1. Leben
  2. Bauen und Wohnen

Bad Honnef: Das Beste aus der Sonne holen - Solarheizung für den Winter

Bad Honnef : Das Beste aus der Sonne holen - Solarheizung für den Winter

Im Winter ist die Sonne schwächer. Und an vielen Tagen schafft sie es nicht einmal durch dicke Wolkendecken. Dann müssen Besitzer von Heizanlagen, die mit Sonnenenergie betrieben werden, aber nicht frieren. Den bivalente Systeme haben immer auch einen Gas- oder Ölkessel, einen Holzofen, eine Wärmepumpe oder Anlagen mit Zugang zu Strom oder Fernwärme. Diese springen automatisch ein, wenn die Sonnenenergie nicht ausreicht, um das Haus zu erwärmen.

An guten Tagen funktioniert die Heizung so: Kollektoren auf dem Dach fangen die Sonnenwärme auf und wandeln die Energie in Wärme um. Diese erhitzt über einen Wärmetauscher das Wasser für den Haushalt. Der Solarkreislauf treibt auch die elektrische Umwälzpumpe an, die das Wasser zu den Hähnen und Heizkörpern bringt. Regnet oder schneit es, übernimmt das Aufheizen des Wassers in den Leitungen und Radiatoren einfach der zweite Energieträger.

Bei Neubauten fördert der Gesetzgeber den Umstieg auf so ein Heizsystem: Die derzeit gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009 schreibt neben guter Dämmung auch eine effiziente Heizung vor. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz legt fest, welchen Anteil des Wärmebedarfs regenerative Energien ausmachen müssen. Wird Solarenergie genutzt, sind dies 15 Prozent.

Eine Variante, die häufig gewählt wird, ist die Kombination einer Solarheizung mit einem Brennwertkessel - vorrangig einer, der mit Gas betrieben wird. Das hat praktische Gründe: Bauherren geizen beim Neubau mit Platz im Wohnbereich und verzichten oft auch auf einen Keller, erläutert Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Bad Honnef. Da ist ein Brennstoff wie Öl, der viel Lagerfläche braucht, weniger gefragt.

Im Altbau ist eine bivalente Heizung ebenfalls möglich. „Ein Heizsystem hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 20 Jahren”, erläutert Thomas Posanski, Energieberater der Verbraucherzentrale in Leipzig. „Der Zeitpunkt, wann der Kessel erneuert werden muss, ist ein guter Moment, über die Kombination mit einer solarthermischen Anlage nachzudenken.” Auch wenn das Dach neugedeckt werden muss, lohnt sich der Umstieg auf Solarpaneelen. Der Gesetzgeber sieht hier keine Regelungen zum Einsatz der erneuerbaren Energien vor.

Stattdessen gibt das Vorhandene die Richtung vor: „Wer wenig Platz hat und seine Heizung aus den 90er Jahren erneuern muss, kann in vielen Situationen nur den alten Kessel gegen einen Brennwertkessel tauschen”, erklärt Wagnitz. Denn häufig müssen die bestehenden Anschlüsse weiter genutzt werden. „Das ist mit Kosten ab 7000 Euro zudem der günstigste Weg”, ergänzt der Fachmann.

Eine bivalente Solarthermieanlage für ein Einfamilienhaus gibt es laut Jäger für 11.000 bis 14.000 Euro - zuzüglich den Kosten für den zweiten Wärmeträger. Die Solaranlage hat im Schnitt eine Kollektorfläche von zwölf Quadratmetern und einen Kombispeicher mit einem Volumen von 600 bis 1000 Liter. Hier lohnt sich ein Blick auf die Fördermittel: Wer gleichzeitig seinen Kessel erneuert, erhält vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Zuschuss. Auf der Seite www.energiefoerderung.info listet das Bundeswirtschaftsministerium weitere Fördermöglichkeiten auf.

Die Kosten für die Investition amortisieren sich mit der Zeit, da ein Teil der Kosten für den zweiten Energieträger wegfällt. Denn es wird dank der Hilfe der Sonne ja nur an schlechten Tagen Gas oder Öl verbraucht. „Die Differenzkosten zwischen Kesseltausch und solarthermischer Anlage hat man wahrscheinlich in rund 15 Jahren wieder drin”, so die Einschätzung von Wagnitz.

Auch wenn eine bivalente Solarthermieanlage hinzukommt, bleiben laut den Experten zumindest Gaskunden dem gewohnten Energieträger treu. Bei Ölkunden sieht das etwas anders aus: „Viele Kunden wollen sich vom Energieträger Öl trennen - wegen der schwankenden Preise oder auch wegen des Geruchs”, sagt Posanski. Da aber beispielsweise die Anschlüsse fehlen, wechselten Ölnutzer selten zu Gas.

„Sie haben eine große Lagerfläche und können damit einfach auf eine Holz- oder Pelletheizung umsteigen.” Unter ökologischen Gesichtspunkten ist das eine tolle Lösung, unter finanziellen weniger. „Ein Pelletkessel ist etwa doppelt so teuer wie ein Brennwertkessel für Gas”, sagt Wagnitz.

Verbraucher sollten sich auch über die verschiedenen Gerätevarianten informieren. Vergleiche von Stiftung Warentest und Ökotest verschafften einen guten Überblick, findet Helmut Jäger vom Bundesverband Solarwirtschaft in Berlin. Aber sobald es um technische Details gehe, brauche der Laie eine individuelle und fachmännische Beratung. Unabhängig von Herstellern helfen die Energieberater der Verbraucherzentralen - sie können auch nach Hause kommen. „Dort kann entsprechend eine weit konkretere Beurteilung der Situation und auch Beratung erfolgen”, erläutert Posanski.

Ein weiterer Gesprächspartner ist der Installateur, der die Heizung bisher wartet. Er sollte die Kombinationsmöglichkeiten der vorhandenen Anlage mit einer Solaranlage prüfen und ein Angebot erstellen. Am besten holen sich die Hausbesitzer aber noch zwei weitere Angebote ein.