Berlin: Überladung und zögerliches Bremsen: Unfall mit dem Wohnmobil

Berlin : Überladung und zögerliches Bremsen: Unfall mit dem Wohnmobil

Unfälle mit Wohnmobilen sind zwar selten, aber oft schwer. Häufig handelt es sich um Auffahrunfälle, bei denen die Unfallgegner schwerer verletzt werden als die Reisemobilinsassen. Das sind die Kernergebnisse eines Forschungsprojekts der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin.

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Überwiegend auf Landstraßen und am häufigsten bei Auffahrunfällen kommt es zu tödlichen Unfällen. „Viele davon müssten nicht sein, wenn Wohnmobile mit Bremsen nahe am Pkw-Niveau ausgerüstet und Fahrzeuge oft nicht auch noch überladen wären“, schildert UDV-Leiter Siegfried Brockmann Beobachtungen. Bremswege von 60 Metern seien nicht mehr zeitgemäß. Komme dann noch Ablenkung oder zögerliches Bremsen dazu, sei ein Auffahrunfall beinahe vorprogrammiert.

Doch möglicherweise haben die Wohnmobilfahrer auch Angst, dass beim Bremsen das Inventar im Innenraum umher fliegt. Diese Sorge ist nicht unberechtigt, wie ein Crashtest der UDV mit 70 Kilometer pro Stunde (km/h) zeigte: Ungesicherte Teile wurden dann im Innenraum zu Geschossen und hätten Insassen schwer verletzen können.

„Darüber hinaus kann auch der Fahrer etwas für mehr Sicherheit tun“, sagt Brockmann. „Er kann, um Überladung zu vermeiden, sein Fahrzeug mit Reisegepäck bei Prüforganisationen ruhig einmal wiegen lassen. Außerdem sollte er den Zustand seiner Reifen im Blick haben und das Reisegepäck sicher verstauen, so dass nichts umherfliegen kann.“

Brockmann sieht weitere Gefahren. So würden „bei der Bremsleistung und bei der Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen Reisemobile modernen Pkw deutlich hinterher hinken“. Deshalb sollten das Stabilitätsprogramm ESP und Notbremsassistenten für alle Fahrzeuge dieser Fahrzeuggattung obligatorisch sein. Zudem sollten die Gurtsysteme auf allen Sitzplätzen im Wohnmobil Pkw-Niveau besitzen: „Vor allem die Sitzplätze im Wohnbereich gilt es sicherer zu gestalten“ (Brockmann)