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Nachhaltigkeit beim Hausbau: Lohnt sich ein umweltfreundliches Eigenheim?

Nachhaltigkeit beim Hausbau : Lohnt sich ein umweltfreundliches Eigenheim?

Energiesparendes und nachhaltiges Bauen ist einer der großen Trends in puncto Eigenheim. Die meisten Bauherren, die sich für dieses Thema interessieren, wünschen sich, nachkommenden Generationen einen bewohnbaren Lebensraum zu hinterlassen.

Doch wie genau lässt sich der Traum vom Eigenheim umweltschonend realisieren? Was muss dabei beachtet werden und welche Möglichkeiten gibt es? Kommen zusätzliche Kosten auf Sie zu – oder kann es sich sogar finanziell lohnen, auf energiesparende Alternativen zu setzen? Im folgenden Artikel sollen diese Fragen beantwortet werden, um Ihnen einen ersten Eindruck auf dem Weg zu selbstbestimmten Entscheidungen zu ermöglichen.

Was genau versteht man unter nachhaltigem Bauen?

Nachhaltiges Bauen bezieht den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes mit ein. Dieser umfasst den Bau, die Materialien, die Nutzung und schließlich den Rückbau der Anlage. Somit ist das Ziel, in allen Lebensphasen des Hauses ökologische Entscheidungen zu treffen. Dies betrifft unter anderem:

  • Materialwahl
  • Energieeffizienz
  • Betriebskosten
  • Art der Energieversorgung
  • Auswirkungen auf die umliegende Landschaft
  • Recycelbarkeit der Materialien
  • Prozesse beim Bauen und Nutzen

Finanzieller Nutzen oder Last?

Viele Bauherren, die mit dem Gedanken spielen, ökologische Bauentscheidungen zu treffen, sind abgeschreckt von potenziellen Investitionskosten. Dafür gibt es jedoch keinen Grund. Tatsächlich kann sich Nachhaltigkeit vor allem langfristig rechnen. Die laufenden Energiekosten sind geringer und noch dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Bauprojekt vom Staat finanziell unterstützen zu lassen.

Des Weiteren sind alternative Möglichkeiten der Energiegewinnung, wie die Nutzung der Sonnenenergie durch Photovoltaikanlagen, vor allem in Bezug auf steigende Strompreise lohnenswert. So machen Sie sich von den Strompreisen zumindest teilweise unabhängig, sodass sich die Anschaffungskosten meist innerhalb einiger Jahre amortisieren.

Heizen ohne Strom und Gas

Ein Großteil des Energieverbrauches in einem Wohnhaus entfällt auf die Heizung. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, um Heizkosten zu sparen. Eine, die natürlich nur Eigenheimbesitzern offensteht, betrifft die Art der Heizung selbst. Besonders fossile Brennstoffe wie Öl und Gas sind schädlich für die Umwelt. Noch dazu handelt es sich um Rohstoffe, die nur begrenzt vorhanden sind. Aus diesem Grund möchte die Bundesregierung künftig Hausbesitzer mit bis zu 40 Prozent fördern, wenn sie von Öl- und Gasheizungen zu klimaneutralen Heizungssystemen wechseln.

Bisher gestaltete sich dieses Unterfangen als eher schwierig, da umweltschonende Heizungssysteme wie Hackschnitzel- oder Erdwärmeheizung teils doppelt so teuer waren. Die einzige Ausnahme sind Solarthermieheizungen. Diese sind kostengünstig und haben gleichzeitig eine gute Ökobilanz. Meist werden Solarthermieheizungen zusätzlich zu einem anderen Heizungssystem verbaut, beispielsweise einer Wärmepumpe. Diese ist zwar nicht ganz günstig, mit staatlicher Förderung jedoch für deutlich mehr Menschen umsetzbar.

Umweltfreundliche Dämmstoffe

Wie viel Energie für die Heizung eines Hauses eingesetzt werden muss, hängt zu einem nicht unerheblichen Teil davon ab, wie gut die Wärmedämmung ist. Auch hierbei gibt es umweltfreundliche und umweltschädliche Dämmstoffe. Synthetische Dämmstoffe wie Styropor beispielsweise sollten vermieden werden, da für dessen Herstellung pro Kilo fünfmal so viel Öl benötigt wird. Grüner hingegen sind nachwachsende Rohstoffe aus der Natur – so auch das Seegras.Seegras ist nicht nur resistent gegenüber Fäulnis, Pilzen und Schädlingen, es reguliert auch sehr gut Feuchtigkeit.

Weitere umweltfreundliche Dämmstoffe sind Jute, Blähton, Zellulose oder Hanffasern. Auch die Fenster sind vom Thema Wärmedämmung betroffen, da durch gut gedämmte Fenster viel Energie gespart werden kann.

Besonders energieeffizient sind Dreifachverglasungen und Wärmeschutzglas. Spezielle selbstreinigende Gläser sind eine gute Möglichkeit, um den Einsatz von Chemikalien beim Putzen zu reduzieren. Achten Sie auch bei der Auswahl der Fensterrahmen auf nachhaltige Lösungen. Besonders empfehlenswert sind beispielsweise Holzrahmen. Holz ist ein schnell nachwachsender Rohstoff mit guten Dämmeigenschaften.

Begrünte Außenflächen

Das Insektensterben ist ein dramatisches Phänomen der letzten Jahre. Vor allem in Großstädten, in denen jeder Zentimeter zugepflastert ist, können Wildbienen, Hummeln und andere nützliche Tiere nur schwer überleben. Dabei gibt es vieles, was jeder tun kann, um die Insekten zu unterstützen. Den größten Spielraum haben Menschen, die einen eigenen Garten besitzen.

Doch auch ohne Garten können Sie Balkone, Fensterbretter und sogar Dächer begrünen. Pflanzen Sie dabei vor allem Blumen an, die den Insekten als Nahrung dienen können. Das sind beispielsweise Verbenen, Glockenblumen, Wandelröschen oder Lavendel. Letzterer verströmt sogar bis in den Herbst hinein seinen intensiven, beruhigenden Duft. Danach lässt er sich ernten und zu Duftsäckchen oder Tee verarbeiten.

Zusätzlich können Sie auf Balkonen auf einem schattigen und windgeschützten Fleck ein spezielles Insektenhotel aufhängen. Dieses bietet einen Unterschlupf für Bienen oder Schlupfwespen und hilft den Tieren dabei, sicher zu überwintern.