Köln: Volvo V60 D4 Momentum: Es war einmal

Köln: Volvo V60 D4 Momentum: Es war einmal

Volvo stellt seine Tradition auf den Kopf. Wem sich bei der Wortkombination „Volvo“ und „Kombi“ immer noch kastenförmige Familienkutschen vor dem inneren Auge auftun, erliegt Urteilen von gestern.

Der Mittelklassekombi V60 des schwedischen Herstellers ist ein echter Beau und mit dem Vierzylinder-Diesel (181 PS) darf er sich mit Fug und Recht so nennen, wie es die Volvo-Marketingabteilung bestimmt hat: ein „dynamischer Sportkombi“. Markante Sicken in der Motorhaube, flach gestreckte Seitenlinien, die nach hinten stark abfallen, kaum zu glauben, dass sich hinter der Heckklappe noch nennenswerter Gepäckraum bietet.

4,64 Meter lang, knapp zwei Meter breit und 1,50 Meter hoch, offeriert der V60 gleichwohl ein Laderaumvolumen von 430 Litern. Das ist zwar nicht üppig, aber für das normale Reisegepäck reicht der Platz. Ist mehr gefragt, lassen sich die dreigeteilten Rücksitzlehnen leicht zu einer ebenen Ladefläche umklappen. Das Ladevolumen wächst auf maximal 1241 Liter.

Fahrer und Mitfahrern bietet der Volvo ebenfalls ausreichend Platz. Fond-Passagiere sollten allerdings nicht zu groß sein, dann wird es eng, besonders um den Kopf. Auf den vorderen Plätzen ist dies jedoch kein Problem. Reinsetzen, alles Wichtige finden, losfahren, so geht das im V60.

Hochwertige Materialien, sinnvoll angeordnete Bedienelemente und Instrumente machen es leicht, sich auf längeren Strecken wohl zu fühlen. Bevor die unter die Räder genommen werden, muss sich jedoch der Fahrer mit einer Vielzahl an elektronischen Helfern auseinandersetzen und die „Sprache“ des piependen und warnblinkenden Autos verstehen: aktives Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystem mit Bremsassistent, Notbremsassistent mit automatischer Fußgänger-und Fahrradfahrer-Erkennung, Blind Spot Information System (BLIS) zur Überwachung des toten Winkels, Warnsystem bei Übermüdung und unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur, Verkehrszeichen-Erkennung, intelligenter Fernlicht-Assistent - dies alles beinhaltet das Ausstattungspaket „Fahrerassistenz Pro“ (Aufpreis: 2150 Euro).

Und auch, wenn es den Fahrpuristik-Fan bei dieser Aufzählung schüttelt - man gewöhnt sich schneller als gedacht an diese sicherheitsrelevanten Extras und weiß sie alsbald zu schätzen. Der 181 PS starke Zweiliter-Vierzylinder-Diesel ruft dem Fahrer schon beim ersten Druck auf das Gaspedal statt des gelassenen schwedischen „Hej“ eher ein südeuropäisch-temperamentvolles „Hola“ entgegen. In 7,6 Sekunden geht es bis Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 225 Kilometern pro Stunde (km/h) erreicht (Werksangaben).

Eine technische Besonderheit des neuen Diesel-Aggregats sind die separaten Drucksensoren an jedem Einspritzventil, die für jeden Zylinder die optimale Einspritzmenge und den besten Einspritzzeitpunkt kontrollieren und variieren. Im Verbund mit Einspritzdrücken von bis zu 2500 bar lässt sich der Kraftstoff damit präziser dosieren, sachte und entspannt oder aber forsch fahren.

Mit Start-Stopp-System ausgestattet soll der V60 D4 laut Hersteller im vorgegebenen Drittelmix 3,9 Liter Diesel (CO2 103 Gramm pro Kilometer) verbrauchen. Der Bordcomputer signalisierte je nach Fahrweise um die sechs Liter. Der Hightech-Sport-Kombi mag mit mancher Tradition brechen. Bei der Preisgestaltung ist sich das Unternehmen treu geblieben. Entsprechend gestaltet sich die Preisliste. Minimum für den V60 D4 in der Version Momentum sind 39.350 Euro. Mit ein paar Kreuzchen in der umfangreichen Liste diverser Ausstattungsvarianten sind rasch 53.700 Euro erreicht.

(amv)
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