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So viel taugt der Seat Alhambra nach längerer Laufzeit

Tüv Report 2022 : So viel taugt der Seat Alhambra nach längerer Laufzeit

Wer ein geräumiges Auto sucht, kommt meist um einen Van nicht herum. Da gibt es Modelle wie den Ford Galaxy, den Sharan von VW oder eben den Alhambra von Seat. Was kann der Spanier als Gebrauchtwagen?

Er gilt als geräumiges und komfortables Familien- und Reiseauto - und wird entsprechend viel gefahren. Laufleistungen von gebrauchten Alhambras sind oft weit über dem Durchschnitt.

Das hat Folgen: Der Seat-Van fährt bei der Hauptuntersuchung (HU) oft mit marodem Fahrwerk vor. Der „Auto Bild Tüv Report 2022“ empfiehlt deshalb, für etwaige Reparaturen „immer noch ein paar Euro“ in Reserve zu behalten und beim Kauf auf eine frische Tüv-Plakette zu achten. Aber technische Qualitäten hat der Alhambra auch.

  • Modellhistorie: Seit 1995 wird der Alhambra produziert. Die zweite Generation kam 2010 auf den Markt, die zum Modelljahr 2016 eine Modellpflege erhielt. Diese brachte neben einem neuen Kühlergrill, LED-Rückleuchten unter anderem sparsamere Motoren und die Option auf Aktivdämpfung.
  • Karosserievarianten: Der Seat Alhambra ist ein Van mit Schiebetüren hinten und in Abgrenzung zu Minivans wie VW Touran oder Opel Zafira geräumiger. Die aufpreispflichtigen Sitze im Heck machen ihn zum Siebensitzer.
  • Abmessungen: 4,85 m x 1,90 m x 1,72 m (LxBxH); Kofferraumvolumen: 809 l bis 2430 l (Fünfsitzer), 267 l bis 2297 l (mit dritter Sitzreihe).
  • Stärken: Platz ohne Ende bietet der Alhambra, überspitzt formuliert. Der Fahrkomfort gilt als äußerst langstreckentauglich, ein Reiseauto für die Familie also. Bei der HU zeigen sich die Antriebswellen von ihrer besten Seite, auch die Lenkgelenke werden viel seltener als der Klassendurchschnitt beanstandet, so der „Auto Bild Tüv Report 2022“.

Gleiches gilt für die Rückleuchten und die Bremsleitungen. Die Wirkung von Fuß- und Feststellbremse verursacht kaum Sorgenfalten, Ölverlust an Motor und Getriebe wird fast nie bemängelt, der Auspuff ist lange haltbar.

  • Schwächen: Die Radaufhängungen sind laut Report von „exorbitantem Verschleiß“ betroffen. Ab der dritten HU kommt Rost am Fahrwerk hinzu, ab der vierten werden überdurchschnittlich häufig Federbeinbrüche verzeichnet. Defekte Scheinwerfer werden zu oft bemängelt, ebenso die Blinker. Auch die Bremsscheiben sind ab HU Nummer eins gemessen am Fahrzeugalter zu oft verschlissen. Ab dem zweiten Check ist nicht sicher, dass der Alhambra die Abgasuntersuchung (HU) schafft.
  • Pannenverhalten: „Sehr durchwachsen“, schreibt der ADAC mit Blick auf seine Pannenstatistik: „Generell schneiden die großen Vans aber alle recht schwach ab“, heißt es in München. Speziell der Alhambra von 2013 bis 2015 liegt in der Statistik auf hinteren Plätzen, die übrigen Exemplare landen laut dem Club im hinteren Mittelfeld.
  • Zu den Pannenschwerpunkten zählen demnach: die Abgasrückführung bei den Erstzulassungsjahren 2011 und 2012 sowie die Batterie (2011, 2013 bis 2019).
  • Motoren:

- Benziner (Vierzylinder, Frontantrieb): 110 kW/150 PS bis 162 kW/220 PS

- Diesel (Vierzylinder, Front- und teils Allradantrieb): 85 kW/115 PS und 135 kW/184 PS. Interessenten sollten darauf achten, welcher Selbstzünder genau unter der Haube sitzt, denn auch der Dieselskandalmotor mit dem Kürzel EA 189 wurde im Alhambra ausgeliefert.

Marktpreise (laut „DAT Marktspiegel“ der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):

- Alhambra 2.0 TSI Style (2014); 147 kW/200 PS (Vierzylinder); 95 000 Kilometer; 16 050 Euro.

- Alhambra 2.0 TDI Style Allrad Start&Stop (2016); 110 kW/150 PS (Vierzylinder); 74 000 Kilometer; 18 950 Euro.

- Alhambra 1.4 TSI Reference (2013); 110 kW/150 PS (Vierzylinder); 110 000 Kilometer; 12 000 Euro.

© dpa-infocom, dpa:220124-99-828591/5

(dpa)