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VW ID.3 1st Edition: VW startet in neue Ära der Elektromobilität

VW ID.3 1st Edition : VW startet in neue Ära der Elektromobilität

Die Werbetrommel rührt Volkswagen schon seit geraumer Zeit. Doch bislang ist noch kein einziger ID.3 an einen Kunden ausgeliefert worden. Von sofort an aber ist das Elektroauto als so genannte 1st Edition zumindest bestellbar.

Der angekündigte Basispreis von weniger als 30.000 Euro aber rückt bei dieser ersten Auflage laut Liste in weite Ferne. Schließlich werden für diese Version mindestens 39.995 Euro aufgerufen. In der Variante Plus kostet der ID.3 1st nochmal 5000 Euro, in der besonders hochwertig ausgestatteten Version Max sogar 10.000 Euro mehr. Allerdings können sich Kunden über die bis Ende 2021 erhöhte Kaufprämie des Bundes in Höhe von 6000 Euro für E-Autos bis 40.000 Euro freuen. Die Hersteller packen noch einmal 3000 Euro drauf. Für die Plus- und Max-Ausstattungen gibt es unterm Strich einen Zuschuss von 7500 Euro. Angesichts dieser stattlichen Innovationsprämien dürfte der dann tatsächlich um die 30.000 Euro teure ID.3 deutlich an Attraktivität gewinnen. Außerdem spendiert Volkswagen bei der 1st Edition im ersten Jahr zusätzlich noch entweder 2000 kWh oder 600 Euro Stromzuschuss.

Angetrieben wird das zunächst einzig verfügbare Modell der Elektro-Baureihe von einem 150 kW (204 PS) starken Elektromotor mit einem Drehmoment von 310 Newtonmetern. Das im Heck angesiedelte Aggregat treibt die Hinterräder an und wird mit Energie aus einer Batterie mit einer Kapazität von 58 Kilowattstunden (kWh) gespeist. Damit kann laut VW eine Reichweite von etwa 420 Kilometern erzielt werden. Das Höchsttempo ist mit 160 Kilometern pro Stunde angegeben. Geladen wird entweder mit elf kW an einem AC-Anschluss oder mit 100 kW an einer DC-Anlage. Auf die Batterie gibt es eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometer.

Die erste Auflage des 4,26 Meter langen, 1,81 Meter breiten und 1,55 Meter hohen ID.3 ist umfangreich ausgestattet, etwa 18 Zoll große Aluräder, Navigationssystem, automatische Distanzregelung, LED-Rückleuchten und -Scheinwerfern sowie zwei USB-C-Schnittstellen. Zudem gibt es Zehn-Zoll-Touchscreen, Sprachbedienung, ein Touch-Panel für die Lichteinstellung (ähnlich wie beim Golf 8), Spurhalte- und Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Einparkhilfe vorne und hinten sowie ein Tempobegrenzer.

Das gut bestückte Ausstattungspaket kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Software noch immer nicht auf dem Stand ist, auf der sie bei der Markteinführung eigentlich sein sollte. So sind elektronische Nachrüstungen bereits fest eingeplant. Die erste soll beim Händler erfolgen, alle weiteren "over the air", wie es beim Smartphone längst geübter Alltag ist. Mithilfe einer sicheren Mobilfunkverbindung sind dann schrittweise diverse Updates verfügbar.

Für Klaus Bischoff, Chef-Designer im VW-Konzern, ist der ID.3 so etwas wie die Reinkarnation des Käfers. In erster Linie ist es dabei wohl die Rückkehr des Heckmotors, die Bischoff dabei im Blick hat. Auf der anderen Seite steht der ID.3 für den Start der Marke ins Zeitalter der E-Autos. Und schließlich verkörperte der Käfer einstmals so etwas wie den Beginn der automobilen Fortbewegung für das Volk.

Der große Vorteil des Heckantriebs sowie des kleinen E-Motors ist der Raumgewinn im Passagierabteil. „Bei den Außenmaßen eines Golf bieten wir Platz wie in einem Passat“, betont der Design-Chef. So sei der Radstand sehr lang, die Überhäng vorne und hinten extrem kurz. Die klare und damit fast puristische Darstellung der Karosserie werde von der sehr geschlossenen Front sowie einer umlaufenden Linie, die sich durch die Türgriffe zieht, unterstrichen. Dominiert werden die Flanken zusätzlich von aerodynamisch geformten Seitenschwellern. Dass die hintere Scheibe relativ klein ist, liegt laut Bischoff am Querschnitt des Hecks. „Aus aerodynamischen Gründen verjüngt sich der Rücken des ID.3 ein wenig. Eine Maßnahme, die wir in Zukunft vermutlich bei allen Autos sehen werden.“ Um zumindest optisch für mehr Breite zu sorgen, ziehen sich die Rückleuchten aus den hinteren Radkästen in die Heckklappe, wo sie in einer immer schmaler werdenden Lichtleiste auslaufen.

Eher zurückhaltend zeigt sich VW beim Farbangebot für den ID.3. Außer Weiß, gibt es zwei echte Grautöne, sowie mit Silbermetallic und einem bläulichen Metallic zwei grauähnliche Lacke. Einzig das so genannte Makena Türkis sticht hervor. Dach und Heck sind generell in Schwarz lackiert. Ebenso sind die VW-typisch breite C-Säule sowie die Front mit einer Wabenstruktur bestückt. Das will die Designabteilung als eine der Differenzierungen zur Verbrennerwelt verstanden wissen.

Für den Innenraum haben die Gestalter für Grautöne mit weißen Applikationen oder - für etwas mutigere Kunden - ein zurückhaltendes Orange gewählt. Bei den eingesetzten Materialien steht laut Bischoff die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Bis auf das Lenkrad, das nach wie vor mit Leder ummantelt ist, gibt es ausschließlich tierfreie Oberflächen. Artvelours heißt das Material, das für die mit feinen hellen Linien verschönerten Sitze zum Einsatz kommt.

(amv)