München: Starthilfe fürs Auto: Es kommt auf die richtige Reihenfolge an

München: Starthilfe fürs Auto: Es kommt auf die richtige Reihenfolge an

Der Anlasser streikt. Instrumente, Kontroll- und Warnleuchte flackern allenfalls - die Fahrzeugbatterie hat ihren Dienst quittiert. „Anschieben ist bei modernen Fahrzeugen kaum noch möglich, weil Steuergeräte, Benzinpumpe und Co. schon vor dem und für den Start viel Strom benötigen und der kann durch Anschieben und sehr kurzes Drehen des Generators nicht bereitgestellt werden“, beschreibt Patrick Pöppl von TÜV Süd in München das Dilemma.

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Zudem ist der Anteil der Automatikfahrzeuge heute relativ hoch. Sie lassen sich ohnehin wegen des fehlenden Kraftschlusses nicht mit menschlicher Kraft in Gang setzen. Wer in einer solchen Situation dann nicht einen professionellen Pannenhelfer herbei telefonieren will, sondern auf nachbarschaftliche Hilfe hofft, sollte mit Vorsicht zu Werke gehen, gibt der TÜV Süd-Fachmann zu bedenken: „Vor einer Starthilfe mit einem anderen Fahrzeug empfiehlt sich ein Blick in das eigene Fahrzeughandbuch, bevor man den Wiederbelebungsversuch startet.“ Ganz wichtig: Die Starthilfekabel müssen in einer bestimmten Reihenfolge an- und abgeklemmt werden, sonst drohen Knallgasexplosion und teure Elektronikschäden.

Grundsätzlich sollten für die Aktion Kabel der DIN-Norm 72553 oder ISO-Norm 6722 zum Einsatz kommen. Von außen beurteilen kann man die Kabelqualität nicht und ist der Kabelquerschnitt zu gering, droht ein Kabelbrand. Zudem muss das Kabel immer einen Mindestquerschnitt von 16 Quadratmillimetern aufweisen, bei Motoren über 2,5 Litern Hubraum und Dieselaggregaten besser 25 Quadratmillimeter.

Nach Möglichkeit sollte man die im Handbuch des Fahrzeuges vorgegebenen Verbindungspunkte nutzen. Grundsätzlich wird zuerst das rote Überbrückungskabel an den Pluspol der Spenderbatterie angeklemmt und dann mit dem Pluspol des leeren Akkus verbunden. Danach das schwarze Kabel an den Minuspol der Spenderbatterie anschließen und dann mit dem Motorblock des Pannenfahrzeugs verbinden. „Jetzt sollte man den Motor des Spenderfahrzeugs anwerfen“, erläutert Pöppl den nächsten Schritt und dann versuchen, den Motor des Havaristen zu starten. Ist der Startversuch erfolgreich, empfiehlt es sich, Licht und Heckscheibenheizung einzuschalten, denn beim Lösen der Zangen können im Bordnetz Spannungsspitzen auftreten. Die gefährden elektronische Bauteile. Springt der Motor nicht prompt an, nach etwa zehn Sekunden abbrechen. „Dann dürfte die Panne ein Fall für die Werkstatt sein“, schildert der TÜV SÜD-Fachmann seine Erfahrungen.

Hat alles geklappt, die Kabel in umgekehrter Reihenfolge - zuerst schwarz, dann rot - wieder abklemmen. „Beim Hantieren darauf achten, dass man rotierenden Teile bei laufendem Motor nicht zu nahe kommt“, warnt der TÜV Süd-Fachmann.

Wer unsicher ist, sollte einen Fachmann hinzuziehen. Werkstätten und Pannendienste besitzen zudem moderne Testgeräte und können so vor Ort prüfen, ob eine Batterie defekt ist und mit entsprechenden Spannungserhaltungsgeräten dann einen Batteriewechsel durchführen. Die sorgen dafür, dass Uhr, Radio oder Bordcomputer nicht stromlos werden und deshalb anschließend neu programmiert werden müssen.
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(amv)