Stromunfälle: Die unterschätzte Gefahr

Sicherheit im Haus : Stromunfälle: Die unterschätzte Gefahr

Strom ist dermaßen alltäglich für uns, dass wir eine gewisse Sorglosigkeit im Umgang damit an den Tag legen. Mit bisweilen tödlichen Folgen: Von den Millionen Menschen, die alljährlich einen Stromschlag erleiden, sterben rund 40 Betroffene, viele andere erleiden schwere Verletzungen.

Defekte Kabel und andere technische Fehler sind hierzulande für etwa 200.000 Wohnungsbrände verantwortlich. Wie Sie Stromunfälle vermeiden - hier!

Kaputte Kabel nicht selbst flicken

Oft sind defekte elektrische Geräte oder Kabel für Stromunfälle und Brände verantwortlich. Gefährlich sind insbesondere Kabel, deren Mäntel einen Bruch aufweisen. Prüfen Sie Ihre Stromkabel regelmäßig und tauschen Sie defekte Exemplare aus. Niemals ein kaputtes Kabel mit Isolierband oder Ähnlichem selbst flicken und dann weiterverwenden!

Eigeninitiative ist per se löblich, aber bei Strom kann zu viel Selbstvertrauen gefährlich werden. Versierte Handwerker werden bei ihren Versuchen, elektrische Geräte oder Lampen zu reparieren, immer zuerst den Strom abschalten. Grundsätzlich gilt: Im Zweifel immer einen Fachmann rufen!

Fehlerstromschutzschalter retten Leben

Gerade kleine Kinder können die Risiken, die Strom mit sich bringt, nicht einschätzen. Treffen Sie daher zumindest im Kinderzimmer die nötigen Sicherheitsmaßnahmen und versehen Sie die Steckdosen mit Kindersicherungen. Alternative: Statten Sie Ihren Haushalt mit Fehlerstromschutzschaltern (auch als FI-Schutzschalter bekannt) aus.

Diese Schutzschalter unterbrechen schon bei geringen Fehlerströmen die Stromzufuhr und verhindern auf diese Weise lebensgefährliche Stromstöße. FI-Schalter reagieren bei Stromstärkendifferenzen von 10 bis 30 Milliampere (mA). Eine gebräuchliche Sicherung dagegen fliegt erst bei hohen Stromstärken von 16 Ampere und mehr heraus. So schützt sie zwar vor Überspannungsschäden und Kabelbränden, einen Stromschlag kann sie aber nicht verhindern.

Stromschlag vermeiden: Auch darauf müssen Sie achten

Mit weiteren Maßnahmen können Sie das Risiko eines Stromschlags zusätzlich minimieren:

·Achten Sie bereits beim Gerätekauf auf Prüfsiegel wie GS (Geprüfte Sicherheit), VdS (Verband der Sachversicherer) oder CE (Communauté Européenne). Diese Zertifizierungen garantieren die Einhaltung gewisser Sicherheitsstandards.

· Geräte mit Wackelkontakt oder mit brüchiger Isolierung sind zu ersetzen.

· Steckdosen nicht überlasten. Besonders gefährlich: das Hintereinanderschalten mehrerer Steckerleisten!

· Lassen Sie gerade in älteren Gebäuden die Leitungen von einem Elektriker oder einer Elektrikerin checken, betagte Elektroinstallationen sind häufig nicht für den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Geräte ausgelegt.

· Lassen Sie defekte Leitungen und Steckdosen nur von einem Fachmann reparieren.

(vo)
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