Angleichung von Ost und West: Höherer Mindestlohn in der Gebäudereinigung

Angleichung von Ost und West : Höherer Mindestlohn in der Gebäudereinigung

Der tarifliche Mindestlohn für Gebäudereiniger ist weiter angestiegen. Nach einer weiteren geplanten Erhöhung verdienen Reinigungskräfte im Osten sogar genauso viel wie im Westen.

Branchen-Mindestlöhne über dem gesetzlichen Mindestlohn

Saubere Sache für die Beschäftigten des Gebäudereiniger-Handwerks: Am 1. Januar ist für sie eine weitere Lohnerhöhung in Kraft getreten. Der tarifliche Mindestlohn beträgt jetzt 10,56 Euro in den westlichen und 10,05 Euro in den östlichen Bundesländern. Ein Plus von 26 beziehungsweise 10 Cent. Damit liegen die Gebäudereiniger-Löhne in allen Bundesländern deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn von zurzeit 9,19 Euro.

Lohnerhöhung für Gebäudereinigungs-Branche in drei Stufen

Die aktuelle Lohnerhöhung für Mitarbeiter in der Gebäudereinigung ist die zweite von drei Stufen. Bereits seit 1. Januar 2018 freuen sich Fachkräfte von Unternehmen über mehr Geld auf dem Konto - damals wurden die Löhne der Lohngruppe 1 (Innenreinigung) angehoben, in der rund 75 Prozent der Beschäftigten tätig sind. Mit der dritten Anhebung Ende 2020 werden alle Lohngruppen gleich viel verdienen - in West wie in Ost. Für die Lohngruppe 1 sind es dann 10,80 Euro in der Stunde. Bundesweit sind etwa 600.000 Menschen als Gebäudereiniger tätig.

Eine positive Nachricht gibt es auch für die Azubis der Branche: Ihr Lohn steigt im dritten Lehrjahr im Westen über 1.000 Euro, im Osten wird dieser Wert im Jahr 2020 erreicht. Neben den guten Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Branche ein weiteres Argument, um für den begehrten Nachwuchs zu werben.

Lohnerhöhungen auch in anderen Branchen

Auch in anderen Branchen steigen in diesem Jahr die Mindestlöhne. Werker im Bauhauptgewerbe erhalten bundesweit ab März 12,20 Euro statt bisher 11,75. Der Mindestlohn für Leih- und Zeitarbeiter steigt im Westen ab April von 9,49 auf 9,79 Euro. Gesellen im Maler- und Lackiererhandwerk können sich im Osten ab Mai auf 12,95 statt bisher 12,40 Euro freuen.

Auch im Dachdeckerhandwerk erhöht sich der Mindestlohn: Seit Anfang des Jahres erhalten Dachdecker 13,20 statt bisher 12,90 Euro. Noch besser schneiden pädagogische Mitarbeiter in der beruflichen Aus- und Weiterbildung ab: Statt bisher 15,26 Euro erhalten sie seit 1. Januar 15,72 Euro. Haben die Mitarbeiter einen Bachelor-Abschluss, sind es sogar 15,79 Euro.

(vo)
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