Opel Astra GS: Ziemlich normal

Opel Astra GS : Ziemlich normal

„Ach, so etwas Normales“, lautet die etwas nüchterne Reaktion eines Bekannten, als er erfährt, dass gerade ein Opel Astra als Testwagen vor der Tür steht. Doch wenn das Normale mit so viel Selbstverständlichkeit verbunden ist wie bei der aktuellen Generation des Kompaktwagens, dann hat das im Alltag durchaus Vorteile.

Erst seit wenigen Wochen steht die überarbeitet Version des Astra bei den Opel-Händlern. An der äußeren Form hat sich wenig verändert. Musste es auch nicht, denn der 4,37 Meter lange Viertürer sieht modern und frisch aus. Die markanten Linien, die die Fronthaube zieren, tragen ebenso dazu bei wie die dynamische Gestaltung der Seitenlinie. Etwas Feintuning haben die Rüsselsheimer Entwickler am Außenblech aber dennoch betrieben. Aufgrund dieser Detailarbeit konnte der Luftwiderstandswert von bisher 0,285 cW auf jetzt 0,26 cW gesenkt werden. Glaubt man dem Hersteller, der niedrigste Wert in seiner Klasse.

Gewohnt großzügig sind die Platzverhältnisse im hochwertig wirkenden Innenraum. Das zahlt sich im Alltag aus. Selbst das nach hinten abfallende Dach wirkt sich nicht negativ für im Fond sitzende Personen aus. Bei einer Körpergröße von um die 1,85 Meter bleibt noch ausreichend Kopffreiheit. Auf den vorderen Sitzen ist das Raumgefühl sowieso tadellos. Zudem sind die für ihre Ergonomie mit dem so genannten AGR (Aktion gesunder Rücken)-Zertifikat ausgezeichneten Sitze (Serie) auf langen Fahrten tatsächlich sehr bequem. Die Lehne ist hoch geschnitten, die Kopfstütze stört nicht und die Polsterung mit den Seitenwagen ist angenehm straff.

Zur Alltagstauglichkeit des Astra trägt zudem ganz wesentlich die übersichtliche Gestaltung des Armaturenträgers bei. Sämtliche Funktionen erklären sich von selbst. Alle Informationen sind ohne großartiges Suchen abrufbar. Das gilt ebenso für Angaben wie Reichweite oder Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem digitalen Infodisplay. Klar und gestochen scharf ist ebenso das Bild der Rückfahrkamera, die bei schlechtem Wetter noch überraschend lange ein akzeptables Bild liefert.

Die Vernetzung mit dem Apple CarPlay oder Android Auto kompatiblen Multimedia Navi Pro (900 Euro), zu dem ein acht Zoll großer Farb-Touchscreen gehört, entspricht dem aktuellen Stand. Große Symbole oder eine gut funktionierende Spracheingabe erleichtern die Bedienung. Zunächst ungewohnt ist die permanente Anzeige des Fernlichts, wenn das LED-Matrix-Licht (1450 Euro) mit an Bord ist. Doch die Sorge, entgegenkommende oder vorausfahrende Verkehrsteilnehmer könnten durch die hellen Scheinwerfer gestört werden, erweist sich als unnötig. Diese Fahrzeuge werden zuverlässig ausgeblendet.

Für das Gepäck steht ein 370 Liter fassender Kofferraum zur Verfügung. Die Ladekante ist mit 70 Zentimetern Höhe angenehm niedrig und es gibt nur eine kleine Stufe nach innen. Klappt man die Lehnen der Rücksitzbank vor, entsteht eine leicht schräge Ladefläche und das Ladevolumen steigt auf bis zu 1210 Liter an.

Als stimmiger Antrieb erweist sich der 1,2-Liter-Dreizylinder (130 PS). Ein maximales Drehmoment von 225 Newtonmetern zwischen 2000 und 3500 Umdrehungen sorgt für ausreichend Kraft bei Überholmanövern oder Zwischensprints. Laut Opel gelingt der Sprint aus dem Stand auf die Tempo-100-Marke in 9,9 Sekunden. Bei 215 Kilometern in der Stunde ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Die angenehme Laufruhe sowie die geringen Arbeitsgeräusche begründet Opel mit der neu installierten gegenläufigen Ausgleichswelle im Motorblock. Das leichtgängige Sechsgang-Schaltgetriebe harmoniert mit dem Triebwerk. Ebenfalls passend dazu präsentiert sich das Dynamik-Fahrwerk (250 Euro), für das die Techniker eine gute Mischung zwischen sportlich-straff und komfortabel gefunden haben. Den Normverbrauch gibt Opel mit maximal 5,5 Litern an. In der Praxis mit diversen zügigen Autobahnfahrten und viel Stadtverkehr zeigt der Bordcomputer einen Liter mehr an.

Die GS-Version des Astra (ab 24.670 Euro) ist unter anderem mit einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik,Regen- und Lichtsensor, City-Notbremsassistent, Frontkollisionswarner sowie Spurhalte-Assistent ausgestattet. Mit Extras wie der Leder-Ausstattung (2300 Euro), 17-Zoll-Leichtmetallfelgen (350 Euro), Parkassistent (850 Euro) und Verkehrsschild-Assistent (400 Euro) kommt am Ende ein Preis von 33.485 Euro zusammen. Auch in dieser Hinsicht ist also alles ziemlich normal

(amv)