaftskriminalität kümmern. In Zeiten von wachsenden Betrugsraten im Onlinebereich, aber auch traditionellem Wirtschaftsbetrug in Firmen, observieren diese Detekteien akribisch für ihre Klienten und machen dabei auch vor den Grenzen nicht halt.

Führende Detekteien operieren heutzutage in den Zeiten der Globalisierung weltweit, denn Wirtschaftskriminelle bewegen sich längst im internationalen Raum und führen ihre illegalen Aktivitäten gerne aus dem Ausland aus.

Anders sieht es selbstverständlich bei den klassischen Ermittlungsfällen im privaten Bereich aus. Der Ehemann, von seiner Frau der ehelichen Untreue verdächtigt, wird vermutlich nur in einem sehr begrenzten, lokalen Umfeld observiert werden. Auch dies gehört zu den traditionellen Aufgaben einer Detektivagentur, neben Fällen zum Erbrecht, Familienstreitigkeiten oder Nachbarschaftsquerelen.

Meistens handelt es sich für die Detekteien also um recht langweilige, oft auch sehr langwierige Ermittlungsarbeit, aber gelegentlich geht es auch Mal spannend und abenteuerlich zu, wenn es etwa um die Verfolgung einer verdächtigen Person quer durch alle Kontinente geht.

Dennoch ist dies eher die Ausnahme und kommt meist nur in den anfangs genannten Detektiv-Büchern und -Filmen vor. Auch mit deutschen Krimiserien hat der Detektivalltag normalerweise wenig zu tun.

Die Geschichte der Detekteien

Der Beruf des Detektivs hat bereits eine recht lange Geschichte. Es gilt als sicher, dass bereits ägyptische Pharaone oder römische Kaiser vertraute Ermittler zur Verfügung hatten, welche Intrigen gegen ihre Herrschaft aufspüren sollten. Allerdings wurden diese Verbündeten oder Vertrauten damals noch nicht als Detektive bezeichnet, auch wenn ihr Tätigkeitsfeld ähnlich gewesen sein mag: Das Aufspüren von kriminellen oder betrügerischen Machenschaften gegen den Herrscher.

Die Ursprünge der heutigen Berufsbezeichnung „Detektiv“ lassen sich auf das London des 18. Jahrhunderts zurückführen. Daher ist es kein Zufall, dass die berühmteste Romanfigur der Detektivgeschichte, Sherlock Holmes, genau dort seinen Sitz hat. Zur Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Straßen Londons im Zeitalter der aufkommenden Industrialisierung ein gefährlicher Ort der Verbrechen und Gewalttätigkeiten geworden. Raube und Morde waren an der Tagesordnung.

Es war kurioserweise ein Schriftsteller namens Sir Henry Fielding, der im Jahre 1750 einige unerschrockene, bewaffnete Männer um sich sammelte, um eine „Bow Street Runners“ genannte Patrouille zur Überwachung der Straßen zu gründen.

Schnell wuchs die Gruppe des späteren Anwalts und Richters auf eine stattliche Größe an und sorgte dafür, dass die Missstände sich in London allmählich besserten. Dennoch sollte es noch fast ein weiteres Jahrhundert dauern, bevor sich Mitte des 19. Jahrhunderts in England, Frankreich und Deutschland die ersten offiziellen Detektivbüros durchsetzten.

In dieser Zeit hatte auch die heutzutage weltberühmte Detektiv-Kanzlei „Pinkerton's“ in den USA ihren Ursprung, die vom aus Glasgow stammenden Auswanderer Allen Pinkerton gegründet wurde. 

In Deutschland wurde schließlich im Jahre 1896 der Reichsverband Deutscher Detektiv-Institute e.V. gegründet, der die wachsende Zahl von Detektivbüros und freien Detektiven erstmals zentral organisierte und die Kooperation mit den Institutionen der Legislative und Exekutive erleichterte.

Heutzutage sind nach Schätzungen des BID (Bund Internationaler Detektive) rund 4000 bis 5000 Detektive in Deutschland tätig, exklusive der unzähligen, fest angestellten Kaufhaus- und Ladendetektive.

(vo)