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München: Unfallursache „toter Winkel“: Wie kann man sich schützen?

München : Unfallursache „toter Winkel“: Wie kann man sich schützen?

Zu den folgenschwersten Unfällen im Straßenverkehr zählen die zwischen einem Lastwagen und einem Radfahrer oder Fußgänger. Aber selbst Pkw-Fahrer können ungeschützte Verkehrsteilnehmer schnell übersehen.

„Deshalb ist der Schulterblick hier so wichtig, genauso wie vor dem Öffnen der Autotür und auf Autobahnen beim Überholen und Wiedereinordnen“, erinnert Marcellus Kaup von TÜV Süd in München. Elektronische Helfer wie etwa Sensoren (Blind Spot Detektoren), die den sogenannten „toten Winkel“ hinter dem Fahrzeug überwachen, sind zwar hilfreich, ersetzen jedoch nicht menschliche Aufmerksamkeit hinter dem Steuer. Aber auch Fußgänger wie Radfahrer sollten sich in solch kritischen Situationen umsichtig verhalten.

Erhöhte Unfallgefahr besteht, wenn ein Lkw-Fahrer rechts abbiegt und ein Radfahrer geradeaus fährt. Befindet sich der Radfahrer in diesem Moment direkt neben dem Lkw im toten Winkel, kann ihn der Lkw-Fahrer aufgrund der Unübersichtlichkeit seines Fahrzeugs leicht übersehen. „Zwar müssen Lkws über 3,5 Tonnen seit fast sieben Jahren mit einem erweiterten Spiegelsystem für eine lückenlose Rundumsicht ausgestattet sein“, weiß der TÜV Süd-Fachmann, „aber dennoch ereignen sich solche Unfälle immer wieder“.

Zweiradfahrer sollten ihrerseits vermeiden, direkt neben einem Pkw oder Lkw zu fahren und stets mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. „An einer roten Ampel oder einer Kreuzung sollten Radfahrer und Fußgänger über direkten Blickkontakt mit dem Fahrer sichergehen, dass sie gesehen werden“, rät Kaup zur Entschärfung der Gefahrensituation.

Zudem gilt es, einen sicheren Abstand zum Fahrzeug zu halten - entweder weit davor oder dahinter - und zu warten, bis es abgebogen ist. Radfahrer sollten zudem einkalkulieren, dass speziell bei einem Lkw der tote Winkel größer ausfällt, und es deshalb ungeachtet der eigenen Vorfahrt dringend geboten ist, darauf zu achten, dass der Lkw-Fahrer den Radler auch bemerkt hat. „Im Zweifel und der eigenen Sicherheit zuliebe heißt es, anhalten“, legt der TÜV Süd-Fachmann den schwächeren Verkehrsteilnehmern ans Herz. Auf keinen Fall sollte man auf sein Recht beharren.

Beim Rechtsabbiegen ist für Autofahrer der Blick in Rück- und Seitenspiegel sowie zur rechten Seite (Schulterblick) Pflicht, um nicht einen geradeaus fahrenden Radler zu übersehen. „Wer am Straßenrand parkt, sollte sich vor dem Öffnen der Tür vergewissern, dass sich kein Radler nähert“, erinnert Kaup und „das gilt ebenso für Beifahrer“.

Autofahrer wiederum sollten beim Einkurven in eine Vorfahrtsstraße nicht nur auf passierende Autos achten, sondern ebenso auf Radler aus beiden Richtungen. „Mancher ist viel schneller unterwegs als gedacht“, schildert Kaup seine Beobachtungen. Zu kritischen Situationen kommt es erfahrungsgemäß immer wieder in Einbahnstraßen. Viele dieser Straßen dürfen Pedaleure in beiden Richtungen benutzen und daran ist am Autosteuer ebenfalls zu denken.

Als Pkw-Fahrer kann man die Gefahr des toten Winkels durch die korrekte Ausrichtung der Außenspiegel minimieren. Dabei empfiehlt er beim Einstellen des linken Spiegels den Kopf so nahe wie möglich ans Fenster lehnen. „Dann justiert man den Spiegel soweit nach außen, dass das eigene Auto gerade nicht mehr zu sehen ist“, rät der TÜV Süd-Fachmann.

Der dadurch veränderte Einfallswinkel deckt dann den toten Winkel besser ab. Für die rechte Seite heißt es ebenfalls, sich etwas auf die Beifahrerseite zu lehnen und den Spiegel soweit nach außen zu richten, dass lediglich die Straße, nicht jedoch das eigene Fahrzeug zu sehen ist.

(amv)