1. Leben
  2. Bauen und Wohnen

Wuppertal: Blumenpracht für einen einzigen Sommer: Blühendes für Beet und Vase

Wuppertal : Blumenpracht für einen einzigen Sommer: Blühendes für Beet und Vase

Zum Sommer gehören blühende Beete voller Blumen. Sie strahlen in leuchtenden Farben, thronen meist hoch oben auf einem Stiel - perfekt zum Pflücken und Abschneiden für eine Vase. Doch die Pracht ist meist von kurzer Dauer.

Denn zumeist handelt es sich bei den typischen Sommerblumen um die eher Kurzlebigen im Beet, die im selben Kalenderjahr gesät wurden. Aber auch sogenannte Zweijährige gehören zu dieser Bepflanzung. Darunter versteht man jene Pflanzen, die im ersten Jahr nur Blätter bilden, im zweiten dann Blüten und Samen, bevor sie wieder sterben.

Gute Pflanzen für diesen Zweck sind auch jene, die aus anderen Klimazonen stammen - dort, wo es im Winter mild ist. In ihrer Heimat halten sie sich lange. „In unseren Klimazonen überdauern diese Pflanzen nicht die Jahre, weil sie an den niedrigeren Temperaturen scheitern”, erläutert der Buchautor Claus Schulz aus Wuppertal. Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise Kapmargeriten (Osteospermum) und Dahlien (Dahlia).

Diese kurzlebigen Pflanzen füllen das Grundgerüst auf, das mehrjährige Stauden und Rosen Jahr für Jahr in dem Beet bilden. Zwischen diesen Pflanzen sorgen Sommerblumen mit ihren Blüten für Hingucker im Beet, erklärt Christine Orel, Garten- und Landschaftsarchitektin aus Herzogenaurach (Bayern). „Die meisten Sommerblumen haben wesentlich längere Blühphasen als Stauden.”

Aber zu den Stauden sollten nur solche Sommerblumen kombiniert werden, die sich ihrem Charakter anpassen und sich nicht zu sehr in den Vordergrund schieben. Das Fleißige Lieschen (Impatiens), Eisbegonien (Begonia) oder Studentenblumen (Tagetes) wären aufgrund ihrer Blütengröße und -fülle sehr präsent im Beet. Besser ergänzen hier die hohen Löwenmäulchen (Antirrhinum), der Leberbalsam (Ageratum) oder das Eisenkraut (Verbena) das Bild, erläutert die Gartenarchitektin. Wer etwas Niedriges sucht, sollte Doppelsporn (Diascia) und Elfenspiegel (Nemesia) nehmen.

Wann das Treiben der Sommerblumen beginnt, hängt vor allem von der Pflanzenauswahl ab. Zum Hochsommer ist die Vielfalt groß. Dann öffnen die Wärme liebenden Sommerblumen ihre Blüten. Ringelblumen (Calendula), Schmuckkörbchen (Cosmos), Seidenmohn (Papaver) und Jungfer im Grünen (Nigella) bilden intensive Farbtupfer. Mit Anmut und Eleganz erobern Spinnenblumen (Cleome), die über einen Meter hoch werden, das Staudenbeet.

Manche der Einjährigen halten sich jedoch mit Blüten vollkommen zurück. Sie wirken durch ihre Blätter und ihren Habitus besonders eindrucksvoll. Gartengestalter bezeichnen sie als Strukturbildner. „Hier kann man auf ein tolles Sortiment sowohl für die Höhe als auch für Ränder und Flächen zurückgreifen”, erläutert Orel.

Ein Beispiel dafür sind die vielen Züchtungen der Süßkartoffel (Ipomoea batata). Sie haben herzförmige Blätter, die es in frischem Grün und dunklem Burgunderrot gibt. Häufig werden sie als überhängende Pflanzen in Töpfen verwendet, aber als Bodendecker sind sie ebenfalls gut einsetzbar. Eine Alternative ist das Currykraut (Helichrysum tianshanicum) mit filigranem, grauem Laub. „Die Büsche sind bestens als Strukturbildner geeignet”, erklärt die Gartengestalterin.

Nicht alle Sommerblumen blühen vom Frühsommer bis in den Herbst hinein. Während einige Arten sich erst in der Wärme des Sommers entfalten, sind einige der frühblühenden Sommerblumen schon schnell wieder weg. Das Spektakel lässt sich aber verlängern: „Die kurz blühenden Sommerblumen können durch regelmäßiges Abschneiden der verblühten Stängel oder Triebe bis zur nächst tieferliegenden Verzweigung zu ständigem Weiterblühen angeregt werden”, erklärt Orel. Sonst bilden sich rasch Samen, was den Pflanzen Energie raubt und eine weitere Blüte verhindert.

„Besonders gut funktioniert das beim Scharlach-Salbei (Salvia coccinea)”, sagt die Gartenarchitektin. Bei der Jungfer im Grünen sind aber beispielsweise nicht nur die wasserblauen Blüten dekorativ, sondern auch die dunkel gestreiften, blasenförmigen Samenstände. Daher ist es hier gut, die Samen in Etappen im Beet auszusäen, um so immer wieder Pflanzen in der Blüte und welche mit Samenständen zu haben. Nachgesät wird immer, wenn die neuen Sämlinge zu sehen sind.

Die Samenbildung hat bei diesen kurzlebigen Pflanzen eine besondere Bedeutung. „Die Samen sind die Arche der Sommerblumen”, sagt Schulz. Sie überdauern so die Zeit der Trockenheit oder der Fröste. Die einjährigen und zweijährigen Pflanzen tragen dabei in der kurzen Lebenszeit nicht nur die Verantwortung für ihr eigenes Leben, sondern auch für die ganze Art und damit alle nachfolgenden Generationen.

Verlängert ein Hobbygärtner die Blütezeit und kappt immer wieder die Samenstände, sollte er daher aber zum Ende des Sommers hin diese heranreifen lassen, die Samen sammeln und sie im nächsten Jahr wieder in die Lücken im Beet geben. So beginnt der Prozess erneut.

(dpa)