Änderungen beim Verpflegungsmehraufwand: Ab 2020 gibt es mehr

Verpflegungsmehraufwand : Ab 2020 erhalten Arbeitnehmer mehr

Gerade rund um den Verpflegungsmehraufwand kann der Jahreswechsel nicht schnell genug kommen. Denn dieser erhöht sich, was sich bei Arbeitnehmern in der Lohntüte durchaus bemerkbar macht. Zum einen wirkt sich Änderung der Pauschale sich aus und zum anderen können Arbeitnehmer zudem auch noch weitere Vorteile für sich verbuchen.

Was diese Änderungen allgemein mit sich bringen und bedeuten, zeigt dieser Artikel.

Die Pauschalen werden erhöht

Grundsätzlich empfehlen Experten auch weiterhin, eine Reisekostenabrechnung anzufertigen, wenn Mitarbeiter sich auf einer Geschäftsreise befinden. Sie bietet die unkomplizierte Möglichkeit, wahlweise vom Arbeitgeber oder über das Finanzamt Mehrausgaben zurückzuerhalten. Geschäftsreisen werden vom Gesetzgeber mit Mehrausgaben gleichgesetzt, da in der Regel zusätzliche Verpflegungsausgaben anfallen. Die Reisekostenabrechnung erlaubt es, die Mehrkosten über die einzelnen Pauschalen abzurechnen. Ab dem 01. Januar gelten in Deutschland höhere Pauschalen, wobei weiterhin die „kleine“ und die „große“ Pauschale gilt:

  • Abwesenheit zwischen 8 und 24 Stunden - die Pauschale steigt um zwei Euro auf nun 14,00 Euro.
  • An- und Abreise - auch hier steigt die Pauschale auf 14,00 Euro.
  • Ganztägige Abwesenheit - die Pauschale wird um vier Euro auf 28,00 Euro erhöht.
Geschäftsreisen sind für Beschäftigte mitunter anstrengend und aufreibend - ab nächstem Jahr könnte sich das Ganze zumindest von der finanziellen Seite aus etwas mehr lohnen. Foto: Unsplash.com/Brandless

Die kleine Pauschale gilt weiterhin auf Geschäftsreisen, deren Dauer acht Stunden übersteigen, wobei auch der jeweilige An- und Abreisetag mit dieser Pauschale versehen wird. Wer sich mehrtägig auf einer Geschäftsreise befindet, also ganztägig entfernt ist, erhält die große Pauschale mit 28,00 Euro.

Diese Pauschale wird natürlich mit den abweichenden Pauschalen für bestimmte Länder oder Regionen kombiniert. Wer in die Regionen dieser Liste fährt, der kann mitunter wesentlich höhere Beträge abrechnen. Die bloße Mehraufwandspauschale sollte also niemals als einziges Mittel der Wahl angesehen werden, denn gerade bei Auslandsaufenthalten gilt: Immer genau hinschauen, denn die Tagessätze können massiv nach oben abweichen.

Was ändert sich noch?

Abseits der üblichen Verpflegungspauschale bietet das Gesetz noch weitere Änderungen:

  • Berufskraftfahrer - je Kalendertag erhalten sie einen neu erschaffenen Pauschalbetrag von 8,00 Euro. Dieser soll dafür genutzt werden, die Mehrkosten, die Kraftfahrern bei Übernachtungen im Fahrzeug entstehen, abzudecken. Die Gebühr gilt allerdings nur, wenn der Kraftfahrer das Fahrzeug seines Arbeitgebers nutzt. Hat er höhere Kosten, so darf er diese natürlich weiterhin gesondert abrechnen, die Pauschale wird dann davon abgezogen. Die Pauschale soll dazu dienen, die Nutzung öffentlicher WC, Duschmöglichkeiten und anderen Institutionen finanziell zu erleichtern.
  • Jobtickets - hier gibt es eine neue Pauschalbesteuerung, die keine Anrechnung auf die Entfernungspauschale vorsieht. Die neue Besteuerung liegt bei 25 Prozent und gilt auch, wenn die Bezüge durch Gehaltsumwandlung erbracht werden. Die Änderung wird rückwirkend für 2019 gelten.

Hinzu kommen noch Änderungen bei Dienstwohnungen und die Maßgabe, dass eine Weiterbildung nicht mit einem zusätzlichen Lohn gleichzusetzen ist, selbst dann, wenn die Maßnahme die individuelle Beschäftigungsfähigkeit des Mitarbeiters sicherstellt. Vom Arbeitgeber gestellte Mitarbeiterwohnungen stellen fortan einen unentgeltlichen Sachbezug dar. Die Bewertung unterbleibt, wenn der Mitarbeiter für die Wohnung mindestens zwei Drittel der ortsüblichen Miete zahlt.

Was bedeutet das insgesamt für Arbeitnehmer?

Die meisten Änderungen, die im »Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften« behandelt werden, betreffen natürlich Mitarbeiter, die sich häufiger auf Geschäftsreisen oder auch Außenterminen aufhalten. Sehr positiv dürfte sich das Gesetz für die Berufskraftfahrer auswirken, deren Arbeitssituationen vermehrt in die Medien gerieten, denn die zusätzliche Pauschale von 8,00 Euro täglich mag nicht nach viel Geld klingen, doch muss dieser Betrag nicht mehr vom bisherigen Lohn und etwaigem Mehraufwand subtrahiert werden, ist der Unterschied gewaltig.

Auf der anderen Seite sollten Arbeitnehmer auch künftig Reisekostenabrechnungen erstellen, denn sie stellen weiterhin die einfachste Variante dar, die Mehrkosten letztendlich abzurechnen. Grundsätzlich muss der Arbeitnehmer überlegen, wie er die Kosten abrechnet:

  • Über die Werbungskosten - die Mehrkosten können mitsamt Fahrt- und Übernachtungskosten über die Werbungskosten der Anlage N in der nächsten Steuererklärung geltend gemacht werden. Auch hierfür sind das Fahrtenbuch und die Reisekostenabrechnung wichtig.
  • Arbeitgeber - die Mehrkosten einer Dienstreise können euch direkt beim Arbeitgeber eingefordert werden. Die Begleichung der Rechnung ist nun steuerfrei.

Bei beiden Varianten gelten die festen Pauschalen und die Regelungen für die Fahrtkosten. Über die Steuererklärung können Mitarbeiter einmal jährlich die Ausgaben einfordern, beim Arbeitgeber direkt kann natürlich jede Dienstreise einzeln abgerechnet werden. Der Arbeitnehmer muss entscheiden, für welchen Weg er sich entscheidet. Einfacher ist sicherlich die Abrechnung über die Steuererklärung, doch entsteht hier eine Wartezeit bis zur jeweiligen Erklärung. Zeitnaher ist die Version über den Arbeitgeber. Hier dürfte es auf den Einzelfall ankommen, um die Entscheidung treffen zu können.

Fazit - bei längerer Abwesenheit ein spürbarer Anstieg

Grundsätzlich zeigt sich die Erhöhung der Pauschale für den Verpflegungsmehraufwand bei Angestellten, die regelmäßig und häufiger über einen längeren Zeitraum auf Dienstreise oder Außentermine gehen. Bei zwischenzeitlichen Tagesabwesenheiten werden die zwei Euro mehr im Geldbeutel kaum spürbar sein, bei häufigen Abwesenheiten jedoch schon. Das werden gerade Angestellte feststellen, deren Berufsleben sich unterwegs abspielt: Berufskraftfahrer. Die zusätzliche, neben den bisherigen Geldern, berechnete Pauschale von acht Euro dürfte wenigstens die Nutzung der sanitären Anlagen bei Langfahrten erleichtern, da die Nutzungsgebühr nicht mehr aus eigener Tasche aufgebracht werden muss. Mehrkosten dürfen, wie bei Dienstreisenden, weiterhin zusätzlich geltend gemacht werden.

Dennoch sollten Angestellte weiterhin nicht auf Reisekostenabrechnungen verzichten, denn nicht nur zeigen sie, ob es Mehrkosten gab, die über die Pauschale hinausgehen, sie bieten auch den einfachsten Nachweis über die entstandenen Kosten. Ob Mitarbeiter den Verpflegungsmehraufwand samt Fahrt- und Übernachtungskosten nun über die Werbungskosten in der Steuererklärung oder doch direkt beim Vorgesetzten geltend machen, ist ihnen überlassen.

(vo)