Reinigungsanlage: Schmutz schluckt schnell 80 Prozent Scheinwerferlicht

Reinigungsanlage : Schmutz schluckt schnell 80 Prozent Scheinwerferlicht

Eine Scheinwerfer-Reinigungsanlage gewährleistet gerade bei schmuddeligem Winterwetter die Ausleuchtung der Fahrbahn und ihrer Umgebung.

Verdreckte Scheinwerfer bedeuten einen dramatischen Rückgang an Leuchtweite und erhebliche Einschränkungen der Sicherheit. Bis zu 80 Prozent der Leuchtleistung werden durch die Verunreinigung geschluckt, gibt Eberhard Lang von TÜV Süd in München zu bedenken. Zudem reduzieren bereits niedrige Verschmutzungsgrade die optischen Eigenschaften des Scheinwerfers und er blendet. „Schon bei nur zehn Prozent Eintrübung durch Schmutz ist das der Fall“, sagt Lang.

Rechtzeitig waschen: Um Waschwasser zu sparen, arbeitet die von Lichttechnikern „Dusche“ genannte Einrichtung in den meisten Autos nur, wenn die Hauptscheinwerfer eingeschaltet sind. Es kann also zu der Situation kommen, dass die Abschlussscheiben tagsüber leicht verschmutzt wurden und es beim späteren Einschalten des Abblendlichts immer noch sind. Dann hilft es, einmal am Wischerhebel zu ziehen und das Problem ist beseitigt – man muss nur daran denken.

Die Abschlussscheiben von Scheinwerfern - früher wegen einer anderen optischen Funktion auch Streuscheiben genannt - sind heute bis auf wenige, vernachlässigbare Ausnahmen aus Kunststoff und besitzen einem Lacküberzug. Der reagiert allergisch auf manche Chemikalien im Waschwasser. Die Anforderungen an Frostschutz und andere Zusatzmittel sind hoch. Schlecht sind welche, die auf dem Scheinwerfer schäumen.

Bleibt vom Schaum nach Abschluss des Reinigungszyklus etwas zurück, stört das wieder die optischen Eigenschaften des Scheinwerfers. „Blendung oder eine schlechte Ausleuchtung wären die Folgen“, erläutert der Experte von TÜV Süd. Geeignete Frostschutzmittel erwähnen auf der Verpackung, dass sie für Polykarbonat-Scheiben verträglich sind. Bei Markenprodukten ist dies meistens der Fall. Die Eignung für Fächerdüsen ist ebenfalls ein Indiz für eine qualitativ hochwertige Flüssigkeit.

Frostschutz muss mehr leisten als nur das Einfrieren verhindern und beim Reinigen helfen. Die Teleskopdüsen mancher Autos sind auf eine leicht schmierende Wirkung des Waschwassers angewiesen. Umgekehrt kann sich Kalk negativ auswirken. Dann fahren die Düsen nach längerem Gebrauch womöglich nicht mehr aus. In Regionen mit sehr hartem, also kalkhaltigem Trinkwasser, ist destilliertes Wasser eine Alternative. Gut sind auch Fertigmischungen. Lang hat einen weiteren Tipp parat: „Ganz preisgünstig ist Regenwasser zum Mischen.“

Die Dusche für die Scheinwerfer braucht reichlich Wasser. Die Autos haben deshalb einen größeren Vorrat an Bord. Trotzdem nervt es manche Besitzer, dass bei Schmuddelwetter recht bald die Füllstandswarnung aufleuchtet. Da erscheint ein vermeintlich guter Tipp aus dem Web gerade recht zu kommen: Die Scheinwerferreinigung ließe sich zum Beispiel in der Software deaktivieren. „Das ist keine gute Idee. Die Anlage muss funktionieren“, erläutert Eberhard Lang. Für bestimmte Scheinwerfer sei sie schließlich sogar vorgeschrieben. Bei der Hauptuntersuchung müssen die Prüfer eine nicht funktionierende Scheinwerfer-Reinigungsanlage stets beanstanden.

(amv)
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