Das ist zu beachten : Mietpreise nach Belieben?

Über die Hälfte aller Deutschen leben in einem Mietverhältnis. Dementsprechend hoch ist die Zahl derer, die unter den stark angestiegenen Mietpreisen leiden. Generell hat der Haus- oder Wohnungseigentümer das Recht, die Höhe der Miete selbst zu bestimmen. Dadurch gestalten sich die Kosten oft vollkommen unterschiedlich.

Allgemein beeinflussen verschiedene Faktoren den Preis für den gemieteten Wohnraum. Dazu gehören die Ausstattung und der bauliche Zustand der Immobilie. Die Größe spielt natürlich ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Berechnung der Miete. Auch die Region und die Lage des Hauses treiben die Kosten unter Umständen in die Höhe oder sorgen für moderate Preise.

Vor allem in den großen deutschen Städten und Wirtschaftsmetropolen wie in den Ballungsräumen von Stuttgart, München oder Frankfurt am Main steigen die Mieten teilweise rasant. In manchen Fällen sogar im zweistelligen Bereich. Deshalb gab es seitens der Regierung Überlegungen, diesen Vorgang mit einer Mietpreisbremse zu stoppen.

Wie funktioniert die Mietpreisbremse?

Die Lage in vielen Großstädten ist fatal. In Berlin beschloss der rot-grüne Senat deshalb sogar die Einführung eines Mietendeckels. Das heißt, dass die Vermieter fünf Jahre keine Mieterhöhung fordern dürfen. Eine Verschärfung der Mietpreisbremse erfolgte durch die Große Koalition im Januar 2019. Eingeführt wurde dieses Instrument zur Kostenregulierung bereits im Jahr 2015. Man wollte damit eine Mietpreisexplosion verhindern. Das war auch dringend notwendig, denn in den letzten Jahren stiegen die Mietkosten teilweise um bis zu 45 Prozent.

Die neue Regelung trägt dazu bei, das Mietniveau zu senken. Wird eine Bestandswohnung in einem Gebiet mit einem angespannten Wohnungsmarkt wieder vermietet, so darf der Mietsatz maximal zehn Prozent über der regionalen Vergleichsmiete liegen.

Die Mietbremse greift hingegen nicht bei dem Erstbezug einer Neubauwohnung. In diesem Fall behält der Vermieter das uneingeschränkte Recht, die Höhe der Miete selbst festzulegen. Mit dieser Maßnahme möchte man erreichen, dass potenzielle Investoren durch die Mietbremse nicht von ihrem Bauvorhaben abgehalten werden. Eine ähnliche Regelung gibt es für umfassende Modernisierungsmaßnahmen. Eine Modernisierung gilt dann als umfassend, wenn die Kosten hierfür mindestens einem Drittel des Preises für einen Neubau entsprechen.

Aber auch nicht umfassende Modernisierungsmaßnahmen finden unter Umständen bei der Mietpreisberechnung Akzeptanz. Die erste Vermietung nach der Modernisierung bleibt von der Mietpreisbremse unberührt. Außerdem gibt es den so genannten Bestandsschutz, in diesem Fall ist eine über dem Vergleichswert angesetzte Miete dann zulässig, wenn diese bereits zuvor vereinbart war.

Miete sparen durch Untervermietung?

Ist die Miete zu hoch angesetzt und der Wohnraum zu groß, dann besteht die Möglichkeit, unterzuvermieten. Doch ganz so einfach ist das nicht! Sie brauchen auf jeden Fall die Erlaubnis Ihres Vermieters. Dieser ist verpflichtet, der Untervermietung zuzustimmen, insofern ein berechtigtes Interesse vorliegt. Eine Verweigerung ist nur im Falle einer Überbelegung oder bezugnehmend auf die neu in die Wohngemeinschaft aufzunehmende Person zulässig.

Der Mieter erhält ein Sonderkündigungsrecht, falls der Vermieter grundlos ablehnt. Erfolgt die Untervermietung unbefugt und ohne vorherige Absprache mit dem Vermieter, dann kann dieser nach einer erfolglosen Abmahnung das Mietverhältnis fristlos kündigen. Keine Untermieter und somit nicht genehmigungspflichtig sind nahe Familienangehörige sowie Pflegepersonal und Hausangestellte. Weitere Angehörige und Besucher dürfen bis zu acht Wochen unangemeldet in der Wohnung leben.

(vo)
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