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Tipps für mehr Sicherheit bei winterlichen Straßenverhältnissen​

Tipps : Mehr Sicherheit auf winterlichen Straßen

Herbst und Winter erfordern mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr. Die Tage sind kürzer, die Nächte länger, und die Wetterverhältnissen reichen von regennassen und schneebedeckten Fahrbahnen bis zur Glatteisbildung und Schneestürmen.

Darauf sollten Sie mit entsprechenden, an die Wetterlage angepassten Maßnahmen vorbereitet sein. Welche Verhaltensweisen die Sicherheit im winterlichen Straßenverkehr deutlich verbessern - hier sind die wichtigsten Tipps.

Autofahren im Herbst und Winter: Tipps für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Die nachfolgenden Tipps helfen Autofahrern, sich auf winterliche Straßenverhältnisse vorzubereiten und die Unfallgefahr deutlich zu reduzieren.

Fahrzeug winterfest machen

Für Autofahrer ist es ratsam, das Fahrzeug rechtzeitig im Herbst auf veränderte Straßenverhältnisse vorzubereiten. Oberste Priorität hat die Montage von Winterreifen, für die die Faustregel von „O bis O“ gilt, also von Oktober bis Ostern. Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern, wobei 4 Millimeter mehr Sicherheit bieten. Das besagt die 4x4x4-Regeln, nach der vier gleiche Winterreifen mit einer Profiltiefe von 4 Millimetern montiert sein sollten, die höchstens vier Jahre in Gebrauch sind.

Weitere Voraussetzung für mehr Sicherheit im winterlichen Straßenverkehr ist eine einwandfrei funktionierende Beleuchtung. Deshalb sollte zwei Mal im Jahr, im Idealfall im Herbst und im Frühjahr, ein professioneller Lichtcheck durchgeführt werden. Gleiches gilt für die Scheibenwischanlage, die mit ausreichend Wischwasser gefüllt sein sollte. Frostschutz garantiert, dass das Wasser nicht gefriert, sodass Schmutzpartikel zuverlässig entfernt werden können und auch bei plötzlich einsetzendem Schneeregen freie Sicht garantiert ist.

Geschwindigkeit an die Wetterverhältnisse anpassen

Verschlechtert sich die Sicht durch Schneeregen oder Nebel, ist es wichtig, den Fuß vom Gas zu nehmen und ausreichend Abstand zu halten. Hier heißt die Faustregel „Tachostand gleich Sichtweite“. Das bedeutet, dass bei einer Sicht von rund 50 Metern die Geschwindigkeit 50 Stundenkilometer betragen sollte. Liegt die Sicht unter 50 Metern, sollten die Nebelscheinwerfer aktiviert werden, die jedoch nur bei erheblicher Sichtbehinderung durch Regen, Schnee oder Nebel verwendet werden dürfen.

Fahrverhalten bei speziellen Wetterbedingungen

Ab einer Temperatur von 3 Grad Celsius besteht in Waldschneisen und auf Brücken erhöhte Glättegefahr. Grund ist neben der Temperatur der Feuchtigkeitsfilm auf dem Asphalt, der durch Luftfeuchtigkeit und Nebel verursacht werden kann. Dann heißt es runter vom Gas, um reaktionsfähig zu bleiben.

Gleiches gilt für Aquaplaning, wo sich vor dem Reifen eine Art Bugwelle aus Wasser bilden kann. Schlimmstenfalls verliert der Reifen den Kontakt zur Fahrbahn, sodass das Fahrzeug nicht mehr gesteuert werden kann. Ein Kontrollverlust über das Fahrzeug besteht auch bei schnee- oder eisglatter Fahrbahn. Insoweit ist auch hier langsames Fahren oberstes Gebot, denn durch die reduzierte Geschwindigkeit bleibt mehr Zeit zu reagieren.

Gute Sicht durch freie Windschutzscheibe, Außenspiegel und Seitenfenster

Bei kalten Temperaturen besteht die Gefahr, dass sich Scheiben von innen beschlagen oder dass Schnee vom Dach auf die Windschutzscheibe rutscht. Laut einer Umfrage des Allianz Zentrums für Technik (ATZ) wischen rund 40 Prozent der Fahrer ihre Windschutzscheibe während der Fahrt von innen, um Kondenswasser zu beseitigen. Das bedeutet eine erhöhte Unfallgefahr. Sicherer ist, anzuhalten und das Kondenswasser mit einem trockenen Tuch zu entfernen. Gleiches gilt für Außenspiegel, Heckfenster und Seitenfenster, die immer freie Sicht gewähren sollten.

Abrupte Lenkmanöver vermeiden

Auch wenn die Sonne am Himmel strahlt, kann nasses Laub zu einer Rutschpartie führen. Ebenso wie bei starkem Regen lässt die Haftung der Reifen auf nassem Laub nach. Das bedeutet, dass selbst gängige Assistenzsysteme wie ESP (Electronic Stability Control oder elektronische Stabilitätskontrolle) oder ABS (Antiblockiersystem) ihr Potenzial nicht voll ausschöpfen können. Bei Rutschgefahr und auch bei Wild auf der Straße ist es wichtig, ruckartige Lenkbewegungen zu vermeiden. Wer kann, weicht Wild aus, wobei entgegenkommende und nachfolgende Fahrzeuge immer im Blick bleiben sollten.

Achtung: Schneebedeckte Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen

Erhöhte Vorsicht geboten ist bei winterlichen Straßenverhältnissen, wenn Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen durch anhaltende Niederschläge schneebedeckt sind. Wenn die weiße Pracht auf faszinierende Weise Landschaften bedeckt, ist es umso wichtiger, die Spur zu finden und zu halten. Denn ordnungsgemäß aufgestellte Verkehrszeichen behalten ihre Gültigkeit, auch wenn sie durch Schnee unkenntlich geworden sind.

Abschließend ist festzuhalten, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen an eine gute, im Fahrzeug befindliche Ausrüstung gedacht werden sollte. Dazu gehören Handschuhe, ein Eiskratzer sowie ein Besen mit einem verlängerten Stil, um das Auto abzukehren. Auch eine Schneeschaufel kann wertvolle Dienste leisten, wenn vom Schnee ummantelte Räder freigeschaufelt werden müssen.

Wer im Winter in abgelegene Gegenden fährt sollte immer ein geladenes Mobiltelefon mit sich führen und eine weitere Person über die Fahrt informieren.