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So viele Autos werden in Deutschland jedes Jahr gestohlen

Per GPS sichern : So viele Autos werden in Deutschland jedes Jahr gestohlen

Deutsche Autofahrerinnen und Autofahrer lieben teure Limousinen, Sportwagen oder SUVs. Besonders hoch im Kurs stehen die Marken Mercedes, Audi, VW und BMW. Auch bei Dieben sind die besonders hochwertigen Fahrzeuge beliebt und werden daher oft gestohlen. Obwohl die Versicherungsunternehmen immer weniger Diebstähle melden, müssen sie aufgrund der Schadenshöhe immer größere Summen bezahlen.

Fahrzeugdiebstähle sinken und Schadenssummen steigen an

In Deutschland wurden den Versicherungsgesellschaften im Jahr 2020 etwa 10.679 Kraftfahrzeuge als gestohlen gemeldet. Dies bedeutet, dass circa 29 Autos täglich gestohlen wurden. Die Anzahl an Fahrzeugdiebstählen ist allerdings weitaus höher, da es sich bei diesen Zahlen nur um die Fahrzeuge mit einer Kaskoversicherung handelt. Im Fokus der Autodiebe sind vornehmlich teure SUVs, Limousinen und Sportwagen. Trotz rückläufiger Zahlen bei den Autodiebstählen in den letzten Jahren werden die Schadenssummen durch die Diebstähle von hochwertigen Fahrzeugen immer höher. Der finanzielle Schaden der Versicherungsgesellschaften belief sich auf mehr als 214 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote der Autodiebstähle durch die Polizei ist sehr gering.

Gestohlene Fahrzeuge werden auf dem schnellsten Weg ins Ausland gebracht

Bei Autodieben sind die hochwertigen Fahrzeuge der Marken Mercedes, Audi, VW und BMW beliebt. Zu den Hochburgen der Diebe, die in der Regel aus dem osteuropäischen Raum stammen, zählen die Großstädte Berlin, Hamburg oder Leipzig. In vielen Fällen werden die gestohlenen Fahrzeuge auf Lkws verladen und sofort ins Ausland transportiert oder durch Kuriere überführt. Die Autos sind dadurch oftmals schon außer Landes, bevor sie als gestohlen gemeldet werden. Im Ausland angekommen, werden die Fahrzeuge in Schiffscontainer oder auf Züge verladen u nd zum Beispiel nach Russland, Weißrussland oder in die Ukraine transportiert. Weitere Ziele sind Asien, Afrika oder der Nahe Osten.

Verkauf gestohlener Fahrzeuge in Einzelteilen ist lukrativ

Eine weitere Masche für Autodiebe ist das Zerlegen der Kraftfahrzeuge in Einzelteile. Laut vieler Experten ist der Erlös durch den Verkauf der Teile zwei- bis dreimal so hoch, als würde das Auto am Stück verkauft werden. Da sich auch die Käufer gestohlener Ersatzteile strafbar machen, ist Vorsicht geboten. Gestohlene Fahrzeugteile werden an folgenden Merkmalen erkannt:

  • Der Preis für das angebotene Teil ist viel niedriger als beim Fachhändler.
  • Ist bei Teilen die Fahrzeugidentifikationsnummer entfernt worden, ist dies auch ein Indiz für ein gestohlenes Teil.
  • Bietet ein Händler im Internet zehn neue Motoren oder Getriebe an, sollten beim Käufer die Alarmglocken läuten.

Bei fahrlässiger Handlung zahlt die Kaskoversicherung nicht
Damit es erst gar nicht zu einem Autodiebstahl kommt, können Autofahrer verschiedene Vorkehrungen treffen. Wichtig ist vor allem, dass vor dem Verlassen des Fahrzeugs das Lenkradschloss einrastet und der Zündschlüssel gezogen wird. Die Fenster und Türen müssen geschlossen werden. Auch dann, wenn das Auto nur für ein paar Minuten zum Einkaufen verlassen wird. Für die professionell arbeitenden Diebe ist es ein Kinderspiel, ein Auto zu stehlen, dass unverschlossen auf der Straße steht. Wer sein Fahrzeug unverschlossen auf der Straße abstellt, handelt übrigens fahrlässig. Im Falle eines Diebstahls zahlt die Kaskoversicherung nicht.

Teure Autos können mit GPS-Geräten gesichert werden

Ein Vorteil ist, wenn das Auto über Nacht in einer überwachten oder abschließbaren Garage geparkt wird. Zusätzlich kann eine Kralle an einem Rad befestigt werden. Ganz modern ist der Einbau eines GPS-Geräts. Wird das Auto bewegt, erhält der Besitzer eine Meldung auf sein Smartphone. Da genau bekannt ist, wo sich das Fahrzeug befindet, kann sofort die Polizei eingeschaltet werden.

(vo)