Wolfsburg: VW Passat Alltrack: Kombi mit Geländewagen-Tugenden

Wolfsburg: VW Passat Alltrack: Kombi mit Geländewagen-Tugenden

Volkswagen hat seinen klassischen Kombi mit einigen Geländewagen-Tugenden gewürzt. Ein Passat für alle Fälle - als solches kann man den VW-Bestseller in der Alltrack-Version wohl bezeichnen.

Radhäuser und Einstiegsschweller samt Kunststoffbeplankungen sowie der optische Unterfahrschutz sind äußere Kennzeichen dafür, dass der 4,77 Meter lange Alltrack mehr als nur Asphalt kann. Verchromte Doppelendrohre oder die silbern eloxierte Dachreling verleihen dem Wagen auch auf dem Boulevard eine attraktive Figur.

Die Kombination aus rustikal und schick findet sich denn im Innenraum wieder: Pedalerie in Edelstahl auf der einen Seite, sportliche Stoffbezüge der Polster auf der anderen. Dazu das bewährt großzügige Platzangebot. Hinter den Vordersitzen - beidseitig absolut bequem, auf der Fahrerseite zudem individuell einstellbar sowie wirbelsäulenfreundlich in der ErgoComfort-Variante - gibt es so viel Freiraum, dass selbst großgewachsene Personen eine lange Reise bequem genießen können.

Genießen auch, weil das Passagierabteil generell mit wertigen Materialien glänzt. Vor dem Fahrer blickgerecht platziert finden sich die wichtigsten Anzeigen. Auf dem als TFT-Bildschirm ausgelegte Kombiinstrument (Aufpreis: 505 Euro) können Navikarte, Verbrauchsdaten oder andere Infos ganz nach den individuellen Vorlieben zwischen Tacho und Drehzahlmesser eingeblendet werden.

Während im Passagierabteil zahlreiche Ablagen für Ordnung an Bord sorgen, bietet das große Ladeabteil mit niedriger Ladekante mit 639 Litern Fassungsvolumen ausreichend Stauraum für Koffer und Taschen. Wer den Alltrack als Transporter nutzen will, kann hinter den Frontsitzen nach zwei Handgriffen 1769 Liter Laderaum auf ebener Fläche bestücken.

Das dadurch entstehende Gewicht macht dem 150 PS starken Zweiliter-Diesel nicht wirklich etwas aus. Der mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattete Selbstzünder verfügt über ein maximales Drehmoment von 340 Newtonmeter zwischen 1750 und 3000 Umdrehungen.

Schon der Antritt ist nicht schlecht. Erst einmal in Fahrt zeigen sich Durchzugskraft und Laufruhe bestens. Ebenso das niedrige Geräuschniveau. Wer es allerdings eilig hat, der zahlt einen entsprechenden Zuschlag beim Verbrauch. 9,1 Liter waren es bei ambitionierter Fahrweise, 7,4 Liter bei zurückhaltendem Gasfuß. 4,9 Liter sind von Volkswagen angegeben.

Ganz gleich auf welchem Terrain man sich mit dem Passat Alltrack bewegt, sein Fahrverhalten ist stets tadellos. Dafür sorgt im Fall der Fälle das unmerklich im Hintergrund arbeitende 4Motion-System. Es portioniert die Antriebskräfte je nach Bedarf automatisch auf die Achsen. Selbst abseits befestigter Wege rollt diese Version des Mittelklasse-Kombis locker dahin.

Dazu tragen die um 27 Millimeter höher liegende Karosserie und das entsprechend abgestimmte Fahrwerk bei. Steilere Bergabschnitte meistert der Wagen dank der serienmäßigen Bergabfahrhilfe selbstständig in gleichmäßigem Tempo. Einen negativen Einfluss bei flotter Fahrt über kurvenreiche Landstraßen haben diese Zugeständnisse an die Geländegängigkeit kaum.

Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 205 Kilometer pro Stunde erreicht. Aus dem Stand schnellt die Tachonadel in 9,2 Sekunden auf die Tempo-100-Marke. Dabei liegt der Passat liegt stets gut in der Hand und folgt selbst mit den 215/55er-Winterreifen auf 17-Zoll-Alurädern direkt den Anweisungen des Fahrers.

Mehr Können und mehr Möglichkeiten bedeuten einen höheren Preis. Mit 38.550 Euro ist der Passat Alltrack in seiner Basisversion etwa 3000 Euro teurer als der vergleichbare Variant mit Allradantrieb. Allerdings sind bei dem dann Extras wie die Fahrprofilauswahl inklusive Offroad-Programm, das Multifunktions-Lederlenkrad, der Parkpilot im Front- und Heckbereich oder LED-Scheinwerfer noch nicht mit an Bord.

Mit 2900 Euro Aufpreis schlägt das Fahrer-Assistenz-Paket zu Buche. Doch es enthält durchaus sinnige Optionen wie die automatische Distanzregelung DCC, den Fernlichtassistenten, die City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung oder den Ausparkassistent, der beim Rückwärtsfahren kreuzenden Verkehr erkennt.

Für noch mehr Sicherheit sorgen zudem die Rückfahrkamera (405 Euro) in Verbindung mit der Umfelderkennung Area View (865 Euro). Auch das kann durchaus hilfreich sein, um unnötige Rempler zu vermeiden - schließlich gehört der Ausflug in unwegsameres Gelände zu den Möglichkeiten des Alltracks.

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