Sechs Tipps für einen erfolgreichen Dachausbau

Von Planung bis Absetzbarkeit : Sechs Tipps für einen erfolgreichen Dachausbau

Bei der Planung des Dachbodenausbaus gibt es vieles zu beachten. Mit diesen sechs Tipps führen Bauherren ihren Dachausbau richtig durch.

Um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und die eigene Immobilie ästhetisch aufzuwerten, ist ein Dachausbau das richtige Vorhaben. Von der klugen Planung des Ausbaus bis zur steuerlichen Absetzbarkeit der Maßnahme sind private Bauherren oft nicht mit ihren Rechten und Pflichten vertraut. Die folgenden sechs Tipps schaffen einen Überblick. So führen Bauherren ihren Dachausbau richtig durch.

1) Sanierungsbedarf und bauliche Voraussetzungen prüfen

Oft lassen sich Mängel an Bauprojekten vermeiden, indem der Sanierungsbedarf des Objekts im Vorfeld korrekt abgeschätzt wird. Zudem lässt sich nicht jede Bauidee abhängig von Baumaterial, Schnitt oder Zustand der bestehenden Immobilie umsetzen. Zur Planungsphase gehört, den Sanierungsbedarf richtig abzuschätzen und die baulichen Voraussetzungen unabhängig von einem Sachverständigen prüfen zu lassen.

2) Baugenehmigung für den Dachausbau einholen

Vor dem Dachbodenausbau sollten Bauherren prüfen, ob sie von ihrer zuständigen Baubehörde eine Genehmigung einholen müssen. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn sich durch den Dachausbau die äußere Erscheinung des Hauses ändert, weil zum Beispiel Gauben eingebaut werden. Eine Baugenehmigung ist in der Regel ebenso nötig, wenn durch den Ausbau eine neue Wohneinheit entsteht oder das Gebäude denkmalgeschützt ist. Eine optimale und detaillierte Darstellung aller Pläne ist für die Genehmigung unverzichtbar.

3) Richtig dämmen - so hat der Schimmel keine Chance

Viele Bauherren dämmen aus energetischen Gründen. Neben der Anbringung einer isolierenden Schicht für den Wärmeerhalt aufsteigender Heizungswärme ist eine geregelte Klimatisierung und Belüftung des Dachgeschosses wichtig. Hierdurch verhindern Bauherren, dass sich Feuchtigkeit im Dachgeschoss staut und zur Basis für Schimmelbildung wird. Zudem sollten Bauherren darauf achten, dass bei der Dämmung keine Kälte- beziehungsweise Wärmebrücken entstehen. Daher ist gewissenhaftes arbeiten unerlässlich. Wer wenig Erfahrung in Sachen Dachdämmung hat, sollte lieber einen Experten beauftragen.

4) Dampfsperre anbringen

Um Feuchtigkeitsschäden und das Schimmelrisiko zu mindern, ist es empfehlenswert, eine Dampfsperre im Dachgeschoss anzubringen. Dabei handelt es sich um eine diffusionsdichte Folie. Sie verhindert, dass sich die Luftfeuchtigkeit im Raum am Dämmmaterial niederschlägt. Dampfsperrfolien werden Bahn für Bahn verlegt und an den Dachsparren fest getackert. Die einzelnen Bahnen müssen an den Rändern überstehen und gegenseitig überlappen, damit die Dampfsperre auch wirklich dicht ist. Hier erfahren Bauherren, wie man die Dampfsperre richtig anbringt.

5) Gauben schaffen Platz auf dem Dach

Um die klassische Form eines Spitzdaches zu durchbrechen und zusätzlichen Raum zu schaffen, sind Gauben beim Dachausbau sehr beliebt. Sie sorgen für eine geregelte Belüftung und einen stärkeren Lichteinfall. Bauherren sollten sich bereits in der Planungsphase überlegen, wie sie ihr Dachgeschoss in Zukunft nutzen möchten und wo es sich lohnt, zusätzlich geräumige Wohnflächen zu schaffen.

6) Kosten für den Dachausbau von der Steuer absetzen

Ein Dachausbau ist teuer, deshalb sollten Bauherren den Ausbau ihres Dachgeschosses bei der Einkommensteuererklärung absetzen. Seit 2014 sind Handwerkerkosten für die Schaffung neuen Wohnraums in einem bestehenden Gebäude absetzbar. Hierfür müssen Bauherren sämtliche Handwerkerrechnungen der Steuererklärung beifügen. Aus diesen Rechnungen muss klar hervorgehen, wie viel Geld für Material- und wie viel für Arbeitskosten ausgegeben wurde, denn nur 20 Prozent der Arbeitsleistung beziehungsweise maximal 1.200 Euro im Jahr sind laut § 35a EstG absetzbar. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Maßnahmen anderweitig gefördert oder bezuschusst werden.

Den Dachausbau gegen sinnvolle Alternativen abwägen

Wenn zusätzlicher Wohnraum in einer privaten Immobilie geschaffen werden soll, denken die meisten Bauherren zuerst an den Dachausbau. Aber es gibt noch andere Alternativen: Je nach baulichen Gegebenheiten muss das Aufstocken um ein komplettes Stockwerk nicht entscheidend teurer sein. Damit ließe sich deutlich mehr Wohnraum gewinnen. Die Beratung durch einen erfahrenen Architekten lohnt sich, um die richtige Entscheidung zu treffen.

(vo)
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