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Landsberg am Lech: Graue Wände und himbeerrote Kissen: Farben richtig kombinieren

Landsberg am Lech : Graue Wände und himbeerrote Kissen: Farben richtig kombinieren

Die Farbwahl hat einen großen Einfluss auf die Atmosphäre eines Wohnraums. Und das wirkt sich auf die eigene Stimmung aus. Doch wie bringt man die Farben von Möbeln, Wänden, Vorhängen, Böden und Accessoires in Einklang? Auch wenn Trends sehr verlockend erscheinen, davon leiten lassen sollte man sich nicht.

Während der eine in großzügigen und hohen Räumen mit hellen Farben aufblüht, benötigt der andere eine gemütliche und heimelige Atmosphäre mit viel Holz und warmen Tönen. „Farben kann man nämlich nicht nur sehen, sondern auch spüren”, erläutert Gabriela Kaiser, Trendberaterin aus Landsberg am Lech. „Deshalb sollte jeder vor allem die Farben wählen und kombinieren, in denen er sich besonders wohlfühlt.”

Um die richtigen Farben für sich zu finden, empfiehlt die Innenarchitektin Jessica Stuckstätte aus Hamburg, den Raum mit den vorhandenen Möbeln auf sich wirken zu lassen. Der Bewohner sollte schauen, wie hell das Zimmer ist und auf welche Wände das Tageslicht fällt, denn Farben können je nach Lichteinfall sehr unterschiedlich wirken. „Spannend wird es, wenn man aus der gewünschten Farbwelt die richtige Farbnuance aussucht”, erklärt Stuckstätte. „Da braucht man etwas Feingefühl.” Farbproben oder Testanstriche mehrerer Nuancen an der Wand können helfen.

Wer es harmonisch mag, kombiniert nicht alles kunterbunt, sondern setzt in einem Raum voller Grau- oder Beigetöne durch Farbinseln gekonnt Hingucker. Das kann durch ein harmonisches Frühlingsgrün, ein belebendes Rot oder ein beruhigendes Blau passieren. „Diese Akzentfarben machen das Ensemble spannender, und man kann sich im Raum besser orientieren, denn der Blick wird geführt”, sagt Kaiser. Accessoires wie eine Schüssel, ein Teppich oder eine gestrichene Wand in der Akzentfarbe können diese Aufgabe übernehmen.

Kräftige Farben erfordern mehr Mut. Je größer die Fläche ist, desto gemäßigter sollte die Farbe gewählt werden. Und je intensiver und extremer eine Farbe ist, desto weniger Anteil sollte sie im Raum haben, sagt Kaiser. Dunkle und intensive Farben an Wänden und Möbeln machen den Raum kleiner, frische und kühle Töne geben optisch Weite. Abschwächen kann man die Wirkung, indem man lediglich Teilbereiche der Wände farbig streicht oder ein auffälliges, farbiges Möbelstück im Raum als Hingucker platziert.

Soll nur ein Teil der Wand farbig gestrichen werden, rät Stuckstätte, nach dem Goldenen Schnitt zu verfahren. So teilt man die Wand horizontal in drei gleiche Teile und streicht beispielsweise nur das unterste Drittel in der Wunschfarbe. Die oberen zwei Teile bleiben weiß. „Das Ergebnis des Goldenen Schnittes ist immer harmonisch und schmeichelt dem Auge”, erklärt Stuckstätte. Das Prinzip lässt sich auch auf die Anordnung von Möbel und Dekorationsartikel übertragen.

Für Neubauten hat die Innenarchitektin Stuckstätte eine Einrichtungsidee: „Ich würde eine Wand steingrau streichen und davor einen alten, gelebten Gegenstand wie eine alte Turnkiste mit abgegriffenem Leder stellen.” In Kombination mit einem dunkelblauen großen Bild, das daneben auf dem Boden steht, Accessoires in entsprechender Farbe und einem Betonhocker ergebe sich ein urbaner und dynamischer Charakter. „Der Rest der Einrichtung sollte dann aber eher zurückhaltend sein.”

Der Raumausstatter Patrick Skierski aus Bremen rät, fest verbaute Einrichtungselemente wie Fußböden und Einbaumöbel eher in neutralen Tönen zu wählen. „Mit Vorhängen, Teppichen, Accessoires und einzelnen Wandfarben lassen sich dann schöne Akzente setzen und vor allem mit wenig Aufwand und geringen Kosten schnell wieder verändern.” Als Basis empfiehlt er etwa einen grauen Spachtelboden in Betonoptik in Kombination mit weißen Wänden und Schränken sowie einigen Elementen in Grautönen. Dazu wirken auffällig farbige Accessoires wie brombeerfarbene Sitzkissen, Sets und Glasvasen sehr frisch und freundlich. Wer es natürlicher mag, ist mit einem neutralen Holzboden sehr gut beraten. „Auch ein Eichentisch oder andere Holzmöbel können in puristische und moderne Einrichtungen Gemütlichkeit zurückbringen.”

Insbesondere für Schlafräume empfiehlt Skierski klimaregulierende Wandfarben, die einen positiven Einfluss auf das Raumklima haben. Die mineralischen Farben bestehen aus Lehm, Kalk oder Silikat. Aber Farbe ist nicht gleich Farbe, denn auch die Oberflächenstruktur hat auf die Wirkung einen großen Einfluss. „Je glatter der Untergrund, desto homogener, ruhiger und leichter wirkt die jeweilige Farbe und desto größer wirkt der Raum”, erklärt Skierski. Licht wird besser reflektiert.

Für sehr modern gehaltene Einrichtungen hat Gabriela Kaiser die Kombination aus Grau und Rosa für sich entdeckt. „Das Rosa gibt den Räumen eine Emotionalität und Wärme zurück, die der cleanen, urbanen Einrichtung oft fehlt”, findet die Einrichtungsexpertin. Diesen Zweck erfüllen auch die metallischen Trendfarben Gold und Kupfer. „Werden sie auf modernen Objekten wie Isolierkannen oder Designerleuchten angewendet, geben sie Räumen einen tollen Glanz und einen Hauch Wärme.”

(dpa)