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Winter 2021: Wie AllSeason-Reifen das Leben erleichtern

Cooler Allrounder : Winter 2021: Wie AllSeason-Reifen das Leben erleichtern

Sie sind gerne flexibel und spontan? Dann sparen Sie sich den Reifenwechsel im Herbst. Ganzjahresreifen können eine interessante Alternative sein. Dieser Überblick gibt alle wichtigen Informationen und vergleicht mit Ganzjahres- mit Winterreifen.

Einmal aufziehen, und das ganze Jahr damit fahren - so lautet das Versprechen der AllSeason-Reifen. So gesehen sind Ganzjahresreifen bequem - und sie werden immer beliebter.

Die Nachfrage nach Ganzjahresreifen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Laut ADAC ist ihr Anteil unter allen verkauften Pkw-Reifen im Jahr 2019 auf 20 Prozent gestiegen.

Was sind Ganzjahresreifen eigentlich genau?

Berg und Schneeflocke: Alle wintertauglichen Reifen, die seit dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden, brauchen das Alpine-Symbol.
Berg und Schneeflocke: Alle wintertauglichen Reifen, die seit dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden, brauchen das Alpine-Symbol. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Im Grunde sind Ganzjahresreifen ein Mix aus Sommer- und Winterreifen. Das sehen Sie ihnen auch an. Laut ADAC haben sie kleine Lamellen wie die Winterreifen und ausgeprägte Längsrillen wie die Sommerreifen.

Ganzjahresreifen schaffen einen großen Spagat - die Gummimischung hat laut ADAC bei Temperaturen zwischen minus 30 und plus 40 Grad zu funktionieren.

Für wen eignen sich Ganzjahresreifen?

Ganzjahresreifen sind für Autofahrer geeignet, die...

  • in der Stadt wohnen und öffentliche Verkehrsmittel als Alternative nutzen können,
  • in einer Region mit milden Wintern und Sommern leben,
  • mit dem Auto im Winter nicht durch die Berge und im Sommer nicht in den Süden reisen,
  • das Auto auch mal stehen lassen können - etwa bei Schnee sowie sehr kalten oder warmen Temperaturen,
  • nur ab und zu mit dem Auto unterwegs sind, und nicht ständig auf das Fahrzeug angewiesen sind,
  • die einen Zweitwagen haben.

Idealerweise haben Freunde oder Kollegen ein Auto mit Winterreifen und können Sie mal mitnehmen. Dann können Sie sich beim Fahren abwechseln und Sie sind vom Wetter unabhängiger.

Was sagen Tests über Ganzjahresreifen?

Ganzjahresreifen konnten laut ADAC unter extremen Testbedingungen oft nicht überzeugen. Das berichtete die Zeitschrift „ADAC Motorwelt“ (03/20) nach einem Test von sieben Ganzjahresreifen von bekannten Markenherstellern. Alle sieben Modelle konnten guten Sommer- und Winterreifen nicht das Wasser reichen. Für den Alltag in der Stadt ohne Eis und Schnee sind sie geeignet.

Ob Sie wirklich auf Sommer- und Winterreifen verzichten, sollten Sie sich überlegen. „Die Kombination aus Winter- und Sommerreifen lohnt sich für Vielfahrer meistens - und ist oft günstiger und sinnvoller“, sagt Marcel Mühlich, Experte beim ACE.

Sind Ganzjahresreifen im Winter wirklich sinnvoll?

Grundsätzlich dürfen Sie mit Ganzjahresreifen im Winter fahren, wenn diese das Alpine-Zeichen an der Reifenflanke tragen.

Das erkennen Sie am dreieckigen Piktogram: Schneeflocke und Berg. Das ist Pflicht für alle Winterreifen, die seit 1. Januar 2018 hergestellt werden.

Ganz ehrlich, Ganzjahresreifen sind nicht immer sinnvoll. Sie kommen laut ADAC nicht an die gute Leistung der Sommer- und Winterreifen heran. Grund: Ganzjahresreifen sind im Winter meist nicht weich genug und im Sommer nicht hart genug.

„Das Material der Allwetterreifen ist ein Kompromiss aus beiden Welten - das Gummi der Reifen ist härter als bei klassischen Winterreifen, aber weicher als bei Sommerreifen, erklärt Mühlich.

Darin sieht Mühlich bei bestimmten Witterungsverhältnissen ein Sicherheitsrisiko: „Bei winterlichen Bedingungen - also starkem Schneefall oder Matsch und Eis - würde ich empfehlen, ein Fahrzeug mit Ganzjahresreifen stehen zu lassen“. Die Haftung des Profils sei beim Bremsen und in Kurven einfach nicht so gut.

Denn: Winterreifen besitzen nicht nur eine weiche Gummimischung, sondern auch viele Lamellen, also kleine wellenförmige Einschnitte in den Profilblöcken, die maßgeblich dazu beitragen, dass der Winterreifen auf Schnee und Eis eine bessere Haftung hat.

Wie lange halten Ganzjahresreifen?

Grundsätzlich gilt laut ADAC, dass Winterreifen nicht älter als acht Jahre sein sollten. Neue Sommerreifen sind nach acht bis zehn Jahren nötig.

Ganzjahresreifen nutzen sich noch schneller ab. „Zum Teil verschleißen sie doppelt so schnell wie Winter- und Sommerreifen“, sagt Mühlich.

Für viele Autofahrer dürfte es günstiger sein, mit Sommer- und Winterreifen zu fahren. Zumal der Wechsel der vier Räder in der Werkstatt schon ab 20 Euro möglich ist. Zum Teil kommen dann noch Materialkosten hinzu sowie Kosten für das Auswuchten der Räder. Das beträgt etwa 12 bis 32 Euro für vier Räder.

Wo finden Sie gute Ganzjahresreifen?

Die oval eingefasste Zahl 4817 zeigt, wie alt dieser Reifen ist: Er wurde in der 48. Kalenderwoche des Jahres 2017 hergestellt.
Die oval eingefasste Zahl 4817 zeigt, wie alt dieser Reifen ist: Er wurde in der 48. Kalenderwoche des Jahres 2017 hergestellt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Suchen Sie im Internet nach Angeboten. Wichtig dabei: Die genaue Bezeichnung der Reifen, die Traglast und Höchstgeschwindigkeit müssen zum Fahrzeug passen.

Der Vergleich gibt Ihnen einen guten Überblick, wie teuer der gesuchte Reifen ist. Zum Kaufen und Montieren der Reifen gehen Sie meist zum Fachhändler oder in eine Werkstatt.

Der Vorteil: Dort bekommen Sie die Reifen und den Wechsel aus einer Hand - das spart meist Extrakosten, etwa für den Versand.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Ganzjahresreifen für Sie gut sind, orientieren Sie sich an Tests - zum Beispiel vom ADAC oder ACE.

Dabei sollten Sie sich fragen, in welchen Bereichen muss der Reifen gut sein? „Es bringt ja nichts, wenn der Reifen perfekt auf Schnee abgestimmt ist, aber der Fahrer nie in verschneiten Regionen unterwegs ist“, sagt Mühlich. Dann sollten Sie eher etwa auf eine gute Haftung beim Bremsweg achten.

© dpa-infocom, dpa:210721-99-465164/20

(dpa)