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München: Austausch alter Geräte: So spart man richtig

München : Austausch alter Geräte: So spart man richtig

Die Stromkosten steigen Jahr um Jahr. Wer die Zahlungen eindämmen will, muss wohl oder übel investieren, sagen natürlich Hersteller von Haushaltsgeräten. Aber selbst Energieexperten stimmen zu: Alte Waschmaschinen und Kühlschränke sind Kostenfallen.

Einen hohen Verbrauch haben grundsätzlich ältere Geräte. „17 Prozent aller Hausgeräte in Deutschland sind 14 Jahre und älter”, sagt Volker Klodwig von der BSH-Geschäftsleitung in München. Die Hersteller haben in den vergangenen Jahren bei der Entwicklung ihren Fokus auf die Energieeffizienz gelegt, jedes Jahr preisen sie noch verbrauchsärmere Waschmaschinen sowie Koch- und Kühlgeräte an. Und so sagt auch Klodwig: „Wer sich heute neue Geräte anschafft, kann jährlich mehrere hundert Euro sparen.” Doch was sagen unabhängige Energieexperten dazu?

Ob Kühlschrank, Waschmaschine und Co. nach 15, 10, 8 oder schon nach 5 Jahren ausgewechselt werden sollten, kann man nicht pauschal sagen, findet Tina Kienzel von der Verbraucherzentrale Bayern. „Das hängt immer von der individuellen Nutzung ab.” In den vergangenen Jahren seien allerdings die Fortschritte bei der Energieeffizienz so gewaltig gewesen, dass ältere Geräte mit einer niedrigen Effizienzklasse nicht mehr mithalten können. „Bei einem zehn Jahre alten Kühlschrank sollte man schon über einen Neukauf nachdenken”, sagt daher auch Richard Agerer von der Initiative Energieeffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin.

Eine durchschnittliche, 15 Jahre alte Kühl-Gefrierkombination verbrauche zum Beispiel 591 kWh im Jahr. Ein sehr effektives Neugerät bringe es dagegen auf 150 kWh und spare damit 116 Euro jährlich, rechnet Herstellervertreter Volker Klodwig vor. Auch der Austausch eines uneffizienten Wäschetrockners amortisiere sich schnell: Während ein 15 Jahre altes Gerät 585 kWh im Jahr benötige, komme ein neues mit 220 kWh aus. Das spare 96 Euro pro Jahr.

Wann letztlich der geeignete Zeitpunkt für einen Neukauf ist, können Verbraucher mit Hilfe einer Datenbank der Deutschen Energie-Agentur ermitteln. Auf der Webseite www.topgeraete.de finden sie Informationen zu etwa 5000 energieeffizienten Geräten. Dort können sie das Baujahr und die Größe ihres aktuellen Gerätes eingeben und sehen auf einen Blick, um wie viel sie ihre Stromkosten mit einem neuen Modell senken können.

„Vor dem Einkauf sollten Kunden auch ruhig einmal den Verbrauch ihres alten Kühlschranks checken”, rät Verbraucherschützerin Tina Kienzel. „Um ein realistisches Bild zu bekommen, muss aber mindestens eine Woche lang gemessen werden.” Denn der Stromverbrauch eines Kühlschranks ist nicht nur abhängig von der Effizienzklasse des Gerätes. Auch das Nutzerverhalten spielt eine große Rolle. So steigt der Energiebedarf, wenn die Kühlschranktür oft und für lange Zeit geöffnet wird, oder wenn dicke Eisschichten den Innenraum überziehen.

Kienzel empfiehlt Käufern, sich über ihre persönlichen Bedürfnisse klar zu werden. Denn nicht jedes Modell ist für jeden richtig: „Beim Kühlschrank muss es zum Beispiel nicht immer das größte Modell sein”, sagt die Expertin. „Immerhin steigt der Stromverbrauch pro 100 Liter Nutzungsvolumen um 20 Prozent. Für einen Single genügen 100 bis 140 Liter, Familien sollten pro Person 50 Liter einkalkulieren.”

Orientierung bietet auch das EU-Label. Seine Farb- und Buchstaben-Abstufung informiert über die Energieeffizienz. Bei Kühl- und Gefriergeräten, Wasch- und Spülmaschinen sowie Wäschetrocknern reicht die Skala heute von A+++ bis D.

Die Skalen haben sich vor einiger Zeit auch geändert. Vor Jahren waren alle A-Geräte besonders sparsam - doch die Entwicklung ging schnell voran, und die Einteilung reichte nicht mehr aus. Bei Kühl- und Gefriergeräten, Wasch- und Spülmaschinen ist aktuell nur noch A+++ besonders effizient, A++ ist bereits mäßig und Geräte mit A+ oder A sollte man eher meiden, informiert die Energieberatung der Verbraucherzentralen. Auch sie hat eine Liste aktuell besonders effizienter Haushaltsgeräte zusammengestellt, die unter http://dpaq.de/PgZ7T abrufbar ist.

Angesichts ständig steigender Energiepreise empfiehlt die Deutsche Energie-Agentur, als Investition in die Zukunft möglichst Neugeräte mit dem besten Energielabel anzuschaffen. Denn damit erreicht man den größten Einspareffekt. Aber: „Da A+++-Geräte recht neu am Markt sind, sind sie teilweise noch eher teuer in der Anschaffung”, stellt Richard Agerer klar. „Hier gilt es die Stromkostenersparnis mit den Mehrkosten beim Kauf zu vergleichen. Es kann passieren, dass sich die Kosten während ihrer durchschnittlichen Lebensdauer nicht ganz amortisieren.” Doch es gebe auch viele Geräte mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Und wer beim Neukauf sparen will oder muss, kann auch auf eine niedrigere Effizienzstufe zurückgreifen. „Weniger als A ++ sollte es aber nicht sein”, sagt Agerer. Wichtig sei es außerdem, die alten Geräte konsequent zu entsorgen: „Wer sich nach dem Kauf einer neue Kühl-Gefrierkombination seinen alten Kühlschrank als Bierkühler in den Partykeller stellt, spart nicht, sondern zahlt am Ende drauf”, warnt der Energieexperte.

(dpa)