Mercedes C 200 T Avantgarde: Sportlicher Look, bürgerlich-gediegenes Fahrgefühl

Mercedes C 200 T Avantgarde : Sportlicher Look, bürgerlich-gediegenes Fahrgefühl

Optisch kommt der überarbeitete Mercedes C200 T sportlich daher, bleibt aber im Fahrbetrieb bürgerlich-gediegen und umgibt Fahrer wie Beifahrer mit einem Kokon von Sicherheits- und Assistenzsystemen.

Das Hauptkriterium bei einem Kombi spielt sich naturgemäß rund um den Laderaum ab. Dessen Volumen liegt jetzt zwischen 490 bis 1510 Litern. Dabei wurde mit viel Liebe zu Details dessen Nutzbarkeit erhöht. So lässt sich die Rückenlehne um zehn Grad steiler stellen.

Dadurch werden 30 Liter Stauraum mehr geschaffen. Über ein Schienensystem samt Befestigungselementen kann das Gepäck gesichert werden. Ein Fach unter dem Ladeboden bietet weiteren Stauraum und verbirgt einen faltbaren Einkaufskorb. Die nun dreigeteilte Rücksitzlehne lässt sich per Tastendruck spielend leicht umlegen. Die elektrisch betätigte Heckklappe kann man mit einem angedeuteten Fußtritt öffnen. Darüber hinaus offeriert das T-Modell gegenüber der Limousine den Fondpassagieren spürbar mehr Kopffreiheit.

Für den neugestalteten Innenraum wurde augenscheinlich das Bedien- und Anzeigekonzept aus der S-Klasse übernommen - inklusive der Kamera- und Radarsysteme: der sogenannte Aktive Abstands-Assistent (Distronic) wird vom Navigationssystem unterstützt, das Tempo beispielsweise vor Kreuzungen, Kreisverkehren oder Kurven passt sich selbsttätig an. Wie immer kostet fast alles Aufpreis, so schlägt das volldigitale Instrumentendisplay mit 750 Euro zu Buche.

Ebenfalls teils aufpreispflichtig wird der C-Klasse-Fahrer assistiert von einer Vielzahl elektronischer Schutzengel. Sie helfen ihm unter anderem, Auffahrunfälle zu vermeiden, halten im Stop-and-go-Verkehr den Sicherheitsabstand ein, achten auf Querverkehr sowie Fußgänger und bremsen selbständig etwa vor Kreisverkehren oder Kreuzungen. Selbst im Stau hat der Fahrer immer weniger zu tun.

Die Elektronik folgt selbständig dem Vordermann. Aktiviert der Fahrer im Drive-Pilot-Modus den Blinker länger als zwei Sekunden, leitet das Fahrzeug in einem Geschwindigkeitsbereich von 80 bis 180 Kilometer pro Stunde automatisch den Spurwechsel ein, sofern die Sensorik keine Fahrzeuge im relevanten Sicherheitsbereich erkennt.

Ist man zu Hause angekommen, parkt es die C-Klasse auch noch ein. Äußerst angenehm: das Head-up-Display, das einem augenfreundlich alle wichtigen Informationen ins Sichtfeld projiziert. Da wundert es nicht, wenn sich der Basispreis des Kombi (34.970 Euro) schließlich auf mehr als 70.000 Euro addiert.

Der im Testwagen eingebaute, neue Ottomotor leistet bei 1,5-Litern Hubraum 184 PS und 280 Newtonmeter (Nm). Ihm beigegeben wurde ein riemengetriebener Starter-Generator mit 48-Volt-System. Beim Beschleunigen können kurzzeitig umgerechnet 14 PS zusätzlich abgerufen werden. Auch ein sogenannter „Segelbetrieb“ mit ausgeschaltetem Motor - zum Beispiel beim Rollen vor einer rote Ampel - ist möglich.

Zudem gibt es eine variable Ventilsteuerung (Camtronic), die den Ventilhub auf der Einlass-Seite in zwei Stufen verstellt und ein Benzinpartikelfilter ist ebenfalls eingebaut. Die neue Neungangautomatik verrichtet ihre Arbeit passgenau und unaufgeregt. Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 nennt Mercedes 7,7 Sekunden, als Höchsttempo knapp 240 Kilometer pro Stunde (km/h). Wer keinen fahrerischen Tempoexzessen frönt, darf mit einem Alltagsverbrauch um die acht Liter kalkulieren. Das Ganze wird garniert mit einem sicheren Fahrverhalten und hohem Langstreckenkomfort.

Zeitgemäße Konnektivität offeriert das Comand Online (2450 Euro) samt Media Interface-Kabel-Kit, das verschiedene Anbindungen zum Abspielen von Multimediadateien externer Geräte erlaubt und Echtzeit-Verkehrsinformationen zur Verfügung stellt. Smartphones werden integriert über Android Auto oder Apple CarPlay. Weitere Möglichkeiten bieten Media Interface, USB- und Bluetooth-Schnittstelle sowie ein SDHC-Kartensteckplatz.

Die äußerlichen Änderungen der C-Klasse halten sich im Rahmen. Die Technik und inneren Werte wurden deutlich und zielgenau aktualisiert. Damit kann einer der beliebtesten Dienstwagen hierzulande wohl sein Topniveau in der Mittelklasse bis zur nächsten Generation verteidigen.

(amv)
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