Bensheim: Suzuki Baleno: Ein großzügiger Kleinwagen, der schnell überzeugt

Bensheim: Suzuki Baleno: Ein großzügiger Kleinwagen, der schnell überzeugt

„Baleno“ ist italienisch und bedeutet: „Blitz“. Daran werden die Marketingstrategen des japanischen Autoherstellers Suzuki bei der Namensgebung ihres Kleinwagens vermutlich nicht gedacht haben. Grund genug hätten sie aber gehabt.

Denn der äußerlich unauffällige Baleno kann mit seinen Qualitäten blitzschnell überzeugen. Hat er doch mehr zu bieten als nur eine Menge der Dinge, die es braucht, um mobil zu sein. Auf Begeisterungsstürme von Umstehenden darf man allerdings nicht hoffen, wenn man mit dem Baleno vorfährt. Dazu wirkt die vier Meter lange, durchaus modern gezeichnete Schrägheck-Limousine trotz einiger markanter Linien an Front und Seite sowie einer muskulösen Frontschürze einfach zu durchschnittlich.

111 PS sowie ein maximales Drehmoment von 170 Newtonmetern zwischen 2000 und 3500 Umdrehungen lassen zunächst keinen Ausbund an Energie erwarten. Doch das mit einem Fünfganggetriebe kombinierte Aggregat treibt den Kleinwagen mit unvermuteter Vehemenz an. Foto: Suzuki

Alles andere als das ist jedoch das Platzangebot für die Passagiere im kleinen Suzuki. Ein Radstand von 2,52 Metern macht es möglich, dass sich 1,90 Meter lange Personen selbst dann noch wohl im Fond fühlen, wenn ein fast ebenso großer Fahrer vor ihnen sitzt. Das gilt gleichermaßen für die Knie- wie für die Kopffreiheit. Für ein Fahrzeug dieser Klasse ist das wirklich spitze. Ausgesprochen ordentlich ist überdies die Anmutung der gesamten Inneneinrichtung. Die Materialien mögen einfach sein. Aber sie sind gut verarbeitet und tragen zu einer klaren und frischen Optik bei.

Wie intuitiv sich alle Funktionen bedienen lassen, erweist sich spätestens dann, wenn der Wagen im Stockdunkeln zum ersten Mal in Bewegung gesetzt wird. Und das nicht nur, weil die Instrumententafel so spacig blau erstrahlt oder der Startknopf beleuchtet ist. Alle Taste und Schalter befinden sich dort, wo sie sein sollen und wo sie leicht zu erreichen sind. Einzig die Bedienung des Touchscreen macht es gelegentlich notwendig, den Arm etwas weiter auszustrecken, um Eingaben zu tätigen. Über den 4,2-Zoll-LCD-Farbdisplay lassen sich Verbrauch, Motorleistung, Drehmoment und sogar die G-Kraft ablesen.

Die Sitze sind trotz einer relativ kurzen Beinauflage selbst auf längeren Fahrten überraschend bequem, könnten jedoch etwas mehr Konturierung vertragen. Während sich Smartphone oder Schlüssel in zahlreichen Ablageboxen unterbringen lassen und die Seitenfächer in den Türen sogar Literflaschen fassen, überzeugt der Kofferraum mit einem Ladevolumen von 355 Litern (VW Golf 380 Liter). Vier normalgroße Trolleys finden hier mühelos Platz. Werden die Fondlehnen umgeklappt, stehen hinter der weit öffnenden Klappe bis zu 1085 Liter auf einer ebenen Ladefläche zur Verfügung.

Leider ist die Ladekante mit 80 Zentimetern recht hoch. Wird der variable Ladeboden jedoch in der oberen Position eingehängt, dann muss das Gepäck nur mehr ein paar Zentimeter nach unten gesenkt oder wieder angehoben werden. Ein Taschenhaken und zwei Fächer im Radkastenbereich tragen ebenfalls zur Ordnung bei. Welche Qualitäten der Einliter-Dreizylinder-Direkteinspritzer zeigt, würde man rein von der Papierform her nicht meinen. 111 PS sowie ein maximales Drehmoment von 170 Newtonmetern zwischen 2000 und 3500 Umdrehungen lassen zunächst keinen Ausbund an Energie erwarten. Doch das mit einem Fünfganggetriebe kombinierte Aggregat treibt den Kleinwagen mit unvermuteter Vehemenz an.

Agil und laufruhig werden selbst Überholmanöver auf der Autobahn gemeistert. Die Höchstgeschwindigkeit ist im Übrigen erst bei Tempo 200 erreicht (Herstellerangabe). In der Stadt sorgt der spritzige Antritt für ein zügiges und müheloses Vorankommen. Grund für derartiges Fahrvergnügen ist vor allem das extrem geringe Gewicht (905 Kilogramm) des Wagens. Angenehm ebenfalls, dass der Dreizylinder ein ruhiger Vertreter ist. Nur unter Volllast ist das für diese Motorart typische, etwas blechern klingende Arbeitsgeräusch zu hören.

Die Lenkung könnte allerdings etwas direkter, die Fahrwerksabstimmung etwas straffer sein. Doch der Baleno ist ja nicht als Sportwagen gedacht. Die Komfortauslegung von Federung und Dämpfung stand erkennbar im Vordergrund. Als Verbrauch sollte man je 100 Kilometer 5,9 Litern kalkulieren, 4,5 Liter gibt der Hersteller als Normwert an.

Die Preisliste für die Baleno-Baureihe beginnt bei 13.790 Euro. Wählt man die Comfort-Ausstattung mit dem 111 PS-Benziner, sind unter anderem Audio-System samt Smartphone-Anbindung, Navigationssystem, Klimaautomatik, Xenon- und Nebelscheinwerfer, Start-Stopp-System, Berganfahrhilfe und Rückfahrkamera mit an Bord. Inklusive einer Metalliclackierung kommt man letzten Endes auf 18.519 Euro.