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Leitungswasser im Altbau: Gefährlich oder bedenkenlos trinkbar?

Gefährlich oder bedenkenlos trinkbar? : Leitungswasser im Altbau

Wer in einem Altbau wohnt und das Wasser aus der Leitung trinkt, stellt sich früher oder später die Frage, ob es schädliche Bestandteile enthalten könnte. Ob man sich wirklich Sorgen um die Wasserqualität und der Übertragung von Bakterien und Keimen machen muss, erklärt dieser Artikel.

Deutsches Trinkwasser ist unbedenklich

Das Trinkwasser wird in Deutschland so gut kontrolliert wie in nur wenig anderen Ländern. Folglich kann man sich sicher sein, dass im Leitungswasser keine bedenklichen Schadstoffe enthalten sind.

Allerdings stellt sich die Frage, was mit der Qualität passiert, wenn das Wasser die Leitungen im Haus erreicht. Daher ist es wichtig zu wissen, dass Hauseigentümer ab Erreichen der hauseigenen Leitung von Gesetzes wegen für die Trinkwasserqualität verantwortlich sind.
Zwar ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das Wasser gesundheitlich unbedenklich ist, jedoch ist es bei alten Rohrleitungen nicht sicher, ob diese aufgrund potenzieller Schadstoffe die Qualität verschlechtern.

Altbauten auf Blei kontrollieren

Wer in einem Altbau wohnt, der mehr als 50 Jahre alt ist, sollte das Wasser aus dem Hahn erst auf seine Qualität kontrollieren lassen, bevor er es trinkt.
Denn das Wasser kann wegen der alten Rohre verschiedene Kontaminationen aufweisen. Dazu zählt insbesondere Blei. Der Grund dahinter ist, dass zu den damaligen Zeiten häufig Rohre in die Häuser eingebaut wurden, welche Blei als Hauptbestandteil enthalten.
Erst sehr viel später wurde festgestellt, dass Bleirohre alles andere als gut für die Gesundheit sind.
Überschreitet Blei den festgelegten Grenzwert, kann sich das bei Ungeborenen und Babys schlecht auf die Entwicklung der Intelligenz auswirken.
Aber auch bei Erwachsenen ist die Einnahme von zu viel Blei bedenklich. So wirkt sich eine Bleibelastung schädlich auf die Organe aus und beeinflusst die Blutbildung. Aktuell liegt der erlaubte Trinkwassergehalt an Blei bei zehn Mikrogramm pro Liter.

Wasser aus alten Leitungen ist nicht selten gesundheitsschädlich

Nimmt man über einen längeren Zeitraum hinweg Leitungswasser aus dem Altbau zu sich, kann das zu gravierenden Krankheiten führen. Neben Blei gehören dazu auch andere Schadstoffe, die in das Gehirn gelangen und dort gravierende Schäden anrichten können. Das trifft vor allem auf Babys und Kleinkinder, aber auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zu.
Mütter, die ihr Kind stillen, sollten ebenfalls vorsichtig sein, denn das giftige Schwermetall wird über die Muttermilch übertragen.

Leitungswasser auf Blei testen

Bevor man Leitungswasser aus dem Altbau trinkt, empfiehlt es sich, dieses auf Schwermetalle und andere unerwünschte Bakterien und Keime testen zu lassen.
Eine Trinkwasseranalyse aus einem deutschen Fachlabor liefert binnen weniger Tage ein aussagekräftiges Ergebnis.
Verbraucher bestellen dazu den gewünschten Test und können die Wasserprobe selbst entnehmen. Diese wird an ein unabhängiges Labor gesendet, welche das Wasser auf unterschiedliche Parameter überprüft. Innerhalb weniger Tage wird dann eine E-Mail mit den Prüfergebnissen zugeschickt. Sind Fragen offen, hilft der Telefonservice des Trinkwasseranalyselabors kostenlos weiter.
Überschreitet ein Schadstoff einen festgelegten Grenzwert, gilt es zu handeln. Das Gute daran ist, dass sich durch das Prüfergebnis ein Auslöser festmachen lässt. Das ermöglicht es, die Ursache zu finden und entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um das Problem in Zukunft zu minimieren beziehungsweise zu beseitigen.
Selbst wenn das Wasser unbedenklich ist, so ist es wichtig es nach dem Rückkehr aus dem Urlaub ein paar Minuten laufen zu lassen. Denn bei mehrtägiger Nichtbenutzung können sich darin schnell Legionellen und andere Bakterien ansiedeln.

(vo)