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Wie man Wildunfälle am besten vermeiden kann

Vorsicht geboten : Wie Wildunfälle vermeiden?

Besonders früh morgens und am Abend ist das wilde Leben in Deutschlands Wäldern aktiv. Wer in der Dämmerung mit dem Auto unterwegs ist, sollte außerorts vorausschauend fahren. Sonst droht ein Wildunfall mit schwerwiegenden Folgen.

Wildunfälle, also Unfälle bei denen am Fahrzeug Schäden durch Ausweichen oder den Zusammenstoß mit einem Tier (Haarwild) entstehen, machen etwa fünf Prozent aller Straßenverkehrsunfälle aus. Durchschnittlich alle zwei Minuten kollidiert ein Wildtier mit einem Fahrzeug. Die Gesamtzahl der Wildunfälle liegt bei jährlich 270.000. Dabei werden 2500 Menschen verletzt, bis zu 20 kommen ums Leben, so der ADAC. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) werden jedes Jahr mehr als eine Million Wildtiere bei Unfällen getötet. Die meisten Kollisionen gibt es mit Rehen. Unfälle mit Wildschweinen nehmen laut DJV jedoch stark zu.

„Vor allem nach Wildwechsel-Schildern sollte man langsam fahren und auf die Fahrbahnränder achten“, erinnert Kaup von TÜV Süd in München. Wer statt Tempo 80 nur 60 fährt, verkürzt seinen Anhalteweg um 40 Prozent, also um 34 Meter. „Befinden sich Tiere bereits auf der Fahrbahn, heißt es umsichtig bremsen, abblenden und hupen“, rät Kaup. Außerdem sollten Autofahrer stets mit mehreren Tieren aus einem Rudel rechnen - Rehe und Wildschweine kommen selten allein.

Der TÜV Süd-Fachmann rechnet vor: „Schon bei 50 Kilometern pro Stunde (km/h) entwickelt ein 20 Kilogramm schweres Reh ein Aufprallgewicht von knapp einer halben Tonne. Das entspricht dem Gewicht eines Pferdes.“ Besteht das Risiko, den Gegenverkehr zu gefährden, im Straßengraben zu landen oder gar gegen einen Baum zu prallen, sollten Autofahrer keinesfalls versuchen, dem Wild auszuweichen. Was dann passieren kann, ist kaum kalkulierbar.

Wenn es trotzdem kracht: „Notruf 110 wählen“, rät Kaup und die Unfallstelle sichern. Die Polizei informiert den Jagdpächter, der sich um das angefahrene Tier kümmert. Selbst sollte man das Tier nicht anfassen und schon gar nicht das Tier in den Kofferraum laden, das gilt als Wilderei. Die Polizei stellt eine Bescheinigung für die Versicherung aus. „Zudem helfen Smartphone-Fotos von der Unfallstelle, um Ansprüche auf Schadensersatz zu untermauern“, rät Kaup.

Dann heißt es, sich um das eigene Auto zu kümmern. Weiterfahren? Kommt auf die Schäden an. Ein Abschleppdienst ist notwendig, wenn Öl oder Kühlwasser austreten. Doch schon nach weniger schweren Kollisionen kann das Fahrzeug nicht mehr verkehrssicher sein, etwa im Dunkeln mit kaputten Scheinwerfern. „Selbst nach Kollisionen mit kleineren Tieren wie Hasen oder Füchsen, wenn oberflächlich gar nichts zu sehen ist, sollte man sein Auto penibel in Augenschein nehmen“, legt der TÜV Süd-Fachmann Autofahrern ans Herz. Moderne Fahrzeuge sind am Unterboden großflächig mit Kunststoff verkleidet. Diese Platten splittern beim Überrollen, reißen sich los und können anschließend an Reifen oder Fahrwerksteilen scheuern sowie andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Eine Gefährdung liegt auch vor, wenn die Frontscheibe beschädigt wurde und keine einwandfreie Sicht mehr gegeben ist.

(amv)