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Köln: Volvo stellt komplett auf eigene Motoren um

Köln : Volvo stellt komplett auf eigene Motoren um

Es waren einmal Fünf- und Sechszylinder - spätestens von 2017 an wird so der Anfang der Geschichte der Volvo-Triebwerke lauten. Mit den ersten drei Vertretern einer neuen Motorengeneration läutet der schwedische Autobauer jetzt die komplette Umstellung auf selbst entwickelte und gebaute Vierzylinder ein.

Die Rundumerneuerung der Antriebspalette ist ein Baustein, um nach dem Auslaufen der gemeinsamen Motorenfertigung mit Ford auch unter der chinesischen Mutter Geely wie ein eigenständiger Automobilhersteller agieren zu können.

Stand bisher der Name „Drive e“ nur für die verbrauchsärmsten Volvo-Aggregate im Angebot, tragen diese Bezeichnung künftig alle Diesel und Benziner der neuen Motorengeneration. Gemein ist ihnen ein identischer Block mit zwei Litern Hubraum, vier Zylindern, die Abgasnorm EU 6 und mindestens ein Turbolader. Beim Spitzenmodell T6 sorgt ein zusätzlicher Kompressor für noch mehr Vortrieb. Bei den Selbstzündern ist eine Leistungsspreizung von 120 bis 225 PS geplant, bei den Benzinern von 140 bis 306 PS.

Jetzt an den Start gehen zwei Benziner (245 PS/306 PS) sowie ein 182 PS starker Diesel. Schon bei ersten Fahreindrücken wird offenbar, den bisherigen Antriebsauellen mit mehr Hubraum und eben auch mehr Zylindern muss niemand eine Träne nachweinen. So arbeitet beispielsweise der kleinere Benziner an Bord des S60 (ab 37.500 Euro) nicht nur beeindruckend leise.

Agil und antrittsstark absolviert der Viertürer Überholmanöver zudem zügig und souverän. Dazu trägt wesentlich das maximale Drehmoment von 350 Newtonmetern bei, das zwischen 1500 und 4800 Touren bereitsteht. In 6,3 Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 Stundenkilometern (Werksangaben). Den Normverbrauch beziffert Volvo mit sechs Litern. Nur 4,5 Liter sollen es im XC 70 D4 (ab 42.630 Euro) mit dem Dieselantrieb sein. Auch der überzeugt sowohl im Antritt als bei Durchzug und Laufruhe.

Kombiniert werden die Aggregate mit zwei ebenfalls neuen Getrieben. Zur Wahl stehen eine exakt zu bedienenden Sechsgang-Schaltung oder eine fein abgestimmten Achtgang-Automatik, die ohne spürbare Zugkraftunterbrechung die Fahrstufen wechselt. Zunächst kommen die neuen Vierzylinder ausschließlich in den frontgetriebenen Modellen zum Einsatz.

Dazu zählt also auch der XC 60, der selbst im fünften Jahr seit seiner Markteinführung noch steigende Absatzzahlen aufweist und 30 Prozent aller Volvo-Verkäufe in Deutschland ausmacht. In den Allrad-Versionen (Verkaufsanteil immerhin 30 Prozent) setzt Volvo indessen weiterhin die altbekannten Triebwerke ein. Allerdings wurde der 2,4-Liter-Fünfzylinder-Selbstzünder überarbeitet und leistet nun 181 PS. So dauert es also noch eine Zeitlang bis es wirklich heißt, es war einmal.....

(amv)