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Düsseldorf: Wohnungseinbrüche: Was man wissen sollte

Düsseldorf : Wohnungseinbrüche: Was man wissen sollte

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland steigt und steigt. Die Bilanz ist erschreckend: Allein in den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Einbrüche in der Bundesrepublik um mehr als ein Drittel angestiegen. Woran das liegt und wie man sich dagegen schützen kann? Fragen und Antworten zu einem wachsenden Problem:

Wie viele Einbrüche gab es im vergangenen Jahr?

Im Jahr 2015 wurden insgesamt mehr als 167000 Einbrüche und Einbruchsversuche polizeilich registriert. Das ist ein Anstieg um insgesamt rund 10 Prozent.

Wann, wie und wo finden Einbrüche statt?

Nicht in der Nacht, sondern am hellen Tag passieren die meisten Einbrüche. Das ist vielen jedoch nicht klar. Die Täter suchen sich dann leicht zu erreichende Fenster und Fenstertüren und brechen mehrheitlich zwischen 10 und 18 Uhr ein. In NRW war der Anstieg mit 18,1 Prozent überdurchschnittlich hoch. Im Jahr 2015 wurden hier 62 362 Einbrüche gemeldet, 9568 mehr als 2014. Besonders stark stieg die Zahl der Einbrüche in Hamburg an: 2015 wurden in der Hansestadt 20 Prozent mehr Einbrüche gemeldet.

Was hindert Einbrecher daran, in die Wohnung zu gelangen?

Bei insgesamt 42,7 Prozent der versuchten Einbrüche gaben die Diebe erfolglos auf. Meist versuchen sie höchstens fünf Minuten lang, eine Wohnung zu knacken. Einbruchhemmende, abschließbare Türen und Fenster sowie solide Beschläge und Schließzylinder tragen nicht nur dazu bei, die Wohnung sicherer zu machen, sondern verschrecken auch Einbrecher. Die Sicherheitsbranche verzeichnete aus diesem Grund im Jahr 2015 Zuwächse in allen Bereichen, mit insgesamt 7,4 Prozent mehr Umsatz bei Alarmanlagen und 5,1 Prozent mehr Umsatz bei Videoüberwachung als im Vorjahr.

Wie viel wird gestohlen?

Die Versicherungen ersetzten 2015 nach eigenen Angaben Schäden in einer durchschnittlichen Höhe von etwa 3300 Euro.

Wer sind die Einbrecher?

Fast jeder zweite Tatverdächtige kommt aus derselben Gemeinde. 85 Prozent davon sind Männer. Etwa 40 Prozent der Einbrecher sind Ausländer, am häufigsten Serben und Rumänen. Oft handelt es sich um Mitglieder organisierter Banden. Die Aufklärungsquote ist im Verhältnis zu anderen Verbrechen sehr gering. Nur in 15 Prozent der Fälle kann die Polizei auch wirklich einen Täter ermitteln, in NRW sogar nur in weniger als 14 Prozent der Fälle.

Was sind die Konsequenzen eines Einbruchs?

Eine der gravierendsten Folgen ist die gefühlte Unsicherheit und Hilflosigkeit in den eigenen vier Wänden, die bei den Opfern oft der Fall ist. Fast jeder zweite Betroffene berichtet davon. Das Bedürfnis der Opfer nach Gerechtigkeit kann die Justiz allerdings nur in selten Fällen stillen. Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen wird nämlich nur in 2,6 Prozent (NRW: 1,76 Prozent) der Fälle der Täter auch verurteilt.

Wie reagiert die Politik?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) schlug im Juni diese Jahres vor, in besonders gefährdeten Vierteln mehr Wachpolizisten einzusetzen. Sie tragen Uniform, Handschellen und Pistole, haben jedoch nur eine Kurzausbildung erhalten. Sein Vorschlag stieß außerhalb der CDU allerdings auf viel Kritik, nicht zuletzt bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

(dpa, mar)