Fahrbericht: Skoda Scala: Konkurrent im Konzern

Fahrbericht : Skoda Scala: Konkurrent im Konzern

Konkurrent im eigenen Konzern. Während der Škoda Rapid weder einem VW Golf noch einem Seat Leon wirklich das Wasser reichen konnte, präsentiert sich dessen Nachfolger, der Scala durchaus auf Augenhöhe.

Materialwahl und Verarbeitung, insbesondere im Innenraum, sowie diverse Komfort- und Funktionsmerkmale werten die fünftürige Schräghecklimousine der unteren Mittelklasse deutlich auf. Als erster Škoda ist der Scala - wie künftig alle Modelle - immer online. Die eingebaute eSIM kann per LTE eine Hochgeschwindigkeits-Internetverbindung herstellen. Ein Smartphone, das die Verbindung ins Netz aufbaut, ist nicht mehr erforderlich. Zwei USB-Anschlüsse vorne sind Serie, optional sind zwei weitere Ladeanschlüsse im Fond erhältlich. Allerdings sollte man Ladekabel mit einem USB-C-Anschluss mitnehmen, denn die vier Anschlussstellen im Scala weisen genau dieses Format auf.

Mit der neugestalteten Instrumententafel wurde rundum Digitaltechnik integriert, eingerahmt von griffsympathischen, teils weichgeschäumten Kunststoffen. Das flexibel konfigurierbare Virtual Cockpit ist mit einem 10,25 Zoll großen Display erhältlich. Das Display des Infotainmentsystems misst in der Diagonale bis zu 9,2 Zoll. Was und wie bedient werden will, erschließt sich einem intuitiv. An elektronischen Helfern und Sicherheitssystem bietet der Skoda teils gegen Aufpreis eine ansehnliche Palette wie Fernlichtassistent, Rückfahrkamera, vorausschauendes Notbremssystem oder Müdigkeitserkennung.

Im Klassenvergleich punktet der Scala mit einem üppigen Platzangebot vorne wie hinten. Hinter der elektrisch öffnenden Hecklappe (Aufpreis: 350 Euro) bieten sich 467 bis 1410 Liter Stauraum. Praktisch: Die Gepäckraumabdeckung kann unter dem Kofferraumboden verstaut werden.

Der 1,6-Liter-TDI-Motor (115 PS/Drehmoment 250 Newtonmeter) ist mit einem Siebengang-DSG-Getriebe gekoppelt. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 Kilometer pro Stunde (km/h) und einen Sprintwert aus dem Stand auf Tempo 100 in rund zehn Sekunden (Werksangaben). Im Schnitt weist der Bordcomputer einen Verbrauch von etwa fünf Liter aus. Motor, Reifen- und Windgeräusche machen sich bei flotter Fahrt hörbar, aber nicht übermäßig bemerkbar.

Fahrspaß kommt in engen Kurven auf, wo es auf ein gutes Handling, eine präzise Lenkung sowie große Wendigkeit ankommt. In Verbindung mit der elektro-mechanischen Servolenkung kann man sich sein Fahrprofil aussuchen. Dank einer elektronischen Differenzialsperre bietet der Fronttriebler auch auf rutschigem Untergrund ausreichend Traktion. Das DSG-Getriebe portioniert die Kraft situations- und bedarfsgerecht. Insgesamt liefert der Scala ein unaufgeregtes, sicheres Fahrgefühl.

Der Skoda Scala ist ein optisch gelungenes Auto, das ebenso fahrtechnisch und vor allem mit dem 1,6-Liter-Diesel überzeugt. Ein Schnäppchen ist er nicht. Mit diversen Extras summieren sich in der Ausstattungsvariante Style 35.403 Euro (Basispreis: 28.150 Euro) beisammen. Doch selbst mit diesem Endbetrag ist der Abstand zu den Alternativen im eigenen Haus und diversen Konkurrenten noch gut gewahrt, von Nettigkeiten wie ein in den Deckel des Wischwasserbehälters integrierter Trichter ganz abgesehen.

(amv)
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