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Hamburg: Jagd nach der Studentenbude: So kommen Erstsemester an eine Wohnung

Hamburg : Jagd nach der Studentenbude: So kommen Erstsemester an eine Wohnung

Die Uni hat noch nicht angefangen, da steht für viele die erste große Hürde auf dem Weg ins Studentenleben schon bevor. Wie eine coole Wohnung finden? Bei der Jagd nach der Traumbude gehört ein bisschen Glück dazu - und es braucht vor allem Zeit.

„Unter den Studentenstädten sind vor allem die Märkte München, Frankfurt, Hamburg und Stuttgart besonders angespannt”, sagt Stefan Brauckmann, Leiter des Bereichs Research und Analyse der Gesellschaft für Beteiligungen und Immobilienentwicklung (GBI).

So kostet nach Angaben der GBI ein Zimmer auf dem privaten Wohnungsmarkt in Hamburg, Frankfurt und Stuttgart ab 400 Euro, in München muss man sogar mit 500 Euro rechnen. Wer sich auf dem privaten Wohnungsmarkt umsieht, sollte sich vor der Suche bei der Stadtverwaltung über den Mietspiegel für einzelne Stadtteile erkundigen, um überteuerte Preise zu erkennen.

Am besten beginnt man mit der Wohnungssuche schon, bevor man den Zulassungsbescheid hat, empfiehlt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk. Das hat den Vorteil, dass man bereits sucht, wenn die Masse der Studienanfänger noch nicht auf den Wohnungsmarkt drängt.

Wer sich an mehreren Orten für einen Studienplatz beworben hat, sollte zumindest an den Orten die Fühler ausstrecken, die er favorisiert. Fast überall kann man sich ohne Zulassungsbescheid auf die Warteliste für das Studentenwohnheim setzen lassen. Ist der Bescheid dann da, reicht man ihn nach.

Doch wo suchen? Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund empfiehlt, sich bei der Suche nicht zu sehr einzuschränken. „Viele Wohnungen werden unter der Hand schnell vermietet und gar nicht öffentlich angeboten”, sagt Ropertz. Deswegen rät er, bei Wohnungsgesellschaften nachzufragen, ob und wann Wohnungen frei werden.

Dann gibt es in sozialen Netzwerken wie Facebook meist Wohnungs-Gruppen für die jeweiligen Städte. Im Internet finden Studenten außerdem gute Immobilien- und WG-Portale. Auch ein Blick in die lokale Zeitung und Anzeigenblätter lohnt sich. Die Immobilienteile sind oft ein- oder zweimal in der Woche beigelegt. An den Unis hängen häufig außerdem Wohnungsangebote am Schwarzen Brett. Für Makler gilt das Bestellerprinzip: Wer den Makler engagiert, zahlt auch.

Grob rät außerdem, nicht nur über das Netz zu suchen, sondern auch an den Ort zu fahren und sich selbst dort umzusehen. „Häufig bekommt man dort etwa von Studenten von der Uni gute Tipps, wie es vor Ort am besten mit der Wohnungssuche klappt”, sagt er.

Da Studenten meistens kein regelmäßiges Einkommen haben, verlangen Vermieter von Studenten oft eine Bürgschaft der Eltern. „Eigentlich dürfen sie außer der Kaution bestehend aus drei Monatskaltmieten keine zusätzlichen Sicherheiten einfordern. Wird es ihnen aber angeboten, dürfen sie es annehmen”, sagt Ropertz. Unter 18-Jährige sind nicht voll geschäftsfähig und brauchen die Zustimmung ihrer Eltern, um einen Mietvertrag abzuschließen.

Wichtig ist, den Mietvertrag sehr genau und mehrmals zu lesen, bevor man ihn unterschreibt. „Gerade in Studentenstädten sind Vermieter sehr clever in der Gestaltung ihrer Mietverträge”, sagt Claus Deese, Geschäftsführer des Mieterschutzbundes. Alles was Geld kostet, sollte man genau unter die Lupe nehmen: Sind die Nebenkosten realistisch? Wie steht es um Kaution und Mietdauer? In welchem Zustand muss man die Wohnung beim Auszug hinterlassen? „Um die Nebenkosten zu checken, vergleicht man sie am besten mit dem örtlichen Betriebskostenspiegel und lässt sich den Energieausweis zeigen”, rät Ropertz.

Vor allem Studenten, die nur für eine bestimmte Zeit in einer Wohnung leben, sollten aufpassen, dass es keine Mindestmietdauer gibt, bei der für eine bestimmte Zeit ein normales Kündigungsrecht ausgeschlossen ist.

Anders ist es bei einer Wohnungsgemeinschaft (WG). Wenn man bei einem WG-Zimmer nicht direkt mit dem Vermieter der Wohnung, sondern einem Hauptmieter zu tun hat, sollte man sich den Mietvertrag zeigen lassen. Deese warnt: „Nicht selten wälzen Hauptmieter ihre eigenen Kosten auf die Untermieter ab”. Einen Rechtsanspruch, den Mietvertrag sehen zu dürfen, habe man aber nicht.

Wer eine WG gründet, hat zwei Möglichkeiten: Entweder eine Person wird Hauptmieter und unterschreibt den Mietvertrag oder alle werden Mieter und unterzeichnen. „Das bedeutet allerdings, dass der Vertrag nur mit allen Mietern aufgelöst werden kann”, erläutert Ropertz. Falls nur eine Person im Mietvertrag steht, können WG-Mitglieder ohne Probleme aus- und neue einziehen.

Hat man den Mietvertrag geprüft und unterschrieben, steht dem Einzug nichts mehr im Wege: Die erste Hürde auf dem Weg ins Studentenleben ist also geschafft!

(dpa)