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Berlin: Bunte Fische: Guppys eignen sich perfekt für Anfänger

Berlin : Bunte Fische: Guppys eignen sich perfekt für Anfänger

Sie tragen schillernde Farben, sind äußerst umtriebig und haben keine extravaganten Ansprüche: Kein Wunder, dass Guppys die beliebtesten Aquarientiere sind. „Es sind grundsätzlich sehr einfach zu haltende Tiere”, sagt Jan Wolter. Er ist Tierarzt und Spezialist für Zierfische in Berlin. Auch Anfänger kommen mit den nur wenige Zentimeter großen Tieren gut zurecht.

Bei richtiger Pflege werden sie bis zu drei Jahre alt.

Die Chancen dafür stehen gut, denn Guppys sind nicht nur robust, sondern auch sehr anpassungsfähig. So wurden laut Wolter sogar schon verwilderte Guppys in 40 Grad heißen Abwasserbehältern gefunden - sie schwammen munter bei bester Gesundheit umher.

Damit war es allerdings schnell vorbei, als die farbenfrohen Fische eingefangen und in ein Aquarium mit scheinbar angenehmerer Wassertemperatur umgesetzt wurden - alle starben. Und damit zeigt sich ein Manko dieser Tiere: Zwar können sie sich sehr gut anpassen, das aber nur langsam.

Das gilt auch für Guppys in Aquarien. Um sie vor einem Schock zu bewahren, sollten Halter auf die Wasserbedingungen achten. „Temperatur und pH-Wert müssen denen im Transportbehälter unbedingt ähnlich sein”, rät Wolter. Ansonsten können die Fische schnell eingehen.

Am besten ist es, sie zunächst in dem Transportbehälter ins Aquarium zu setzen. Dann wird alle paar Minuten etwas Wasser aus dem Aquarium in den Behälter gegossen, bis es etwa je zur Hälfte aus altem und neuem Wasser besteht. Schließlich wird das Wasser aus dem Behälter durch einen Kescher weggeschüttet und die Tiere können - jetzt natürlich möglichst schnell - in ihr neues Zuhause einziehen.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn in dem Aquarium schon andere Bewohner schwimmen. Zwar vertragen sich Guppys mit anderen friedliebenden Fischarten. Die Neuzugänge können jedoch Krankheiten einschleppen, beispielsweise Parasiten. Denn die Guppys im Fachhandel kommen meist aus Südostasien. Dort haben die Fische bei den schlechten Aufzuchtbedingungen oft keinen guten Start ins Leben und werden krank.

Das erkenne man an Belägen auf der Haut, Veränderungen an den Augen und an den Körper geklemmten Flossen, erklärt Wolter. Daher schwimmen die Neulinge die ersten vier Wochen besser in einem Extra-Aquarium.

Gehalten werden können Guppys bereits in der herkömmlichen Aquariumgröße von 54 Litern. „Generell gilt, dass jeder Guppy etwa drei Liter Wasser haben sollte”, erklärt Günther Tischmann, Vorsitzender der Deutschen Guppy-Föderation in Berlin. Das wären also höchstens 18 Tiere.

Allerdings kann die Zahl der Bewohner rasch nach oben schnellen. Denn Guppys sind Lebendgebärer und vermehren sich in enormer Geschwindigkeit. „Ein gesundes Weibchen wirft etwa alle vier Wochen über 50 Jungtiere”, erklärt Harro Hieronimus von der Deutschen Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen (DGLZ) in Solingen.

Allerdings sorgen die erwachsenen Guppys selbst dafür, dass es nicht zu voll wird: Sie fressen den Nachwuchs häufig auf, wenn er noch sehr klein ist. Wer der Natur nicht ihren freien Lauf lassen möchte, sollte die Babys daher in ein zweites Becken setzen. Wenn sie etwa einen Zentimeter groß sind, ist die Gefahr gebannt, und sie können wieder zurück zu den Erwachsenen wechseln.

Egal, ob junger oder alter Fisch: Guppys sind sehr umtriebige Tiere und brauchen Bewegungsfreiheit. Und dann sind da auch noch die Männchen mit ihrem Machogehabe, die für viel Unruhe sorgen. Den ganzen Tag sind sie damit beschäftigt, ihr Territorium abzustecken und zu balzen.

Die Fachleute raten daher, etwa dreimal mehr Weibchen als Männchen im Aquarium zu halten. So haben die Fischdamen wenigstens ab und zu mal ihre Ruhe. Trotzdem brauchen sie noch Möglichkeiten, sich vor den aufdringlichen Herren zu verstecken - zum Beispiel hinter dichten Pflanzen. Hier bietet sich laut Hieronimus zum Beispiel Javamoos an. Es filtert außerdem viele Schadstoffe aus dem Wasser.

Für die Bodendekoration gibt es im Fachhandel etliche Angebote aus Kunststoff. Auch saubere Steine können genutzt werden, bei Holz ist dagegen Vorsicht geboten - hier eignen sich nur härtere Varianten. Zum Aquarium gehören noch eine Heizung (Guppys mögen es gerne um 25 Grad warm), ein Filter und Beleuchtung. Letzteres ist weniger für die Guppys gedacht, als für die Pflanzen. Für ein Komplettset muss laut Tischmann mindestens 50 Euro gezahlt werden. „Nach oben sind die Grenzen offen”, sagt er.

Beim Wasser müssen sich Halter keine großen Gedanken machen: Guppys kommen mit dem Nass aus deutschen Wasserhähnen zurecht. Auch beim Futter stellen die Guppys keine hohen Ansprüche: „Es reicht das ganz normale Trockenfutter aus dem Handel”, sagt Tierarzt Wolter.

(dpa)