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So wird Falschparken jetzt bestraft: Erste Erfahrungen mit neuem Bußgeldkatalog

Neuer Bußgeldkatalog : So wird Falschparken jetzt bestraft

Mit dem Kauf eines Autos gehen Verpflichtungen und Bedürfnisse einher. Ein ganz entscheidendes Bedürfnis ist der passende Parkplatz für das Fahrzeug. Nicht jeder kann auf eine Garage oder einen privaten Stellplatz zurückgreifen

Und nicht überall ist es so einfach, einen Platz zu finden wie beim Parken am Frankfurter Flughafen, wo niemand falsch parken muss. Der neue Bußgeldkatalog 2022 hat so einige Änderungen mitgebracht und es sind die ersten Strafzettel verteilt und die ersten Strafen verhängt worden. Viele Fehler passieren nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissen, daher ist eine Aufklärung wichtig.

Parken oder Halten - was ist hier der Unterschied?

Manchmal ist das Recht gar nicht so einfach zu verstehen. Wenn es ums Parken geht, wird sich am Bußgeldkatalog der Straßenverkehrsordnung orientiert, doch selbst hier sind einige Punkte nicht immer gleich verständlich. So wird zum Beispiel zwischen Parken und Halten unterschieden, doch was ist eigentlich der wirkliche Unterschied?

Beim Halten handelt es sich um eine Unterbrechung der Fahrt, die zum Beispiel zum Ein- und Aussteigen anderer Personen oder zum Entladen des Autos genutzt wird. Nach drei Minuten Haltezeit wird das Halten automatisch zum Parken. Das ist auch dann der Fall, wenn das Fahrzeug verlassen wird oder der Fahrer nicht hinter dem Steuer sitzt.

Kurios: Es wird nicht als Verlassen des Autos gewertet, wenn sich der Fahrer in unmittelbarer Nähe zur (geöffneten) Fahrertür befindet und jederzeit einsteigen und wegfahren kann.

Geringe Strafe - 10 Euro werden hierfür fällig

Zuständig für die Bestrafung von Falschparkern ist die Bußgeldstelle in NRW. Je nach Schwere eines Verstoßes werden unterschiedliche Bußgelder fällig. Die günstigste Strafe beginnt bei 10,00 Euro, kann sich aber im Falle von Nichtzahlung schnell um Mahngebühren erhöhen.

Mit einer Strafe von 10,00 Euro wird belegt, wer sein Fahrzeug nicht platzsparend geparkt hat. Damit ist gemeint, dass die Parklücke nicht effizient genutzt wurde, sondern anderen Fahrzeugführern durch ungeeignetes Parken ein Parkplatz verwehrt wurde. In gleicher Höhe wird bestraft, wer einer berechtigten Person den Parkplatz vor der Nase weggeschnappt hat. Berechtigt ist, wer sich durch Blinken und Einlenken klar darauf vorbereitet einzuparken. Fährt nun eine andere Person einfach in die Haltebucht, droht ein Bußgeld.

Verhältnismäßig niedrig ist das Bußgeld auch dann, wenn maximal fünf Meter oder weniger von einer Grundstückseinfahrt oder von einer Einmündung entfernt geparkt wird. Auch das Parken am Taxistand, auf einem Schachtdeckel oder direkt am Andreaskreuz wird mit 10,00 Euro Strafe geahndet.

Bußgeld steigt oft mit Dauer der Verfehlung an

Wer einen Anhänger länger als 14 Tage ohne das passende Zugfahrzeug parkt, muss mit einer Strafgebühr in Höhe von 20,00 Euro rechnen. Auch wenn ein anderes Fahrzeug durch das eigene Parken am Ausparken gehindert wird, droht diese Strafe. Ganz wichtig für straffreies Parken ist der Parkschein. Wurde dieser um 30 Minuten überschritten, droht eine Strafe von 20 Euro. Schon ab einer Stunde erhöht sich die Gebühr auf 25 Euro und steigt dann immer weiter an.

Das Parken in einer verkehrsberuhigten Zone ist grundsätzlich nicht erlaubt, kann aber in Sachen Bußgeld unterschiedlich teuer werden. Die grundsätzliche Strafe beträgt 10,00 Euro, doch wenn eine Person behindert wird, erhöht sich die Strafe bereits auf 15,00 Euro. 20,00 Euro werden fällig, wenn die Parkzeit über drei Stunden dauert, ganze 30,00 Euro stehen auf dem Bußgeldbescheid, wenn innerhalb der drei Stunden auch noch jemand behindert wurde.

Das Parken in der Nähe von Ampeln, im Halteverbot und in scharfen Kurven

Die Verkehrssicherheit ein wichtiges Thema und die beginnt bereits beim Parken. Daher ist es nicht erlaubt, an unübersichtlichen Straßenstellen, auf dem Fußgängerüberweg, fünf Meter vor einer Ampel oder zehn Meter dahinter, im Halteverbot oder in einer scharfen Kurve zu parken.

Wie hoch das Bußgeld ausfällt, hängt von den Umständen und der Parkdauer ab. Für das reine Parken in der unerlaubten Zone werden 35,00 Euro fällig. Wurde allerdings jemand behindert, überstieg die Parkdauer sechzig Minuten oder wurde das Fahrzeug auf dem Radweg abgestellt, werden 55,00 Euro fällig. Noch teurer wird es, wenn auf dem Radweg eine Person behindert wurde. Ganze 70,00 Euro müssen dann in die Stadtkasse gezahlt werden, zusätzlich gibt es einen Punkt in Flensburg.

Der Radweg wird zur Punktefalle für Autofahrer

Das Parken auf dem Geh- und Radweg ist ein großer Risikofaktor für Autofahrer, denn hier droht nicht nur ein Bußgeld, sondern auch ein Punkt in Flensburg. Grund dafür ist, dass hier sensible Personen (Radfahrer, Fußgänger) unterwegs sind, die durch ungeschicktes Parken in Gefahr gebracht werden.

Das reine Parken auf dem Geh- oder Radweg wird mit 55,00 Euro Bußgeld und ohne Eintragung in Flensburg bestraft. Wurde dabei jemand behindert oder betrug die Parkdauer mehr als 60 Minuten, werden 70,00 Euro fällig und es gibt einen Punkt. Betrug die Parkdauer mehr als eine Stunde und es wurde zugleich eine Person gefährdet, werden 80,00 Euro und ein Punkt fällig. Wenn hingegen sogar ein Unfall verursacht wurde, müssen 100,00 Euro Bußgeld entrichtet werden, neben der Eintragung des Punkts. Das Gleiche gilt für die Blockierung von Rettungsfahrzeugen, die aufgrund des Parkens nicht weiterfahren konnten.

In zweiter Reihe Parken auch für kurzen Zeitraum nicht empfehlenswert

Das Parken in zweiter Reihe erscheint verlockend, wird aber ziemlich teuer. Schon das Parken allein schlägt mit 55,00 Euro zu Buche, sobald eine Person behindert wird, gibt es den obligatorischen Strafpunkt und es müssen 80,00 Euro entrichtet werden. Wurde eine andere Person gefährdet, kostet die Verfehlung 90,00 Euro zusätzlich zum Punkt. Wenn sogar ein Unfall verursacht wurde, werden 110 Euro plus Strafpunkt fällig.

Die Einhaltung der Parkvorschriften unterstützen die Verkehrssicherheit

Neben obiger Angaben gibt es einige weitere Regelungen, die im neuen Bußgeldkatalog verzeichnet sind. So ärgerlich der Bußgeldbescheid im Briefkasten auch ist, so wichtig sind die Parkverordnungen, denn sie können Leib und Leben retten. Aus „nur mal kurz parken“ kann für eine andere Person ein Risikofaktor werden.

Wer zum Beispiel auf dem Gehsteig parkt, vergisst oft, dass Menschen mit Rollstühlen oder Kinderwagen hier am Vorbeigehen gehindert werden. Müssen diese Personen nun auf die Straße ausweichen und es kommt zu einem Unfall, ist das Bußgeld das kleinere Problem. Es wird sehr genau auf die Umsetzung eines friedlichen Verkehrsablaufs geachtet, damit vom Fußgänger bis zum Autofahrer alle eine Stadt zum Wohlfühlen vorfinden.