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Karrierechancen : Drei Weiterbildungen für Kaufleute

Die kaufmännische Ausbildung stellt eine solide Grundlage für den beruflichen Erfolg dar. Wer auf der Karriereleiter nach oben steigen möchte, erhält in diesem Berufsfeld zahlreiche Möglichkeiten, verantwortungsvollere, höher bezahlte Positionen zu bekleiden. Um das dabei erforderliche betriebswirtschaftliche Know-how mitbringen zu können, ist eine Weiterbildung im kaufmännischen Bereich die richtige Entscheidung.

Wir stellen die drei bekanntesten kaufmännischen Weiterbildungen vor und geben wertvolle Tipps zur finanziellen Förderung.

Anpassungsweiterbildung oder Aufstiegsweiterbildung?

Wenn von Weiterbildung die Rede ist, muss zunächst in Anpassungsfortbildung und Aufstiegsfortbildung unterschieden werden. Beide Weiterbildungen sind grundlegend verschieden und zeichnen sich durch ganz spezielle Charakteristika aus. Wir stellen diese beiden Weiterbildungsformen gegenüber und machen die Unterschiede deutlich.

Anpassungsfortbildung/Anpassungsweiterbildung:

Bei der Anpassungsfortbildung handelt es sich um eine spezielle Form der beruflichen Weiterbildung. Sofern sich am Arbeitsplatz neue Aufgaben ergeben oder sich bestimmte Anforderungen ändern, kann sie dabei helfen, bestehende Qualifikationen zu erweitern oder aufzufrischen. Typisch für die Anpassungsfortbildung ist, dass sie in Form eines Seminars mit einem bestimmten Thema abgehalten wird. Es geht also darum, sich in einem speziellen Bereich weiterzubilden, so dass man seinen Betrieb mit dem neuesten Wissens- und Kenntnisstand unterstützen kann.

Weil es sich um eine arbeitsplatzbezogene Weiterbildung handelt, findet die Anpassungsfortbildung häufig während der Arbeitszeit statt. Dabei kommen interne Weiterbildungen im Unternehmen ebenso infrage wie Weiterbildungen bei externen Bildungsanbietern. Da sie staatlich nicht geregelt sind und keine Prüfung abgelegt werden muss, geht mit der Anpassungsfortbildung auch keine tarifwirksame Höherqualifizierung einher.

Übrigens können Anpassungsfortbildungen staatlich gefördert werden. Über das Qualifizierungschancengesetz können Arbeitnehmer und Arbeitgeber so dem Strukturwandel begegnen und sich auf eine digitalisierte Arbeitswelt vorbereiten.

Aufstiegsfortbildung/Aufstiegsweiterbildung:

Eine Aufstiegsfortbildung ermöglicht den Teilnehmern einen beruflichen Aufstieg. Voraussetzung hierfür ist eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung. Außerdem müssen die Teilnehmer mehrere Jahre Berufserfahrung nachweisen können. Ziel dieser Weiterbildungsform? Die Teilnehmer auf größere Aufgabenbereiche und mehr berufliche Verantwortung vorzubereiten. In der Regel geht eine solche Fortbildung mit einem höheren Gehalt einher.

Typische Beispiele für eine kaufmännische Weiterbildung sind Abschlüsse als Meister/-in, Fachwirt/-in, Betriebswirt/-in und Fachkaufmann bzw. Fachkauffrau. Innerhalb der jeweiligen Branche gibt es eigene Fachbereiche wie Bankfachwirt im Finanzbereich oder Medienfachwirtin in der Medienbranche.

Angeboten werden sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitfortbildungen. Beide enden nach mehreren Monaten bis hin zu drei Jahren mit der verpflichtenden Teilnahme an einer Abschlussprüfung.

Welche Vorteile bringt eine kaufmännische Weiterbildung?

Im Winter 2019 hat die Bundesregierung beschlossen, höher qualifizierende Berufsausbildungen deutschlandweit stärken zu wollen. Vor allem finanzielle Hemmnisse sollen abgeschafft werden. Das lässt die ohnehin schon vielen Vorteile einer kaufmännischen Weiterbildung weiter anwachsen. Aber worin liegen eigentlich die Vorteile einer Weiterbildung?

Einkommenssteigerung: Sowohl Anpassungsweiterbildung als auch Aufstiegsweiterbildung können sich für die Teilnehmer in finanzieller Hinsicht deutlich lohnen. In beiden Fällen wird eine Weiter- bzw. Höherqualifizierung erworben, wobei Aufstiegsfortbildungen eine deutlich höhere Einkommenssteigerung versprechen. Wie weit das Gehalt steigt, hängt von den Aufgabenbereichen ab, welche übernommen werden.

Routinierter Arbeitsalltag: Doch es sind nicht allein die finanziellen Vorteile, die für eine kaufmännische Weiterbildung sprechen. Dank des Erwerbs neuer Kenntnisse bzw. deren Auffrischung geling es, den Arbeitsalltag routiniert zu meistern. Vor allem im Hinblick auf Digitalisierung und Strukturwandel sorgt dies für ein entspannteres, stressärmeres Arbeitsklima.

Verbesserte Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Beliebte Ausbildungsberufe gibt es viele – doch in einigen Bereichen besteht ein höherer Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften als in anderen. Vor allem das Erlernen neuer Fähigkeiten und Kompetenzen kann dabei helfen, die Chancen auf einen festen Arbeitsplatz sowie einen beruflichen Aufstieg zu erhöhen.

Höhere Flexibilität: Mit zusätzlichen beruflichen Fähigkeiten kann man seine Karriere gezielt steuern. Besser qualifizierte Arbeitnehmer sind in der Regel stärker nachgefragt und haben eine größere Auswahl bei der Stellensuche. Dieser Komfort ermöglicht höhere Flexibilität, etwa bei der Wahl des Wohnorts.

Die Weiterbildung zum Fachwirt/-in

Ist die Entscheidung für eine Aufstiegsfortbildung gefallen, stellt die Weiterbildung zum Fachwirt einen beliebten Berufsabschluss dar. Rechtlich gesehen gleicht die kaufmännische Fortbildung zum Fachwirt der von Handwerkern oft gewählten Fortbildung zum Meister.

Absolviert werden kann die Weiterbildung zum Fachwirt sowohl neben dem Beruf im Fern- oder Abendstudium als auch als Vollzeitstudium. Dadurch ergibt sich ein Weiterbildungszeitraum von 6 bis 24 Monaten. Passende Ansprechpartner sind die zuständige IHK sowie private Bildungsinstitute. Dort kann zwischen mehr als 30 unterschiedlichen Wirtschaftszweigen gewählt werden. Möchte man zum Allrounder unter den Fachwirten werden, empfiehlt sich die Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt.

Weiterbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt/-in

Wer beruflich richtig hoch hinaus möchte, liegt mit der Weiterbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt goldrichtig. Als höchste nicht-akademische Weiterbildung für Kaufleute muss man für diese Weiterbildung einiges an Zeit investieren. Wird die Fortbildung in Vollzeit absolviert, dauert sie etwa 2 Jahre, im Fernstudium sind es schon 3 Jahre. Voraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene kaufmännische Ausbildung sowie mindestens ein Jahr Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich.

Während der Weiterbildung findet keine branchen- oder funktionsbezogenen Qualifizierung statt. Vielmehr splittet sich die Weiterbildung in zwei Hälften. Während der ersten Hälfte werden allgemeine betriebswirtschaftliche Kenntnisse vermittelt, in der zweiten Hälfte spezialisiert man sich auf einen bestimmten Bereich. Im Gegensatz zum Fachwirt oder Fachkaufmann erfolgt keine Spezialisierung auf einen Funktionsbereich sondern auf eine betriebswirtschaftliche Disziplin wie zum Beispiel das Marketing oder die Absatzwirtschaft.

Weiterbildung zum Fachkaufmann/Fachkauffrau

Ebenso beliebt: die Weiterbildung zum Fachkaufmann bzw. zur Fachkauffrau. Diese ähnelt in einigen Punkten der zum Fachwirt. So werden zum Beispiel ebenfalls eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und erste Berufserfahrungen verlangt. Absolviert werden kann die Weiterbildung in Vollzeit oder neben dem Beruf. Am Ende der Fortbildung wird eine Prüfung vor der IHK abgelegt.

Die Weiterbildung zum Fachkaufmann qualifiziert die Teilnehmer für einen bestimmten Funktionsbereich wie beispielsweise Personalwesen, Verwaltung oder Organisation. Das führt zum Titel Geprüfter Personalfachkaufmann oder Fachkauffrau für Vertrieb. Außerdem können ausgebildete Fachkaufleute Fach- und Führungsaufgaben übernehmen.

Alternative: Betriebswirtschaftliches Studium

Kaufleute können sich nicht nur mit Weiterbildungen weiterentwickeln. Eine gute Alternative zur klassischen Weiterbildung bietet ein berufsbegleitendes Studium. Ausgebildete Kaufleute profitieren vor allem von Studiengängen in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Management, Wirtschaftswissenschaft und Business Administration, bauen diese doch auf dem fachlichen Wissen ausgebildeter Kaufleute auf.

Welche finanzielle Unterstützung gibt es bei Weiterbildungen?

Wer die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt, hat die Möglichkeit, seine Weiterbildung finanziell fördern zu lassen. Bildungsgutschein, Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS), WeGebAU (Weiterbildung geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer/-innen in Unternehmen) und Aufstiegs-BAföG sind einige von vielen Optionen. Außerdem gibt es viele regionale Förderprogramme. Ansprechpartner ist die Agentur für Arbeit.