1. Leben
  2. Auto

Köln: Volvo V40 kommt mit der Weltneuheit Fußgänger-Airbag

Köln : Volvo V40 kommt mit der Weltneuheit Fußgänger-Airbag

Mit Autos von Volvo assoziieren die meisten Menschen Sicherheit und eigenwilliges Design. Beides liefert der schwedische Hersteller auch mit dem ab September zu Preisen ab 24.680 Euro erhältlichen V40.

Was wie ein Kombi anmutet, ist in den Papieren als Schrägheck mit einer halbwegs akzeptablen Kofferraumgröße (335 bis 1.032 Liter) ausgewiesen. Dieser Brückenschlag zwischen den Karosserievarianten verwundert angesichts des schwierigen Erbes nicht: Der 4,37 Meter lange V40 soll nicht nur das glücklose dreitürige Kompaktmodell C30 ersetzen, das zum Jahresende ausläuft, sondern auch die Limousine S40 sowie den beliebten und bereits ausverkauften Kombi V50.

Die Front ist im typisch dezent-dynamischen Volvo-Design gestaltet. Das Heck sieht recht massig aus, wirkt aber aufgrund der geschwungenen Rückleuchten und der C30-Anleihen angenehm markant. Dadurch gefällt der neue Schwede jedem Betrachter mindestens aus einer Perspektive. Gefällig wirkt auch der Innenraum. Die Aussicht auf das Armaturenbrett ist wie die Front von anderen Modellen bekannt und wirkt vertraut, obwohl die Instrumente in der gehobenen Version digital dargestellt werden und der Fahrer zwischen drei verschiedenen Layouts wählen kann.

Eine Wahl hat der Käufer auch in punkto Sicherheitsausstattung. Hier lassen sich zu einer sehr guten Basisausstattung noch zahlreiche Elemente der Unfallverhinderungstechnik vom Notbremsassistent bis hin zum Müdigkeitswarner gegen entsprechendes Entgelt hinzufügen.

Ein Novum liefern die Schweden mit dem ersten serienmäßigen Fußgänger-Airbag. Er löst aus, wenn es bei einem Tempo zwischen 20 und 50 Stundenkilometern (km/h) zu einem Unfall mit einem Passanten kommt. Dann hebt sich die Motorhaube um zehn Zentimeter an und binnen 50 Millisekunden breitet sich der pralle Luftsack am unteren Rand der Windschutzscheibe und entlang der A-Säulen aus. Auf diese Weise soll das Risiko für schwere Kopfverletzungen bei Fußgängern verringert werden.

Der V40 ist laut Volvo ein nahezu reines Kundenwunsch-Auto, das rund um den Käufer und seine Bedürfnisse designt wurde. Der Fußgänger-Airbag stand jedoch nicht auf der Interessenliste der Kunden. „Das war ein Volvo-Wunsch”, gesteht Bernhard Bauer, Geschäftsführer Deutschland. „Der Airbag ist ein Zeichen dafür, was wir bei Volvo können.” Und der Hersteller kann eine Menge, vor allem gute Autos bauen. Ein bisschen Unterstützung holt man sich dabei von der einstigen Mutter Ford, mit der Volvo beim Verkauf an den chinesischen Geely-Konzern Ende 2009 eine Zusammenarbeit bis zum Jahr 2017 vereinbart hat. Entsprechend finden sich im V40 Teile vom Focus.

Auch die zwei 1,6-Liter-Benzinmotoren mit 110 kW/150 PS bis 132 kW/180 PS stammen von Ford, während der kleinste der drei offerierten Dieselmotoren aus dem Hause PSA kommt. Der D2 besitzt einen Hubraum von 1,6 Litern und eine Leistung von 84 kW/115 PS. Zusammen mit dem maximalen Drehmoment von 270 Newtonmetern ab 1750 Umdrehungen pro Minute (U/min) ergibt das eine passable Alltagstauglichkeit. Um die zu erhalten, muss allerdings fleißig mit der manuellen Sechsgangschaltung gearbeitet werden. Dafür verbraucht der D2 auch recht wenig. Zwar sind die vom Hersteller genannten 3,6 Liter auf 100 Kilometer als Durchschnittsverbrauch (94 g CO2/km) kaum in der Praxis zu erreichen, aber bei verhaltener Fahrweise sind es auch nicht viel mehr als fünf Liter.

Naturgemäß mehr Schwung liefert der stärkere Fünfzylinder-Diesel D4 mit 130 kW/177 PS, der ebenso wie der mit knapp zwei Litern Hubraum gleich große D3 mit 110 kW/150 PS von Volvo selbst kreiert wurde. Das Plus an Leistung und das Drehmomentmaximum von 400 Nm ab 1750 U/min erfordern aber auch mehr Kraftstoff: Laut Volvo werden auf 100 Kilometern im Schnitt 4,3 Liter Diesel bei der Handschaltung und 5,2 Liter Diesel bei der Automatik mit sechs Gängen fällig (114 g CO2/km / 136 g CO2/km). Wer sich aber zwischendurch den einen oder anderen Parforceritt leistet, braucht aber auch gut und gern drei Liter mehr.

Passend zur Gangart kann der Widerstand des Lenkrades eingestellt werden. Drei Stufen - leicht, mittel und schwer - stehen dabei zur Auswahl. Unabhängig von der Einstellung bleibt der V40 stets ein leicht zu fahrendes und gut kontrollierbares Gefährt, das aufgrund seines gut abgestimmten Fahrwerks Komfort und Fahrspaß gleichermaßen bietet - so, wie es wohl jedem Kunden gefallen dürfte.