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Das müssen Privatverbraucher bei Cloud-Lösungen beachten

Berlin : Das müssen Privatverbraucher bei Cloud-Lösungen beachten

Das Speichern der eigenen Dateien in Cloud-Speichern wird immer beliebter. Kein Wunder, denn die Cloud spart Platz auf der Festplatte ein. Darüber hinaus sind Dateien jederzeit verfügbar und können sogar mit anderen Personen geteilt werden.

Aber worauf sollte man bei der Auswahl des richtigen Anbieters achten? Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Punkte, auf die Verbraucher bei ihrer Anbieterauswahl achten sollten.

Datenschutz

Viele Verbraucher glauben, mit einem deutschen Anbieter seien ihre Daten automatisch dem deutschen Datenschutz zugeordnet. Das stimmt so nicht. Nicht nur der Ort des Anbieters entscheidet, sondern auch der Standort des Rechenzentrums.

Deutschland hat den strengsten Datenschutz in Europa. Wenn Verbraucher davon profitieren möchten, sollten sich Nutzer einen Cloud-Anbieter mit deutschem Rechenzentrum suchen. Wer dies aus Kostengründen oder Datenverbrauch nicht tun möchte, kann sich über die Terms of Service über den Datenschutz des jeweiligen Anbieters informieren.

Grundsätzlich lohnt es sich Cloud Computing bei einem deutschen Unternehmen einzurichten, um den vollen Schutz der eigenen Daten zu gewähren. Die Einsicht in die eigenen Dateien ist bei ausländischen Anbietern leider nicht ausgeschlossen.

Verschlüsselung

Die Verschlüsselung der Daten ist Pflicht. Verbraucher sollten um Anbietern ohne Verschlüsselung einen großen Bogen machen. Hier geht es nicht nur um das Cloud-Unternehmen, sondern um den Übertragungsweg zwischen Verbraucher und dem Rechenzentrum.

Es ist möglich, Dateien, die gerade übertragen werden, abzufangen. So können Nutzer leicht abgehört und ausspioniert werden, ohne dass sie dies jemals merken. Daher sollten Verbraucher ihren Anbieter vorher nach der Verschlüsselung bei der Übertragung fragen.

Die Verschlüsselung beim Anbieter kann man an dem Schloss-Symbol oben links in der Adresszeile erkennen. Vorsicht ist aber in öffentlichen Netzwerken geboten. Beim Gratis-W-Lan im Café oder auf dem Flughafen kann niemand die Verschlüsselung der Daten garantieren. Wer sicher sein will, nutzt Cloud-Dienste nicht in öffentlichen W-Lan-Netzen.

Datenvolumen und Kosten

Auf dem Markt tummeln sich dutzende Unternehmen, die um die Gunst der Kunden werben. Die angebotenen Leistungen unterscheiden sich dabei gravierend. Und das zeigt sich nicht nur im Preis.

Oft ist alles dabei - von kostenlosen Anbietern bis zum Premium Service für Berufstätige. Verbraucher sollten vor Abschluss eines Vertrages überlegen, welche Leistungen wirklich gebraucht werden. Sowohl bei der Speicherkapazität als auch bei den Kündigungsmodalitäten zeigen sich große Unterschiede von Anbieter zu Anbieter. Verbraucher sollten sich zu Anfang überlegen, wieviel Speicherplatz tatsächlich gebraucht wird. Alle Anbieter verkaufen Speicherkapazität nur noch eingeschränkt.

Folgende Fragen können dabei helfen, den richtigen Anbieter zu finden: Welches Speichervolumen brauche ich? Werde ich Beratung in Anspruch nehmen? Wird sich mein Datenvolumen mit der Zeit steigern oder bleibt es gleich? Handelt es sich nur um Texte oder auch um Bild- und Videomaterial? Wie ist die Kündigungsfrist?

Manche Unternehmen haben eine Klausel in ihren Verträgen, die den Umzug von einem Anbieter zum nächsten deutlich erschweren. In Härtefällen ist dies sogar ganz unmöglich. Der Blick in die AGBs lohnt sich. Verbraucher müssen individuell entscheiden welcher Anbieter perfekt zu ihnen passt.

Spezielle Dateiformate

Die gängigsten Dateiformate werden keinem Cloud-Service Probleme bereiten. Aber bereits bei RAW-Dateien kann es bei einigen zu Problemen kommen. Daher hilft es dem Verbraucher sich vorab zu überlegen, welche Dateiformate in die Cloud verschoben werden sollen.

Ein guter Cloud-Service wird auf Anfrage alle machbaren Dateiformate bereitstellen. So kann sich der Nutzer vorab einen Überblick verschaffen. Auch die Serviceleistung der Unternehmen kommt hier zum Zug. Sollte es mal Probleme mit einzelnen Formaten geben, sollte ein freundlicher Kundenservice beratend zur Stelle sein. Verbraucher sollten hier nicht am falschen Ende sparen. Im schlimmsten Fall könnte das Problem für den Nutzer nicht behoben werden oder der Anbieter verlangt einen Aufpreis.

Benutzerfreundlichkeit

Hier geht es nicht nur um den Kundenservice und die Kommunikation, sondern auch um die Usability. Wie intuitiv kann die Bedienoberfläche des Cloud-Anbieters bedient werden? Als Verbraucher möchte man hier nicht lange überlegen oder ein Manual zur Hand nehmen müssen.

Viele Unternehmen erklären und zeigen ihre Plattform vorab in einem Informationsvideo. Dies gibt dem Nutzer sofort die Möglichkeit, die Benutzerfreundlichkeit vor dem Kauf einzuschätzen.

Backup vom Backup

Es lohnt sich einen Plan B zu haben. Auch ein Cloud-Anbieter kann Daten verlieren. Dies kann durch einen Hackerangriff oder technisches Versagen im Rechenzentrum passieren. In jedem Fall wäre es ärgerlich, wenn der Nutzer dadurch seine Daten verliert. Daher ist es sinnvoll, ein Backup von den Dateien in der Cloud zu erstellen.

Einige Anbieter haben diesen Service in ihre Produkte integriert und bei anderen kann man ihn kostenpflichtig dazu kaufen. Wer beides nicht möchte, sollte eine eigene, separate Kopie erstellen.

Die Recherche vor Abschluss eines Cloud-Vertrags lohnt sich. Der Verbraucher kann Geld sparen, wenn er weiß, welche Leistungen er wirklich braucht und welche nicht. Mit der überprüften Verschlüsselung lassen sich Daten guten Gewissens in die Cloud verschieben.