Weiterstadt: Skoda Rapid Spaceback 1,4 TSI DSG: Der appelliert an die Vernunft

Weiterstadt: Skoda Rapid Spaceback 1,4 TSI DSG: Der appelliert an die Vernunft

Zwischen Fabia und Octavia hat Skoda den Rapid platziert. Eine Alternative zum VW Golf, auch wenn dies keiner der Verantwortlichen von Skoda je laut sagen würde. Der Preisabstand zum Klassenprimus aus Wolfsburg beträgt mehr als 2000 Euro, auch wenn der Basispreis für den Rapid Spaceback (23.029 Euro) nicht eben als Schnäppchen erscheint.

Samt DSG-Getriebe und diverser Annehmlichkeiten wie Navi (760 Euro) Frontradarassistent (270 Euro) oder Xenon-Licht sowie weiterer elektronischer Helfer addieren sich 29.800 Euro beisammen. Dennoch bleiben bei einem Preisvergleich Pluspunkte. Manchmal allerdings ärgert es schon, wo der Sparstift angesetzt wurde, etwa beim Tankdeckel. Der lässt sich nur per Schlüssel öffnen.

Weitaus praktischer sind andere, pfiffige Details. Etwa der simple Einsatz für den Getränkehalter, der als Smartphone-Ablage dient; etwa der im Türablagefach einklemmbare Mülltütenbehälter. Mit solchen Nettigkeiten unterreicht Skoda seinen selbstgewählten Anspruch, vernunftbetonte Autos zu bauen. Das setzt sich auch beim äußeren wie inneren Erscheinungsbild fort. Keine aufregenden Designexperimente, alles ist zweckmäßig, nüchtern und auf ansehnlichem Qualitätsniveau.

Dank diverser Applikationen wirkt der Innenraum nicht mehr nur preiswert. Der Sitze vorne wie hinten gut erweisen sich als gut gepolstert und durchaus langstreckentauglich. Das Platzangebot: großzügig. Selbst auf der Rückbank können es sich zwei groß gewachsene Personen richtig bequem machen. Dazu kommt ein Kofferraumvolumen von mindestens 415 Litern bis zur Kofferraumabdeckung, das mit wenigen Handgriffen bei umgeklappter Rückbank auf 1380 Liter erweitert werden kann.

Schön und rückenfreundlich sind die niedrige Ladekante (67 Zentimeter) sowie die große Öffnung des Schrägheckmodells. Der Spaceback misst 4,30 Meter in der Länge, was bei einem Radstand von 2,60 Metern für kurze Überhänge sorgt. Ein dynamischer Auftritt ist optisch das Ergebnis. Bei der Abstimmung des Fahrwerks wurde diesem Eindruck mit einem kleinen Schuss Sportlichkeit durchaus Rechnung getragen.

Über wirklich schlechte Strecken und Querwellen werden die Insassen nicht im Unklaren gelassen. Komfort wird gleichwohl großgeschrieben. So meistert der Fronttriebler die lange Strecke ebenso bravourös wie die schnelle Fahrt durch Kurven. Und sollte der Fahrer sein Können überschätzt oder die Tücke der Strecke unterschätzt haben, greifen die diversen Assistenzsysteme ein. Die exakte Lenkung trägt dazu bei, dass der Wagen brav auf alle Lenkanweisungen reagiert.

Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe hält stets eine passende Fahrstufe parat. Der 1.4-TSI-Motor (125 PS) verrichtet seine Arbeit weitgehend zurückhaltend. Wer mag, kann mit dem Vierzylinder aus dem Stand auf Tempo 100 Stundenkilometer (km/h) in knapp neun Sekunden sprinten (Werksangaben) und weiter dann bis Tempo 205. Im Alltagsgebrauch weist der Bordcomputer Verbrauchswerte um 5,2 Liter aus.

Die VW-Tochter Skoda hat sich konsequent zu einem veritablen Mitbewerber entwickelt mit einer eigenständigen Charakterstärke. Der Rapid zeigt sich da als ein geräumiger, komfortabler und agiler Kompakter mit moderner VW-Antriebstechnik, ohne Effekthascherei oder Firlefanz. Norbert Michulsky

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