1. Leben
  2. Auto

Tipps und Hinweise zum Führerschein für Sportboote

Tipps und Hinweise : Wie macht man den Führerschein für Sportboote?

Der Verkehr auf den Wasserstraßen in deutschen Gewässern funktioniert im Prinzip ähnlich wie auf Straßen für Kraftfahrzeuge abseits des Wassers. Denn nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser gelten gesetzlich vorgeschriebene Verkehrsregeln.

Unter anderem müssen Promillegrenzen eingehalten werden und bestimmte Voraussetzungen zum Führen von Wasserfahrzeugen müssen Sie erfüllen, wenn Sie ein Sportboot steuern möchten. Einsteigen und mit dem Motor- oder Segelboot einfach durchstarten geht daher in den meisten Fällen nicht. Ab einer bestimmten Größe und Leistung muss eine entsprechende Fahrerlaubnis vorliegen, um Boote zu steuern.

Der Sportbootführerschein (kurz: SBF) ist hierbei das Gegenstück zum Führerschein auf der Straße. Aber wann bzw. für welche Boote muss man den sogenannten SBF-Schein nachweisen? Und wer bietet Kurse für Theorie- und Praxisstunden an, um einen Sportbootführerschein zu erwerben? Diese und weitere Fragen beantworten wir für Sie in unserem Ratgeber.

Was sich hinter dem Sportbootführerschein verbirgt

 Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland ist der Sportbootführerschein See und Binnen ein amtlich anerkanntes Dokument. Wer diesen besitzt darf entsprechende Boote, die führerscheinpflichtig sind, in Binnengewässern und auf Seeschifffahrtsstraßen steuern.

Dabei ist gesetzlich genau geregelt, für welche Arten von Booten und in welchen Gewässern was für eine Führerscheinklasse erforderlich ist. Das entscheidende Regelwerk ist die Sportbootführerscheinverordnung (kurz: SpFV). Am wichtigsten sind die Paragraphen 3 und 4. Denn sie enthalten die jeweils geltenden Vorschriften für die zwei unterschiedlichen Geltungsbereiche Binnen- und Seeschifffahrt.

Um den Führerschein zu erwerben, empfiehlt sich der Besuch einer Bootsfahrschule. Dort werden die Grundlagen der Theorie und Praxis vermittelt und es kann die erforderliche Prüfung abgelegt werden. Im theoretischen Prüfungsteil müssen ausreichende Kenntnisse in folgenden Themenbereichen nachgewiesen werden. Zu den Basisfragen zählen unter anderem:

  • Schiffsführung
  • Umweltrecht
  • Wetter
  • Sonderregelungen für die unterschiedlichen Antriebsarten Segel und Antriebsmaschine
  • Regelungen, die das Verkehrsrecht betreffen
  • Schiffstechnik

 Diese Daten sind auf dem Führerschein für Sportboote vermerkt

 Seit dem 01.01.2018 wird der Sportbootführerschein ausschließlich im Scheckkartenformat ausgestellt und ist somit an den Führerschein für Kraftfahrzeuge angeglichen. Er beinhaltet zunächst einen Vermerk über den jeweiligen Geltungsbereich in dem bzw. für den er rechtsgültig ist. Die Art des Antriebes wird durch ein großes S für Segel und ein großes M für Motor angegeben und jeweils für den Geltungsbereich angezeigt. Darüber hinaus sind auf der vorderen Seite Name und Nachname des Inhabers, dessen Geburtsdatum sowie der Geburtsort des Führerscheinbesitzers notiert.

Zudem sind auf dem Dokument nebeneinander angeordnet das Datum der Ausstellung und die Unterschrift in Kombination mit einem biometrischen Passbild des Inhabers zu finden. Die verantwortlichen Behörden und das zugehörige Ministerium sind ebenfalls aufgelistet. Auch weitere Zusatzbestimmungen (z. B. Tragen einer Sehhilfe wie Brille oder Kontaktlinsen) sind genannt.

Hinweis: Die Erklärungen zu den einzelnen Positionen sind sowohl in Deutsch als auch auf Englisch auf der Rückseite des Sportbootführerscheins zu finden. Analog zum Autoführerschein sind Wasserzeichen und Staatswappen als Sicherheitsmerkmale vorhanden.

Unterschiedliche Geltungsbereiche des Sportbootführerscheins

 Grundsätzlich wird zwischen zwei Geltungsbereichen unterschieden: Binnenschifffahrtsstraßen und Seeschifffahrtsstraßen. Auf ersteren ist der Sportbootführerschein für alle Boote mit einer Länge unterhalb von 20 Metern (ohne Ruder und Bugspriet) und/oder einer Nutzleistung, die größer ist als 11,03 kW (15 PS), vorgeschrieben. Auf dem Rhein muss man einen Führerschein für Sportboote besitzen, wenn man ein Fahrzeug steuert, dass unter 15 Meter Länge misst und/oder mit einer größeren Nutzleistung als 3,68 kW (5 PS) ausgestattet ist.

In Brandenburg und Berlin ist er auf vereinzelten Binnenschifffahrtsstraßen auch für Sportboote unter Segel verpflichtend. Auf allen deutschen Seeschifffahrtsstraßen (im Regelfall bis zu einer Länge von drei Seemeilen) ist ein Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen (abgekürzt: „SBF See“) zum Führen von Sportbooten mit einer Antriebsmaschine (darunter fallen Motorboote und Segelboote) vorgeschrieben, wenn es sich um Boote mit einer größeren Nutzleistung als 11,03 kW (15 PS) handelt. Darüber hinaus müssen Sie auch einen Führerschein für Sportboote besitzen, wenn Sie gewerbsmäßig genutzte Sportboote bis zu 300 Meter Abstand vom Ufer (bei entsprechender Einzelfallgenehmigung) führen möchten.