Bonn: Sicher durch Engstellen an Autobahnbaustellen fahren

Bonn: Sicher durch Engstellen an Autobahnbaustellen fahren

Auf Autobahnen herrscht an Baustellen aufgrund der verengten Fahrbahnen ein erhöhtes Unfallrisiko. Im vergangenen Jahr kamen bei 1.129 Verkehrsunfällen mit Personenschaden in solchen Passagen zwölf Menschen ums Leben. Doch mit etwas Vor- und Umsicht lassen sich die Gefahren minimieren. Ein Problem in Engstellen ist die Breite des eigenen Fahrzeugs.

Nach den Beobachtungen von Ulrich Köster, Sprecher des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn sind vielen Autofahrern die Abmessungen des eigenen Fahrzeugs unbekannt. „Da hilft ein Blick in den Fahrzeugschein, dort ist die Fahrzeugbreite vermerkt, allerdings ohne Außenspiegel“, weiß Köster und „wer unsicher ist, sollte sich hinter Bus und Brummi in Geduld üben und mit dem Überholen bis nach der Baustelle warten“.

Die linke Fahrbahn ist mit oftmals nur zwei Metern Breite schmaler als die rechte. Hilfreich ist das Verkehrsschild, das zum versetzten Fahren auffordert. Es garantiert eine höhere Fahrzeugdichte und mehr Sicherheit. „Kreuzgefährlich wird es beim Ein- und Ausfahren in und aus der Baustelle“, warnt Köster. Lastkraftwagen brauchen dort extrem viel Platz, PKW-Fahrer sollten dies einkalkulieren.

Hier und ebenso an Überleitungen sowie an Behelfsanschlussstellen kommt es laut einer Studie der TU Dresden sechs Mal häufiger zu Unfällen als auf den Highways ohne Baustellen. Zu schnelles Fahren ist auf Autobahnen Unfallursache Nummer eins. Geschwindigkeitsbegrenzungen sollten deshalb vor und in der Baustelle unbedingt eingehalten werden. Unabhängig davon blitzt die Polizei hier gern.

Ebenfalls gefährlich: zu geringer Sicherheitsabstand. Mit der Zwei-Sekunden-Regel sind Autofahrer auf der sicheren Seite. Wenn der Vorausfahrende einen bestimmten Leitpfosten erreicht, wird gezählt. Passiert man diesen Pfosten nach zwei Sekunden, ist der Sicherheitsabstand ausreichend, um bei Gefahr noch rechtzeitig mit Sicherheitspuffer reagieren zu können. „Verringern sich die Fahrspuren, gilt das gesetzlich vorgeschriebene Reißverschlussprinzip“, erinnert der ZDK-Fachmann. „Bis zur Verengung ranfahren, Blinker setzen, in den Spiegel schauen, einfädeln.“

Fahrbahnmarkierungen in Gelb haben immer Vorrang vor solchen in Weiß. Bei einer Panne in einem Baustellenbereich heißt es, Ruhe bewahren, Warnblinker setzen und die nächste Pannenbucht ansteuern. „Ist keine vorhanden oder in Sicht, das Fahrzeug möglichst außerhalb der rechten Fahrspur zwischen zwei Baken parken“, rät Köster und „danach verlassen alle Fahrzeuginsassen schleunigst und mit Warnwesten das Fahrzeug auf der Beifahrerseite“. Warnwesten müssen übrigens spätestens ab dem 1. Juli 2014 in jedem Fahrzeug vorhanden sein.

(amv)
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