Eschweiler: Laub: Wer muss es entfernen und wer haftet?

Eschweiler: Laub: Wer muss es entfernen und wer haftet?

Es ist ein alljährliches Problem: Ein mit Laub bedeckter Gehweg kann bei Regen schnell rutschig werden. Doch wer haftet, wenn Fußgänger im nassen Laub ausrutschen? Und welcher Nachbar ist verantwortlich, dass Herbstlaub zu entsorgen? Die meisten Kommunen haben die Pflicht zum Kehren der Bürgersteige und damit zur Verkehrssicherung auf die Grundstückseigentümer übertragen.

Laub, das von privaten Bäumen auf öffentliche Wege fällt, sollte auf dem eigenen Grundstück entsorgt werden. Etwa im Kompost „oder als Frostschutz für Gartenpflanzen“, empfiehlt Hans Graaf, Vorsitzender von Haus & Grund Eschweiler.

Laub von öffentlichen Bäumen hingegen werde in der Regel von der Straßenreinigung beseitigt. Es sei nur regelmäßig zu Haufen zusammenzufegen, damit etwa Gullys nicht verstopfen. Es sei Anwohnern indes nicht zuzumuten, die Wege ständig völlig laubfrei zu halten. Wenn nachgewiesen sei, dass regelmäßig und gründlich gereinigt wurde, hafte der Grundstückseigentümer bei Schäden nicht. „Fußgänger können laubfreie Bürgersteige nur zwischen 7 und 20 Uhr erwarten“, sagt Graaf.

Auch Mieter können das Laubfegen übernehmen, vertraglich geregelt und vom Eigentümer zu überwachen.

In Gebäuden mit Eigentumswohnungen sind alle Wohnungseigentümer verpflichtet, das Laub zu entfernen. Ein Verunglückter kann sich an die Eigentümergemeinschaft oder einen einzigen Eigentümer wenden, der in Höhe seines Miteigentumsanteils haftet.

Laub nicht im Wald entsorgen

Gesammeltes Laub darf jedoch nicht einfach in den Wald geworfen werden. Man könne dafür mit einem Bußgeld bestraft werden, warnt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Wer keinen Platz im eigenen Garten, auf dem Kompost oder in der Biotonne findet, sollte die Grünabfälle zum Wertstoffhof bringen. In die Restmülltonne dürfen die Blätter ebenfalls nicht.

Besen statt Laubbläser: Im Garten auf Tiere achten

Übrigens: Laubsauger oder -bläser arbeiten zwar schnell und gründlich. Gartenbesitzer sollten Blätter auf Blumenbeeten oder Rasenflächen aber trotzdem lieber klassisch mit Besen und Rechen entfernen - den Tieren zuliebe. Denn in Laubhaufen leben viele Kleinlebewesen wie Käfer oder Frösche, die gegen die starken Luftströme keine Chance haben, erklärt der Naturschutzbund NABU in Hamburg. Und auch für größere Tiere wie Igel und ihre Jungen können die Geräte zur Bedrohung werden.

Zumindest unter Bäumen und Sträuchern ist es zudem besser, das Laub gar nicht zu entfernen. Igel und Co. können die Haufen als Winterquartier nutzen, viele Vogelarten wie die Amsel finden hier ausreichend Futter.

(red/dpa)