Versicherungsfall : Was tun bei einem Einbruch

Ein Horrorszenario: Nichtsahnend kommt man nach Hause und stellt fest, dass eingebrochen wurde: Fenster oder Türen sind aufgebrochen, Schubladen wurden durchwühlt, Wertgegenstände und Bargeld sind weg. Zum materiellen Schaden kommt in vielen Fällen der Schock hinzu.

Plötzlich sind die eigenen vier Wände nicht mehr sicher. Wie handelt man korrekt, wenn man einen Einbruch bei sich feststellt? Die eigene Sicherheit steht an erster Stelle.

Wer einen Einbruch bei sich zu Hause feststellt, sollte zunächst an seine eigene Sicherheit denken. Denn falls sich die Einbrecher noch in der Wohnung befinden, könnten diese aggressiv reagieren, wenn sie von den Bewohnern überrascht werden. Mehr als einen vorsichtigen Blick in den Eingangsbereich sollte man nicht werfen.

Stattdessen gilt es, schnellstmöglich die Polizei zu rufen. Im besten Fall können die Beamten die Einbrecher sogar noch am Tatort schnappen, zumindest aber sichern sie die Spuren. Wer in einer Mietwohnung lebt, muss anschließend den Vermieter informieren. Dessen Wohngebäudeversicherung kommt in der Regel für Schäden an der Wohnungstür oder den Fenstern auf, sofern vertraglich nicht etwas anderes vereinbart wurde.

Doch Vorsicht: Sämtliche Gegenstände in der Wohnung fallen nicht in den Aufgabenbereich des Vermieters. Hier haftet der Mieter selbst. Wer seine Wertgegenstände nicht ohne weiteres selbst ersetzen kann, sollte daher eine Hausratversicherung abschließen. Wichtig ist es, sich gut darüber zu informieren, welche Leistungen diese beinhaltet. Denn auch im Falle eines Brandes oder bei schweren Sturmschäden ist der Vermieter nicht haftbar - eine Hausratversicherung für Mietwohnungen kann jedoch helfen.

Ein Tipp: Damit die Hausratversicherung einen Schadenfall schnell begleichen kann, ist es sinnvoll, seine Wertgegenstände aufzulisten und von jedem Objekt Fotos zu machen. Sollte es zu einem Einbruch kommen, lässt sich die von der Versicherung angeforderte Stehlgutliste schneller erstellen und man kann nachweisen, dass man die Wertgegenstände auch vorher besessen hat.

Besondere Vorsicht beim Diebstahl von EC-Karten, Ausweisen und Handys

Wurde der Fernseher oder der Laptop gestohlen, ist das ärgerlich - doch besonders nervenaufreibend wird es, wenn EC- und Kreditkarten, Ausweise, Reisepässe oder Handys gestohlen wurden. Dann gilt es, so schnell wie möglich zu handeln; sämtliche Karten und Personalausweise mit Online-Funktion können über die offizielle Telefonnummer 116 116 gesperrt werden. Auch E-Mail-Konten, auf die die Täter beispielsweise über das gestohlene Smartphone zugreifen könnten, sollten sofort gesperrt werden - mindestens jedoch sollte das Passwort geändert werden. Mit etwas Glück kann die Polizei das Handy auch orten. Hierfür wird jedoch die "IMEI"-Nummer des Gerätes benötigt; diese kann man sich anzeigen lassen, wenn man die Zeichenfolge *#06# auf der Handytastatur eingibt.

Richtig vorbeugen

Wer einmal Opfer eines Einbruchs geworden ist, möchte dieses Gefühl von Hilflosigkeit nicht wieder erleben - Prävention steht daher auf dem Plan. Beim Einbau von neuen Fenstern, Türen und Alarmanlagen gilt es dann, auf einen besonders hohen Einbruchschutz zu setzen und gegebenenfalls auch die Polizei zurate zu ziehen. Natürlich kann ein Einbruch selbst durch die aufwendigsten Sicherheitsmaßnahmen nie vollkommen ausgeschlossen werden - doch das Gefühl, gut gerüstet zu sein, kann einem zumindest dabei helfen, wieder beruhigter zu schlafen.

(vo)