1. Leben
  2. Auto

Berlin: Versicherung für PS-schwache Autos ist nicht immer günstiger

Berlin : Versicherung für PS-schwache Autos ist nicht immer günstiger

Eine niedrige PS-Zahl wirkt sich positiv auf den Beitrag zur Kfz-Versicherung aus - die vermeintliche Tatsache ist allerdings so nicht generell zutreffend. Laut einer Modellrechnung des Vergleichsportals TopTarif in Berlin können PS-schwache Kompaktwagen durchaus teurer sein als hochmotorisierte Fahrzeuge.

Hintergrund: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stuft Autos in sogenannte Typklassen in der Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko ein. Sie spiegeln vor allem zwei Faktoren wider: die Schadenhäufigkeit und die Kosten pro Schaden. Je mehr Schäden die Fahrer eines Modells anrichten und je teurer diese sind, desto teurer wird die Kfz-Versicherung.

„Die Typklasse hat einen besonders hohen Einfluss. Wer also bereits beim Kauf auf eine niedrige Typklasse achtet und nicht nur auf die PS-Zahl und die Größe des Wagens schaut, kann bei der Kfz-Prämie schon im Vorfeld sparen“, erläutert TopTarif-Geschäftsführer Arnd Schröder. Die Typklassen finden Verbraucher beispielsweise auf der Internetseite des GDV. Für die Abfrage sind die Hersteller- und Typ-Schlüsselnummer aus dem Fahrzeugschein notwendig.

Insgesamt, so erläutert Schröder, bestimmen mehrere Faktoren den Preis der Kfz-Versicherung, „aber nicht alle können Autofahrer beeinflussen“. Wer seinen Beitrag verringern möchte, kann zum Beispiel seine Schäden in Vertragswerkstätten reparieren lassen.

Das bringt im Schnitt bis zu 20 Prozent Rabatt. Weitere zehn Prozent Nachlass erhalten Autofahrer, wenn sie ihre Rechnung jährlich statt monatlich zahlen. Zudem empfiehlt es sich, einmal im Jahr seine persönlichen Angaben zu prüfen. Wer zum Beispiel nur noch die Hälfte an Kilometern im Jahr fährt, reduziert seine Prämie um bis zu 15 Prozent.

TopTarif hat für einen Berliner Modellfahrer die Versicherungskosten für zwei vergleichsweise PS-schwache Autos berechnet: ein Toyota Auris 1.4 (99 PS) und ein Opel Astra-K 1.6 (95 PS). Gleiches für zwei stark motorisierte Modelle: ein Volvo V 50 Kombi (230 PS) sowie ein Audi Q3 2.0 (220 PS). Für den Toyota zahlt der Modellfahrer im Schnitt 771 Euro im Jahr.

Gegenüber dem Volvo V 50 sind das rund 100 Euro mehr (13 Prozent), im Vergleich zum Audi Q3 Quattro sogar 122 Euro (16 Prozent). Dabei trennen die Fahrzeuge über 120 Pferdestärken. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Opel Astra (758 Euro): Auch dieser PS-schwache Kompaktwagen kostet gegenüber dem Volvo 86 Euro (elf Prozent) mehr in der Kfz-Versicherung. Beim Audi sind es 108 Euro (14 Prozent).

(amv)