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Mietpreisrückgang durch Corona? Mieter zwischen Hoffnung und Unsicherheit

Mieter zwischen Hoffnung und Unsicherheit : Mietpreisrückgang durch Corona?

Für Mieter und Vermieter bundesweit brachten die letzten Monate einige Unsicherheiten mit sich. Reguläre Kündigungen seitens des Vermieters konnten nur in Ausnahmefällen ausgesprochen werden, geplante Umzüge verzögerten sich teilweise erheblich. Zwischen Kurzarbeit und Home-Office bleibt die Wohn- und Arbeitssituation in den kommenden Monaten weiterhin unsicher. Möglicherweise können Mieter sogar von einem Rückgang der Mietpreise profitieren.

Unsichere Entwicklung auf allen Gesellschaftsebenen

Auch wenn die Zahlen an Neuerkrankungen mit dem Covid19-Virus rückläufig sind, hat das Thema Corona unsere gesellschaftlichen Entwicklungen weiter im Griff. Während die Forschung rund um Schutzmasken und das Virus selbst weiterhin und fieberhaft nach einem Impfstoff gesucht wird, bleiben die Entwicklungen auch auf anderen gesellschaftlichen Ebenen spannend.

Dies gilt vor allem für die Wohn- und Arbeitssituation sämtlicher Branchen. Während einzelne Handelsketten bereits die Schließung verschiedener Standorte angekündigt haben, droht auch in anderen Branchen ein starker Umsatzrückgang mit eventuellen Folgen für die Angestellten. Trotz der Zusicherung von Milliarden als Aufbauhilfe der Politik wird sich nicht jeder Arbeitsplatz erhalten lassen. Mit direkten Folgen für die Wohn- und Lebenssituation vieler Bürger in Deutschland.

Schutz vor Kündigung endet in wenigen Tagen

Eine weitere Anpassung: Mit dem 1. Juli endet die Sperrfrist für Vermieter, einen Mieter z. B. aus Eigenbedarf zu kündigen. Da in der schwierigen Situation der letzten Monate die Suche nach einer neuen Wohnung extrem schwierig geworden wäre, ist dieser Mieterschutz bald vorbei.

Dies war bislang kein Freibrief für die Mieter. Tatsächlich galt die Sperrfrist alleine, wenn konkrete Corona-Folgen vorlagen. Ein eventueller Mietrückstand, der durch die Folgen von Corona und Kurzarbeit entstanden, muss der Mieter innerhalb der nächsten zwei Jahre begleichen. Falls ein Mietrückstand eindeutig nicht auf die Corona-Krise zurückzuführen ist, war und ist eine Kündigung trotz Corona möglich.

Auswirkungen auf die Mietpreise noch unsicher

Viele Wirtschaftsexperten rechnen mit einem mehr oder weniger starken Konjunkturrückgang. Ein solcher Abschwung wirkt sich üblicherweise auf alle Lebensbereiche aus, von den Preisen im Supermarkt bis zu den Mieten und Nebenkosten. Was dies für die Energiekosten bedeutet, haben viele Autofahrer in Form von sehr günstigen Mietpreisen im April und Mai 2020 gesehen.

Gerade für aktuell leerstehende Mietobjekte ist eine Vermittlung schwierig. Viele Menschen haben in der momentanen Situation wenig finanzielle Spielräume, um sich einen Umzug zu leisten. Um dennoch einen Anreiz für den Umzug zu schaffen, könnte das Ansetzen eines geringeren Mietpreises als ursprünglich geplant ein Ansatz sein.

Die Entwicklung könnte eine Kettenreaktion auslösen, da jeder hierdurch ausgelöste Umzug erneut für einen leeren Wohnraum sorgt. Beim Blick auf die aktuellen Mietpreise können sich Verbraucher selbst einen Überblick verschaffen, ob sich die Preise in die persönliche erhoffte Richtung entwickeln.

Langfristig keine echte Erleichterung zu erwarten

In der nahen Zukunft könnte sich regional eine Stabilisierung oder ein geringfügiger Rückgang der durchschnittlichen Mietpreise einstellen. Dies sollte jedoch nicht als Sicherheit verstanden werden, dauerhaft preiswert in einem höherwertigen Wohnraum unterzukommen.

Wenn die Krise ausgestanden ist, dürften Vermieter schnell mit der ersten Mietpreiserhöhung die Mindereinnahmen ausgleichen. Hierbei schaffen die Mietpreisbremse und somit auch der Durchschnitt aller Mieten der jeweiligen Region einen begrenzenden Rahmen. Konkrete Entwicklungen dürften sich schon in wenigen Monaten zeigen.

(vo)