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Fertigbau und Modulbau im Vergleich

Innovativ zum Eigenheim : Fertigbau und Modulbau im Vergleich

Viele Menschen neigen dazu, die Begriffe Fertigbau und Modulbau synonym zu verwenden. Hierbei trifft das nicht ausschließlich auf Laien auf diesem Gebiet zu. Ganz im Gegenteil: Das kommt teilweise auch bei Personen vor, die in der Baubranche tätig sind.

Gerade in Pandemiezeiten haben sich einige Trends in der Immobilienbranche herausgearbeitet: Der Fertigbau und der Modulbau haben gemeinsam, dass es sich um sogenannte Offsite-Baumethoden handelt. Sie haben die gemeinsamen Ziele, die Effizienz zu steigern und parallel dazu die Kosten zu senken. Allerdings gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen diesen Ansätzen. Nachfolgend gehen wir näher auf die Fertigbauweise sowie auf die Modulbauweise ein und erklären, in welchen Punkte sie sich unterschieden.

Vorgefertigte Gebäude und die Bedeutung von Fertigbau

Fertigteilgebäude stellen die größte Anzahl der weitgehend abseits des Grundstückes errichteten Gebäude dar. Um das Prinzip hinter dieser Baumethode zu verstehen, gilt es, sich zunächst dem Begriff Vorfertigung auseinanderzusetzen. Bei vorgefertigten Bauwerken erfolgt die Herstellung der wesentlichen Gebäudeteile wie Paneele und Modulen in einer Fabrik oder in einer damit vergleichbaren Umgebung. Danach findet der Transport zum Grundstück statt und es kommt zur Zusammensetzung der Teile.
Außerdem stellt Fertigbau den Oberbegriff für alle Arten von Bauwerken, deren Herstellung mit dieser Vorgehensweise erfolgt, dar. Die Tatsache, dass es die meisten abseits des Grundstückes errichteten Gebäude auf dieser Art und Weise errichtet wird, erklärt von selbst, dass Unternehmen nur einen Teil der Zielgruppe darstellen.
Es gibt mehrere Argumente, die für Offsite-Baumethoden sprechen. Nachdem es zum Recycling der Abfälle kommt, handelt es sich hierbei speziell im Vergleich mit den herkömmlichen Bauweisen um eine umweltfreundlichere Methode. Zudem schließt Herstellung der Einzelteile in einer Fabrik oder einer vergleichbaren Umgebung Probleme auf dem Grundstück üblicherweise aus. Darüber hinaus ist der Zeitaufwand für den Bau von Fertiggebäuden geringer und damit einher sinken die Kosten. Neben der Modulbauweise zählt auch die Paneelbauweise zu den Fertigbauweisen.

Die Eigenschaften der Modulbauweise

Wie der Begriff aussagt, basiert diese Art der Fertigbauweise auf Modulen. Dabei handelt es sich um kastenförmige Strukturteile, die anschließend zu einer Gesamtstruktur zusammengebaut werden. Bei der Herstellung dieser Module kommen mehrere Materialien zur Anwendung. Hierbei handelt es sich unter anderem um Holzrahmen, kalt geformte Stahlrahmen und Beton. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Kombination.
Eine weitere Eigenschaft der Modulbauweise ist die Tatsache, dass der Bau von innen nach außen erfolgt. Die modularen Rahmen werden als Ebene konstruiert und als Kästen montiert. Es folgt die Fertigstellung von innen nach außen. Manchmal besteht das Bauwerk aus einem einzelnen Modul. Das bedeutet, dass es in der Fabrik oder einer vergleichbaren Umgebung zusammengebaut und danach zum Grundstück transportiert wird. Die Lieferung erfolgt üblicherweise mit Lkws.
Aufgrund dieser Vorgehensweise sowie der leicht transportierbaren Stahlraumbauten eignet sich die Modulbauweise etwa für mobile Wohneinheiten für Arbeitskräfte, mobile Labore, Büros und Klassenzimmer. Für vorgefertigte Lagerhallen, Bürogebäude, Schulen, Heime, Wohnungen, Einzelhandel und sonstige Handelsunternehmen, Mehrfamilienhäuser, Villen, Hotels und Stadthäuser kommen hingegen sowohl die Modul- als auch die Paneelbauweise infrage.

Fazit: Fertigbauten sind nicht automatisch Modulbauten

Zusammengefasst gelten zwar alle modularen Bauwerke zu den vorgefertigten Gebäuden, aber nicht alle vorgefertigten Gebäude zählen automatisch zu den modularen Gebäuden. Deshalb, weil die Paneelbauweise ebenso zu den Arten der Fertigbauweise zählt. Sowohl beim Modulbau als auch beim Paneelbau erfolgt die Herstellung weitgehend in einer Fabrik oder in einer vergleichbaren Umgebung. Erst in der abschließenden Phase findet der Transport zum Grundstück statt. Diese Vorgehensweise ist umweltfreundlicher, zeitsparender und somit ebenso kostensparender als die herkömmlichen Baumethoden.
Der grundlegende Unterschied zwischen den beiden Bauweisen besteht in der Tatsache, dass bei Paneelbauten die vorgefertigten Elemente aus kleineren Teilen bestehen können. Hierbei kommt es vor, dass Fertigbauunternehmen Wandpaneele getrennt vom Bauwerk aus bauen. Hingegen kommt es vor, dass Modulbauten aus einem einzelnen Teil bestehen. Und sie werden weitgehend in großen Modulen gebaut und anschließend nach dem Lego-Prinzip zusammengesetzt.

(vo)